SMA Solar in der Krise - geringe Präsenz in Asien wird zum Stolperstein

Wechselrichter und PV-Systeme

Freitag, 1. August 2014 13:20
SMA Solar Technology

(IT-Times) - Deutschlands Vorzeige-Solarkonzern SMA Solar Technology AG steckt in der Krise. Nach Marktanteilsverlusten macht dem Unternehmen nicht nur die Konkurrenz aus Asien zu schaffen, auch der europäische Solar-Markt entwickelt sich schwächer als erwartet.

Die Konsequenz: SMA Solar sieht sich gezwungen, jede zehnte Stelle im Unternehmen zu streichen. Insgesamt sollen rund 600 der etwa 5.000 Arbeitsplätze weltweit wegfallen. Darüber hinaus kann SMA Solar auf Jahressicht auch einen Verlust nicht mehr ausschließen, das Forschungs- und Entwicklungsbudget soll auf 90 Mio. Euro pro Jahr reduziert werden.

Schwache Marktstellung in Asien wird SMA Solar zum Verhängnis
Wie IT-Times bereits berichtete, haben in den vergangenen Jahren insbesondere asiatische Solar-Wechselrichterhersteller den Marktanteil des deutschen Anbieters dezimiert. Genau dies wird nunmehr zu einem großen Problem für die SMA Solar Technology AG (WKN: A0DJ6J). Der Markt verlagert sich zunehmend weg von Europa und Deutschland in Richtung Asien.

Insgesamt dürften die Märkte in Japan und China für rund 45 Prozent der weltweiten PV-Wechselrichter-Nachfrage verantwortlich zeichnen. Entgegen ursprünglichen Erwartungen eines Wachstums, wird der PV-Wechselrichter-Markt in 2014 auf Vorjahresniveau (3,9 Mrd. US-Dollar) nur stagnieren, so die Marktforscher aus dem Hause IHS.

In Asien dominieren vor allem lokale Anbieter
Die Verlagerung der Marktnachfrage nach Asien ist für SMA Solar ein großes Dilemma. Zwar ist SMA Solar durch die Übernahme der chinesischen Zeversolar in China präsent, insgesamt spielt SMA Solar in diesem Zukunftsmarkt jedoch kaum eine Rolle. Weder in China, noch in Japan ist SMA Solar aktuell in den Top 10 der PV-Wechselrichterausrüster zu finden, heißt es beim Marktforscher IHS.

Daher halten die IHS-Analysten auch die Ambitionen von SMA bezüglich einer Steigerung des Marktanteils für überzogen. Bei SMA Solar will man seinen Marktanteil bis Ende 2014 auf mehr als 15 Prozent weltweit steigern, im ersten Quartal 2014 zeichnete SMA allerdings nur für 13 Prozent der Marktanteile verantwortlich - Tendenz fallend.

Hoffnungen ruhen auf Service- und PV-Diesel-Hybrid-Geschäft
SMA Solar setzt seine Hoffnungen nunmehr in die Straffung seiner Produktlinie, Anfang 2015 soll eine neue Generation von Wechselrichtern auf den Markt kommen und den Schwund bei den Marktanteilen stoppen.

Neue Impulse erhofft sich SMA Solar auch von seinem Service- und PV-Diesel-Hybrid-Geschäft, diese beiden Bereiche sollen künftig einen nennenswerten Umsatzanteil beisteuern.

Kurzportrait

Die aus der SMA Regelsysteme GmbH hervorgegangene SMA Solar Technology AG gilt als weltweit führender mit Wechselrichterhersteller für Photovoltaikanlagen. Mehr als die Hälfte des Umsatzes wird im Ausland erwirtschaftet, wobei SMA in 21 Ländern präsent ist.

Der von leistungsfähigen Prozessoren gesteuerte Wechselrichter ist heute das Herzstück einer jeden Solaranlage. Der Wechselrichter wandelt den in Solarzellen erzeugten Gleichstrom in netztauglichen Wechselstrom. Darüber hinaus fungiert der Wechselrichter als System-Manager und überwacht die Generatorfunktion sowie den Ertrag, den die Anlage erzielt. Laut Firmenangaben konnte man den maximalen Wirkungsgrad solcher Wechselrichter von 90 Prozent im Jahre 1990 auf über 98 Prozent erhöhen.

Um sich entsprechend breit im Markt aufzustellen, bietet SMA Solar heute Wechselrichter für nahezu alle Größen von Solaranlagen an. In den vergangenen Jahren verstärkte sich SMA Solar durch verschiedene Zukäufe. Mitte 2011 verstärkte sich SMA Solar durch die Übernahme der polnischen dtw Sp.z o.o. Ende 2012 übernahm SMA Solar die Mehrheit am chinesischen Rivalen Jiangsu Zeversolar New Energy. Zudem gründete SMA Tochtergesellschaften in Südafrika und in Chile. Anfang 2014 stieg der dänische Konkurrent Danfoss mit 20 Prozent bzw. 300 Mio. Euro bei SMA Solar ein.

Neben dem Hauptsitz in Niestetal/Kassel, ist das Unternehmen noch mit Niederlassungen in Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, Australien, Südkorea, sowie in China und in den USA vertreten. Zuletzt beschäftigte die Unternehmensgruppe mehr als 5.000 Mitarbeiter weltweit.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Solarwechselrichter

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