Salesforce.com bleibt auf der Überholspur - Großkonzerne als Kunden im Visier

CRM-Software

Montag, 2. September 2013 13:26
Salesforce.com

(IT-Times) - Obwohl Salesforce-Aktien in den vergangenen fünf Jahren bereits um 250 Prozent gestiegen sind, sehen Marktbeobachter und Analysten weiterhin großes Aufwärtspotential für den SAP-Konkurrenten.

Der Grund: Der Cloud-Softwarespezialist konnte nicht zuletzt durch die 2,5 Mrd. US-Dollar teure Übernahme von ExactTarget sein Umsatzwachstum wieder beschleunigen. Insgesamt sieht Salesforce CEO Marc Benioff sein Unternehmen auf einem guten Weg im laufenden Fiskaljahr 2014 die Umsatzmarke von 4,0 Mrd. US-Dollar zu überschreiten, im nächsten Fiskaljahr 2015 dürfte dann bereits die Umsatzmarke von 5,0 Mrd. Dollar fallen, wenn es nach den Prognosen der Analysten geht.

200 Stellen sollen wegfallen
Trotz des Wachstums wird es zunächst aber auch bei Salesforce.com (NYSE: CRM, WKN: A0B87V) Entlassungen geben. Im Zuge der Übernahme von ExactTarget sollen 200 Stellen, vornehmlich im Büro in Brunswick wegfallen. Salesforce.com kombiniert in seiner Marketing Cloud eigene Produkte mit den Zukäufen, wodurch Synergien entstehen. Dadurch soll die Zahl der Beschäftigen weltweit um 200 sinken, bestätigt Salesforce.com gegenüber Techvibes.

Durch die Übernahme von ExactTarget gewinnt Salesforce.com Zugang zu neuen Kunden wie Nike und Gap, die bislang von ExactTarget betreut werden. Zudem dürfte die Akquisition für einen zusätzlichen Umsatz von 140 bis 145 Mio. US-Dollar in diesem Jahr sorgen.

Salesforce.com gewinnt erste Großkunden
Benioff nimmt zunehmend nicht nur kleine und mittelständische Firmen, sondern insbesondere auch wichtige Großkonzerne ins Visier, was vor allem der Rivale SAP bald zu spüren bekommen könnte.

Bislang sahen viele Firmen Salesforce-Lösungen als komplementäre Lösungen zur installierten ERP-Software von SAP. Nunmehr setzen offenbar viele größere Firmen wie Sysco (ein SAP-Kunde), aber auch der Luxushersteller Louis Vuitton auf Salesforce.com als CRM-Plattform.

Salesforce.com schließt Deal mit Oracle - Oracle-Manager soll Verkauf leiten
Salesforce.com hat in diesem Jahr nach Angaben der Marktforscher aus dem Hause Gartner den Walldorfer Softwarekonzern SAP AG bereits als größter Verkäufer von CRM-Software an der Spitze abgelöst.

Der Abstand zwischen Salesforce.com und SAP könnte in den nächsten Jahren noch größer werden, hat der Cloud-Spezialist jüngst einen Deal mit Oracle geschlossen. Salesforce.com wird Oracle-Software und Exadata-Systeme im Unternehmen einsetzen, während Oracle künftig die CRM-Software von Salesforce.com nutzen wird.

Zudem hat Salesforce.com mit Keith Block den ehemaligen Oracle-Vertriebschef abgeworben. Block soll künftig den Verkauf bei Salesforce.com leiten, wodurch bald weitere große Firmenkunden an Bord kommen könnten, glauben die Analysten bei der Deutschen Bank.

Kurzportrait

Salesforce.com, gegründet im Februar 1999 und ansässig in San Francisco, sieht sich selbst als führender Anbieter von Kunden-Management-Lösungen (Customer Relationship Management). Das Unternehmen bietet so gehostete CRM-Lösungen an, welche als vergleichsweise kostengünstiger gelten, als traditionelle Kunden-Management-Lösungen. Der Service der Gesellschaft kann sowohl von einem herkömmlichen PC, als auch von Handys oder Handheld-Computern aufgerufen werden

Die von Salesforce.com angebotene Software soll es Firmenkunden ermöglichen, Kundendaten effektiv zu sammeln und für Marketingzwecke bzw. zur Vertriebsoptimierung zu nutzen. Salesforce.com erzielt seine Umsätze im Wesentlichen aus zwei Einnahmequellen: Abo-Dienste und weiterreichenden Support. Nutzer der Web-basierten Software zahlen an die Gesellschaft Abo-Gebühren, um Zugang zu den On-Demand-Services von Salesforce.com in Anspruch zu nehmen.

Insgesamt bietet Salesforce.com drei verschiedene Produktpakete an, welche auf verschiedene Anforderungen der Unternehmen zugeschnitten sind. So ist die Enterprise-Edition vornehmlich auf große Gesellschaften zugeschnitten und verfügt damit über weit reichende Features, während die Professional-Edition vor allem auf mittlere und kleine Firmenkunden zugeschnitten ist. Die Team-Edition zielt hingegen vornehmlich auf kleine Unternehmen ab. Zu den Kunden von Salesforce.com zählen neben Cisco und Dell auch der Medienkonzern Time Warner, DuPont sowie Nokia, Merrill Lynch und Wachovia. Insgesamt betreut das Unternehmen mehr als 100.000 Firmenkunden.

Im Dezember 2000 gründete das Unternehmen gemeinsam mit dem japanischen Unternehmen SunBridge das Joint Venture Kabushiki Kaisha Salesforce.com, wobei Salesforce.com Ende 2010 die Einheit vollständig übernahm. Mitte 2007 ging das Unternehmen eine umfangreiche Kooperation mit dem US-Suchmaschinenspezialisten Google ein. Gemeinsam mit dem Virtualisierungsspezialisten VMware betreibt Salesforce.com die Plattform VMforce. Im Frühjahr 2010 verstärkte sich Salesforce.com durch die Übernahme des Cloud-Spezialisten Jigsaw. Im Herbst 2010 wurde zudem der Messaging-Spezialist Activa Live übernommen. Auch in 2011 setzte Salesforce.com seinen aggressiven Expansionskurs weiter fort. Nach der Übernahme von Heroku und Dimdim, kaufte Saleforce.com Ende März den Social-Media-Spezialisten Radian6. Mit Rypple und Assistly kaufte Salesforce.com weitere Firmen auf. Anfang 2012 rief Salesforce.com mit Desk.com einen neuen Support-Dienst ins Leben, zudem wurden mit Buddy Media und GoInstant weitere Zukäufe abgeschlossen. In 2013 setzte Salesforce.com seine Einkaufstour weiter fort und schluckte mit Clipboard und ExactTarget weitere Firmen.

Firmengründer und CEO Marc Benioff hielt in der Vergangenheit etwa 30 Prozent der Anteile an Salesforce.com.

Zahlen

Für das vergangene zweite Fiskalquartal 2014 meldet Salesforce.com einen Umsatzsprung auf 957,1 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei profitierte das Unternehmen unter anderem durch die Übernahme von ExactTarget. Die Subscription-Erlöse konnte Salesforce.com um 31 Prozent auf 903 Mio. US-Dollar steigern, während das Professional Servicegeschäft um 23 Prozent auf 54 Mio. US-Dollar anzog.

Meldung gespeichert unter: Salesforce.com

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