SAP setzt auf HANA - eine Milliarde Nutzer bis 2015 im Visier

Dienstag, 4. September 2012 14:23
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(IT-Times) - Das deutsche Softwarehaus SAP will nach den jüngsten Zukäufen weiter nachlegen und durch Übernahmen weiter wachsen. Ende August hatte SAP grünes Licht von den Ariba-Aktionären für die geplante 4,3 Mrd. Dollar teure Übernahme des Cloud- und Spend-Management-Spezialisten Ariba erhalten.

SAP will weiter zukaufen
Damit dürfte die Übernahme wie geplant im vierten Quartal 2012 abgeschlossen werden. Insgesamt hat SAP damit in den vergangenen 12 Monaten fast acht Mrd. US-Dollar für Zukäufe im Cloud-Bereich ausgegeben. SAP-Co-Chef Jim Hagemann kündigte gegenüber der Süddeutschen Zeitung an, dass weitere Übernahmen möglich sind. Zwar gibt es noch keine konkreten Ziele, jedoch will SAP künftig ein Drittel seines Wachstums durch Zukäufe stemmen, um in wachstumsstarken Märkten schneller Fuß zu fassen.

Die Offensive ist auch notwendig, hinkte SAP (NYSE: SAP, WKN: 716460) im Cloud-Bereich bislang hinterher. Insbesondere US-Konkurrenten wie Salesforce.com aber auch junge Startups wie Workday drängen mit aller Macht in Bereiche, die in der Vergangenheit von SAP dominiert wurden. Salesforce.com hatte sich zuletzt ebenfalls mit zahlreichen Zukäufen verstärkt und sieht sich nunmehr als weltgrößter Cloud-Anbieter.

SAP strukturiert Cloud-Bereich erneut um
Bei SAP ist man mit dem Cloud-Geschäft zwar zufrieden, jedoch musste das Unternehmen den Bereich bereits zwei Mal umstrukturieren. Zuletzt wurden im Cloud Comuting Bereich nach der Übernahme von SuccesFactors 350 Stellen gestrichen, wobei die betroffenen Mitarbeiter in die SAP-Sparte HANA wechseln konnten. Insgesamt beschäftigt SAP rund 4.100 Mitarbeiter im Cloud-Bereich.

Bei SAP hatte man die Entwicklung im Cloud-Bereich überschätzt. Unternehmen lassen sich mehr Zeit, um gesamte Geschäftsprozesse ins Internet zu verlagern. Sicherheitsaspekte dürften dabei eine tragende Rolle spielen. Bei SAP glaubt man heute daher an Hybrid-Modelle.

Der Cloud-Bereich und die Echtzeit-Datenbank HANA gelten als große Hoffnungsträger im Konzern. Mit HANA hat SAP erstmals eine Plattform geschaffen, die das Walldorfer Softwarehaus zu alter Stärke verhelfen könnte.

HANA-Geschäft soll Umsatzmarke von 500 Mio. Dollar erreichen
Laut SAP-Co-Chef Bill McDermott will SAP noch in diesem Jahr 6.000 Mitarbeiter neu einstellen, um weiter zu wachsen. Rund 650 neue Stellen sollen in den nächsten 12 Monaten rund um die neue Datenbanktechnologie HANA entstehen, so SAP Personalchef Jörg Staff.

Aufgrund der speziellen Technik ist HANA in der Lage, Daten rund 100 Mal schneller zu analysieren, als dies mit gewöhnlichen Datenbanken möglich ist. Laut McDermott dürfte das HANA-Geschäft in diesem Jahr bereits die Marke von 500 Mio. US-Dollar erreichen. Insgesamt will SAP bis 2015 eine Milliarde Anwender betreuen, so McDermott im Interview mit Venture-Kapitalist Geoff Moore.

Kurzportrait

Das im Jahre 1972 ins Leben gerufene und in Walldorf ansässige Softwarehaus SAP AG stieg insbesondere in den 80er und 90er Jahren zum weltweit führenden Anbieter im Bereich ERP-Software (Enterprise Resource Planning) auf.

Diese Unternehmenssoftware erlaubt es Firmenkunden wichtige Daten im Bezug auf Geschäftsprozesse, wie der Produktion, Buchhaltung, Personalverwaltung und Vertrieb innerhalb eines Unternehmens im Auge zu behalten und Geschäftsabläufe zu optimieren. Heute setzen bereits mehr als 25.000 Unternehmen in mehr als 120 Ländern weltweit auf Software aus dem Hause SAP.

Mit dem Einzug des Internet ergänzte auch SAP sein Produktangebot entsprechend und bietet neben seinem Internet-Portal mySAP.com mit der komplexen Softwarereihe mySAP Business Suite sowohl Lösungen rund um elektronische Beschaffungssysteme (Supply Chain Management) als auch Kundenmanagement (Customer Relationship Management) an.

Um die einzelnen Märkte, wie IT-Services und elektronische Beschaffungssysteme effektiv bearbeiten zu können, gründete SAP 1997 die Tochterfirma SAP SI. Später wurde SAP SI wieder in den Konzern rückintegriert. Anfang 2005 übernahm SAP den US-Softwaredienstleister TomorrowNow, der dann nach Rechtsstreitigkeiten mit Oracle wieder geschlossen wurde. Im Frühjahr 2006 übernahm SAP zudem den Softwareanbieter Virsa Systems sowie den Softwarespezialisten Frictionless Commerce. Mitte 2006 wurde der Softwarespezialist Praxis Software übernommen. Im Frühjahr 2007 kaufte SAP den norwegischen Softwarehersteller MaXware sowie die finnische Wicom Communications. Im Bereich Business Intelligence verstärkte sich SAP durch die Übernahme von OutlookSoft und Pilot Software. Nach der Übernahme seines Partners SAP Arabia schluckte SAP im Herbst 2007 den französischen Analysesoftwarehersteller Business Objects. Im Frühjahr 2010 kaufte SAP den US-Softwarespezialisten Sybase. Zuvor hatte SAP bereits den langjährigen Kooperationspartner TechniData geschluckt. Im Herbst 2010 gründete SAP anschließend die Mobile Business Unit. Anfang 2011 wurden Vermögenswerte von SECUDE übernommen. Ende 2011 übernahm SAP den Cloud-Spezialisten SucessFactors für 3,4 Mrd. Dollar, gleichzeitig wurde die Steeb Anwendungssysteme GmbH abgestoßen.

Im Bereich elektronische Beschaffungssysteme gründete SAP gemeinsam mit Siemens, Bosch, INA, Continental AG und ZF Friedrichshafen das Joint-Venture SupplyOn AG. Während SAP acht Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist, hält der Autozulieferer Bosch mit 30 Prozent den Löwenanteil an diesem Projekt. Mit seiner neuesten Version von NetWeaver will sich SAP weitere Geschäftsmöglichkeiten im Integrationsmarkt und im Markt für Application-Server erschließen. Mit dem Projekt "Business By Design" will sich SAP stärker im Mittelstand und im Markt für Cloud-basierte Angebote engagieren.

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