Salesforce.com setzt aggressiven Expansionskurs fort - Social Networking im Mittelpunkt

Donnerstag, 31. März 2011 12:59
Salesforce.com

(IT-Times) - Der Software- und Cloud Computing-Spezialist Salesforce.com (NYSE: CRM, WKN: A0B87V) setzt seinen aggressiven Expansionskurs auch im laufenden Jahr weiter fort. Nach der Übernahme von Heroku (Kaufpreis 212 Mio. Dollar) und dem Web-Konferenzplattformanbieter Dimdim, legt Salesforce.com nunmehr 340 Mio. Dollar auf den Tisch, um den Social-Tracker Radian6 zu übernehmen.

Obwohl die Übernahme den Gewinn des Unternehmens zunächst belasten wird, sind Investoren und Analysten sehr angetan von der Transaktion - Salesforce.com-Aktien legten zuletzt um mehr als fünf Prozent zu. Die Übernahme zeigt auch die wachsende Bedeutung sozialer Medien wie Facebook, Twitter und LinkedIn. Radian6 hilft Firmen dabei zu überwachen, was über das jeweilige Unternehmen und dessen Produkte in Social-Medien wie Facebook, Twitter, YouTube und LinkedIn gesagt und online geschrieben wird.

Salesforce.com rechnet mit explosiven Wachstum bei Social Networks
Bei Salesforce.com glaubt man, dass das explosive Wachstum der sozialen Medien erst der Anfang sein wird. Der Cloud-Spezialist sieht daher die Integration von sozialen Medien in Anwendungen und Plattformen als den nächsten kritischen Schritt, wie Salesforce CEO Marc Benioff in der Pressekonferenz erläutert.

Salesforce.com tut gut daran sein Serviceangebot weiter auszubauen, hat Tibco Software mit seinem Konkurrenzprodukt "Tibbr" bereits kräftig nachgelegt. "Tibbr", eine Art Facebook für Unternehmen, zählt laut Tibco-Angaben nach zwei Monaten bereits mehr als 100.000 Nutzer. Zum Vergleich: Salesforce.com meldete für sein Konkurrenzprodukt "Chatter" im Januar mehr als 60.000 Kunden - Chatter ist seit Mitte 2010 verfügbar.

Um Chatter zu erweitern hatte Salesforce.com zu Jahresbeginn den Web-Konferenz- und Collaboration-Serviceanbieter Dimdim geschluckt. Auch die Dimdim-Akquisition wird sich zunächst nicht positiv auf die Gewinnentwicklung auswirken, dennoch glauben Analysten, dass sich die jüngsten Transaktionen langfristig positiv in der Bilanz bemerkbar machen wird.

Analysten sehen Salesforce.com als Marktführer - Markt für Cloud-basierte Lösungen soll zweistellig wachsen
Macquarie Analyst Brad Zelnick verweist nicht nur auf die führende Marktposition des Unternehmens. Das Unternehmen sei nicht nur aktuell Marktführer nach Marktanteilen, sondern dürfte dies auch in Zukunft bleiben. Mit der zunehmenden Größe rechnet der Analyst mit operativen Gewinnmargen von 50 Prozent und darüber. Zudem verweist der Investmentbanker auf den Markt, in dem Salesforce.com tätig ist. Dieser Markt stecke zwar noch in den Kinderschuhen, sei aber sehr real.

Tatsächlich wurden im Jahr 2010 mit Cloud-basierten Softwareanwendungen bereits 9,2 Mrd. US-Dollar umgesetzt, wissen die Marktforscher aus dem Hause Gartner. Bis 2014 dürfte der Markt um jährlich 15,8 Prozent wachsen und dann ein Volumen von 16,5 Mrd. Dollar erreichen.

Der Markt für Cloud-basierte Servicelösungen wird noch größer eingeschätzt. Hier dürften die Umsätze um jährlich 16,6 Prozent wachsen und im Jahr 2014 ein Volumen von 148,8 Mrd. Dollar erreichen - dies erklärt, warum Salesforce.com bereits heute mit über 17 Mrd. Dollar bewertet wird, obwohl das Unternehmen noch keine hohen Gewinne erwirtschaftet.

Kurzportrait

Salesforce.com, gegründet im Februar 1999 und ansässig in San Francisco, sieht sich selbst als führender Anbieter von Kunden-Management-Lösungen (Customer Relationship Management). Das Unternehmen bietet so gehostete CRM-Lösungen an, welche als vergleichsweise kostengünstiger gelten, als traditionelle Kunden-Management-Lösungen. Der Service der Gesellschaft kann sowohl von einem herkömmlichen PC, als auch von Handys oder Handheld-Computern aufgerufen werden

Die von Salesforce.com angebotene Software soll es Firmenkunden ermöglichen, Kundendaten effektiv zu sammeln und für Marketingzwecke bzw. zur Vertriebsoptimierung zu nutzen. Salesforce.com erzielt seine Umsätze im Wesentlichen aus zwei Einnahmequellen: Abo-Dienste und weiterreichenden Support. Nutzer der Web-basierten Software zahlen an die Gesellschaft Abo-Gebühren, um Zugang zu den On-Demand-Services von Salesforce.com in Anspruch zu nehmen.

Insgesamt bietet Salesforce.com drei verschiedene Produktpakete an, welche auf verschiedene Anforderungen der Unternehmen zugeschnitten sind. So ist die Enterprise-Edition vornehmlich auf große Gesellschaften zugeschnitten und verfügt damit über weit reichende Features, während die Professional-Edition vor allem auf mittlere und kleine Firmenkunden zugeschnitten ist. Die Team-Edition zielt hingegen vornehmlich auf kleine Unternehmen ab. Zu den Kunden von Salesforce.com zählen neben Cisco und Dell auch der Medienkonzern Time Warner, DuPont sowie Nokia, Merrill Lynch und Wachovia. Insgesamt betreut das Unternehmen derzeit mehr als 87.000 Firmenkunden.

Im Dezember 2000 gründete das Unternehmen gemeinsam mit dem japanischen Unternehmen SunBridge das Joint Venture Kabushiki Kaisha Salesforce.com, wobei Salesforce.com Ende 2010 die Einheit für 170 Mio. Dollar vollständig übernahm. Mitte 2007 ging das Unternehmen eine umfangreiche Kooperation mit dem US-Suchmaschinenspezialisten Google ein. Gemeinsam mit dem Virtualisierungsspezialisten VMware betreibt Salesforce.com die Plattform VMforce. Im Frühjahr 2010 verstärkte sich Salesforce.com durch die Übernahme des Cloud-Spezialisten Jigsaw. Im Herbst 2010 wurde zudem der Messaging-Spezialist Activa Live übernommen. Auch in 2011 setzte Salesforce.com seinen aggressiven Expansionskurs weiter fort. Nach der Übernahme von Heroku und Dimdim, kaufte Saleforce.com Ende März den Social-Media-Spezialisten Radian6.

Firmengründer und CEO Marc Benioff hielt in der Vergangenheit etwa 30 Prozent der Anteile an Salesforce.com.

Zahlen

Für das vergangene Januarquartal meldet Salesforce.com (NYSE: CRM, WKN: A0B87V) einen Umsatzanstieg um 29 Prozent auf 456,9 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 354 Mio. Dollar im Jahr vorher. Dabei konnte Salesforce.com einen Nettogewinn von 10,9 Mio. Dollar oder acht US-Cent je Aktie erwirtschaften, nach einem Profit von 20,4 Mio. Dollar oder 16 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen wie Aktienkompensationskosten (42 Mio. Dollar) konnte Salesforce.com einen Nettogewinn von 31 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 452 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 27 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Salesforce.com

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