SAP leitet neues Jahr mit neuer Organisationsstruktur ein

Dienstag, 19. Januar 2010 14:02
SAP Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der Walldorfer Softwarekonzern SAP AG (NYSE: SAP, WKN: 716460) hat sich für das neue Jahr erst einmal eine neue Organisationsstruktur verordnet. Unter der neuen Einheit „Industry and Solution Management“ unter der Leitung von John Schwarz sollen künftig Kundenanforderungen stärker berücksichtigt werden.

Der neu geschaffene Bereich „Product Design and Development“, unter der Leitung von Jim Hageman Snabe, soll Produkte schneller zur Marktreife entwickeln und neue Innovationen hervorbringen. Die organisatorischen Änderungen sollen ab April greifen.

Business ByDesign soll im ersten Halbjahr kommen
Die Maßnahme scheint auch notwendig, denn bei wichtigen Produkten wie zum Beispiel bei der Mittestandssoftware Business ByDesign musste SAP im Rahmen der Entwicklung immer wieder nachbessern, was zur Verschiebung bei der Markteinführung der Software geführt hat. Schenkt man den letzten Medienberichten glauben, soll die SAP-Mittelstandssoftware nunmehr in der ersten Jahreshälfte 2010 auf den Markt kommen. Nähere Details wollte SAP Anfang 2010 bekannt geben.

Die Präsenz im Markt für Cloud-basierte Softwareangebote könnte von entscheidender Bedeutung für Softwareunternehmen in den nächsten Jahren werden, liefern immer mehr Firmen Applikationen über das Internet an Anwender aus. Der Markt für Mietsoftware wurde zuletzt auf ein Marktvolumen von 45 Mrd. Dollar taxiert - Tendenz steigend. Die Marktforscher aus dem Hause Gartner sehen sogar ein Marktvolumen von 150 Mrd. Dollar in den nächsten Jahren für Cloud-basierte Services. Während sich SAP-Konkurrenten wie Salesforce.com und NetSuite bereits frühzeitig in dem Markt engagiert haben, gilt SAP als Spätstarter in diesem Bereich.

Um den Rückstand aufzuholen, könnte sich SAP durch einen Zukauf verstärken. Zuletzt wurde SAP ein grundsätzliches Interesse an der Software AG nachgesagt. Doch ob ein Einstieg bzw. gar eine Übernahme die Walldorfer wirklich weiter bringt, gilt als fraglich. Zwar würde ein Einstieg bei der Software AG eine Verstärkung im Bereich Business Process Management (BPM) und Business Activity Monitoring (BAM) bedeuten, doch eine Antwort auf drängende Fragen im Bezug auf Zukunftsthemen wie Cloud Computing und Software-as-a-Service (SaaS) wäre dies nicht.

Die US-Investmentbanker aus dem Hause Morgan Stanley gehen daher davon aus, dass SAP versuchen wird, sich neu zu erfinden und deutlich mehr investieren wird, um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben…

Kurzportrait

Das im Jahre 1972 ins Leben gerufene und in Walldorf ansässige Softwarehaus SAP AG stieg insbesondere in den 80er und 90er Jahren zum weltweit führenden Anbieter im Bereich ERP-Software (Enterprise Resource Planning) auf.

Diese Unternehmenssoftware erlaubt es Firmenkunden wichtige Daten im Bezug auf Geschäftsprozesse, wie der Produktion, Buchhaltung, Personalverwaltung und Vertrieb innerhalb eines Unternehmens im Auge zu behalten und Geschäftsabläufe zu optimieren. Heute setzen bereits mehr als 21.000 Unternehmen in mehr als 120 Ländern weltweit auf Software aus dem Hause SAP.

Mit dem Einzug des Internet ergänzte auch SAP sein Produktangebot entsprechend und bietet neben seinem Internet-Portal mySAP.com mit der komplexen Softwarereihe mySAP Business Suite sowohl Lösungen rund um elektronische Beschaffungssysteme (Supply Chain Management) als auch Kundenmanagement (Customer Relationship Management) an.

Um die einzelnen Märkte, wie IT-Services und elektronische Beschaffungssysteme effektiv bearbeiten zu können, gründete SAP 1997 die Tochterfirma SAP SI. SAP SI wuchs in der Vergangenheit wiederum durch die Übernahme von Prescient Consulting. Später wurde SAP SI wieder in den Konzern rückintegriert. Anfang 2005 übernahm SAP den Softwaredienstleister TomorrowNow. Zudem kaufte SAP mit der kanadischen Triversity und der amerikanischen Khimetrics zwei weitere Softwarespezialisten. Im Frühjahr 2006 übernahm SAP zudem den Softwareanbieter Virsa Systems sowie den Softwarespezialisten Frictionless Commerce. Mitte 2006 wurde der Softwarespezialist Praxis Software übernommen. Im Frühjahr 2007 kaufte SAP den norwegischen Softwarehersteller MaXware sowie die finnische Wicom Communications. Im Bereich Business Intelligence verstärkte sich SAP durch die Übernahme von OutlookSoft und Pilot Software. Nach der Übernahme seines Partners SAP Arabia schluckte SAP im Herbst 2007 den französischen Analysesoftwarehersteller Business Objects.

Im Bereich elektronische Beschaffungssysteme gründete SAP gemeinsam mit Siemens, Bosch, INA, Continental AG und ZF Friedrichshafen das Joint-Venture SupplyOn AG. Während SAP acht Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist, hält der Autozulieferer Bosch mit 30 Prozent den Löwenanteil an diesem Projekt. Mit seiner neuesten Version von NetWeaver will sich SAP weitere Geschäftsmöglichkeiten im Integrationsmarkt und im Markt für Application-Server erschließen Mit dem Projekt „Business By Design“ will sich SAP stärker im Mittelstand und im Markt für Cloud-basierte Angebote engagieren.

Zahlen

Der Umsatz des vierten Quartals 2009 summierte sich auf 3,18 Mrd. Euro. Dies entspricht, verglichen mit dem Wert aus dem Vorjahreszeitraum von 3,49 Mrd. Euro, einem Rückgang um neun Prozent. Erlöse aus Software- und softwarebezogenen Dienstleistungen (nach US-GAAP) sanken im vierten Quartal 2009 um etwa vier Prozent auf ungefähr 2,56 Mrd. Euro (2008: 2,67 Mrd. Euro). SAP meldete Erlöse aus dem Softwaregeschäft von 1,11 Mrd. Euro nach 1,32 Mrd. Euro in Zeitraum von Oktober bis Dezember 2008. Es wurde eine operative Marge von 32,8 Prozent verbucht, eine Verringerung um vier Prozent verglichen mit dem vierten Quartal 2008.

Für das Gesamtjahr 2009 meldete SAP eine vorläufige Umsatzverringerung um acht Prozent auf nunmehr 10,66 Mrd. Euro. Für die Erlöse aus Softwareservices oder softwarebezogene Dienste bedeutet dies einen Rückgang um drei Prozent auf 8,19 Mrd. Euro. SAP wies einen Softwareerlös von 2,6 Mrd. Euro aus, hier wurde ein Minus von 28 Prozent verbucht. Hinsichtlich der operativen Marge meldete SAP einen Wert von 24,7 Prozent. Damit lag diese Kennzahl auf dem Niveau des Vorjahres (2008: 24,6 Prozent).

Meldung gespeichert unter: SAP

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...