SAP setzt auf Mittelstand und Schwellenmärkte

Freitag, 1. Februar 2008 13:00
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(IT-Times) Deutschlands größtes Softwarehaus, die Walldorfer SAP AG (NYSE: SAP, WKN: 716460), konnte das Geschäftsjahr 2007 mit erfreulichen Zahlen abschließen und abermals zweistellig wachsen. Daran soll sich auch in 2008 nichts ändern. SAP stellt erneut ein Wachstum von 12 bis 14 Prozent in Aussicht.

Neues Wachstumspotential erhofft sich SAP dabei insbesondere im Markt für Mietsoftware, im Mittelstand und in Schwellenländern. Mit dem Projekt „Business by Design“ geht SAP gleich zwei dieser Wachstumsmärkte an. Zum einen will das Unternehmen durch die neueste Eigenentwicklung im Mittelstand stärker Fuß fassen und zum anderen im Markt für Mietsoftware Flagge zeigen, wo zuletzt vor allem der amerikanische CRM-Spezialist Salesforce.com punkten konnte.

Die Verzögerungen bei „Business By Design“ nimmt das Unternehmen dabei bewusst in Kauf, so SAP-Manager Leo Apotheker gegenüber dem Handelsblatt. Wann wolle zunächst den ein oder anderen Fehler ausmerzen, bevor man mit der Software in den Volumenmarkt geht, so Apotheker. Schließlich wird der Wettbewerb um Mittelstandskunden intensiver und SAP will sich hier keinen Ausrutscher leisten, denn der Markt hat inzwischen mit rund 45 Mrd. US-Dollar eine stattliche Größe erreicht.

Wachstumsmotor Lateinamerika
Während man den Mittelstandsmarkt gerade erst aufbaut, ist man in den Schwellenmärkten schon weiter. Lateinamerika war nach 2006 auch in 2007 der am schnellsten wachsende Markt für SAP. Hier wuchs das Softwaregeschäft um 36,5 Prozent gegenüber 2006, so SAP Lateinamerika-Manager Josè Duarte. Ohne detaillierte Prognosen abzugeben, kündigte Duarte auch in 2008 ein „aggressives Wachstum“ an. Man werde weiter der Wachstumsmotor für den Konzern bleiben, zeigt sich der SAP-Manager zuversichtlich.

Innerhalb Lateinamerikas konnte SAP in der Karibik-Region am stärksten zulegen. Hier wuchs das Geschäft mit über 90 Prozent. In Brasilien, Mexiko, Chile und Peru expandierte das Geschäft um 40 Prozent, während man in Argentinien sogar um 49 Prozent wuchs. Ende 2007 verzeichnete SAP in Lateinamerika bereits 4.300 Firmenkunden - ein Plus von 70 Prozent gegenüber 2006. Gleichzeitig konnte SAP damit seinen Marktanteil in Lateinamerika um weitere vier Prozentpunkte auf 45 Prozent ausbauen, womit man den Markt für regionale Softwarelösungen und Maintenance de facto dominiert.

Durch die Übernahme von Business Objects erhofft sich Duarte dann auch weiteren Kundenzulauf in Lateinamerika. Der Zukauf öffne viele Türen zu Unternehmen, die zuvor noch keine SAP-Kunden waren, zeigt sich der SAP-Manager weiter optimistisch…

Kurzportrait

Das im Jahre 1972 ins Leben gerufene und in Walldorf ansässige Softwarehaus SAP AG stieg insbesondere in den 80er und 90er Jahren zum weltweit führenden Anbieter im Bereich ERP-Software (Enterprise Resource Planning) auf.

Diese Unternehmenssoftware erlaubt es Firmenkunden wichtige Daten im Bezug auf Geschäftsprozesse, wie der Produktion, Buchhaltung, Personalverwaltung und Vertrieb innerhalb eines Unternehmens im Auge zu behalten und Geschäftsabläufe zu optimieren. Heute setzen bereits mehr als 21.000 Unternehmen in mehr als 120 Ländern weltweit auf Software aus dem Hause SAP.

Mit dem Einzug des Internet ergänzte auch SAP sein Produktangebot entsprechend und bietet neben seinem Internet-Portal mySAP.com mit der komplexen Softwarereihe mySAP Business Suite sowohl Lösungen rund um elektronische Beschaffungssysteme (Supply Chain Management) als auch Kundenmanagement (Customer Relationship Management) an.

Um die einzelnen Märkte, wie IT-Services und elektronische Beschaffungssysteme effektiv bearbeiten zu können, gründete SAP 1997 die Tochterfirma SAP SI. SAP SI wuchs in der Vergangenheit wiederum durch die Übernahme von Prescient Consulting. Später wurde SAP SI wieder in den Konzern rückintegriert. Anfang 2005 übernahm SAP den Softwaredienstleister TomorrowNow. Zudem kaufte SAP mit der kanadischen Triversity und der amerikanischen Khimetrics zwei weitere Softwarespezialisten. Im Frühjahr 2006 übernahm SAP zudem den Softwareanbieter Virsa Systems sowie den Softwarespezialisten Frictionless Commerce. Mitte 2006 wurde der Softwarespezialist Praxis Software übernommen. Im Frühjahr 2007 kaufte SAP den norwegischen Softwarehersteller MaXware sowie die finnische Wicom Communications. Im Bereich Business Intelligence verstärkte sich SAP durch die Übernahme von OutlookSoft und Pilot Software. Nach der Übernahme seines Partners SAP Arabia schluckte SAP im Herbst 2007 den französischen Analysesoftwarehersteller Business Objects.

Im Bereich elektronische Beschaffungssysteme gründete SAP gemeinsam mit Siemens, Bosch, INA, Continental AG und ZF Friedrichshafen das Joint-Venture SupplyOn AG. Während SAP acht Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist, hält der Autozulieferer Bosch mit 30 Prozent den Löwenanteil an diesem Projekt. Mit seiner neuesten Version von NetWeaver will sich SAP weitere Geschäftsmöglichkeiten im Integrationsmarkt und im Markt für Application-Server erschließen Mit dem Projekt „Business By Design“ will sich SAP stärker im Mittelstand und im Markt für Mietsoftware engagieren.

Zahlen

Im vierten Quartal 2007 gab das Konzernergebnis von SAP gegenüber der Vorjahresperiode von 804 Mio. Euro auf 756 Mio. Euro nach. Das Ergebnis je Aktie ging dementsprechend im gleichen Zeitraum von 0,66 Euro auf 0,63 Euro zurück. Die Umsatzmarge verringerte sich von 36,9 Prozent auf 34,3 Prozent, wodurch das Ergebnis trotz der von 2,95 Mrd. Euro auf 3,24 Mrd. Euro gestiegenen Umsatzerlöse sank. Vom Umsatz entfielen 2,47 Mrd. Euro auf Erlöse aus Software und softwarebezogene Services.

Im gesamten Geschäftsjahr 2007 erlöste SAP einen Umsatz in Höhe von 10,25 Mrd. Euro, nach 9,39 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Anteil der Software und softwarebezogener Serviceleistungen legte dabei von 6,6 Mrd. Euro auf 7,4 Mrd. Euro zu. Das Konzernergebnis 2007 gab SAP mit 1,92 Mrd. Euro an. 2006 hatte sich das Konzernergebnis auf 1,87 Mrd. Euro belaufen. Der Gewinn je Aktie verbesserte im selben Zeitraum von 1,53 Euro auf 1,60 Euro.

SAP erzielte im Gesamtjahr 2007 einen operativen Cash-Flow von 1,99 Mrd. Euro, nach 1,86 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Free Cash-Flow stieg von 1,49 Mrd. Euro auf 1,58 Mrd. Euro. Zum 31. Dezember 2007 verfügte SAP über liquide Mittel einschließlich kurzfristiger Wertpapiere in Höhe von 2,8 Mrd. Euro, ein Rückgang um 200 Mio. Euro gegenüber dem 31. Dezember 2006.

Meldung gespeichert unter: SAP

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