Research In Motion - eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

Smartphones

Montag, 1. Oktober 2012 13:55
RIM_new.gif

(IT-Times) - Erstes Lebenszeichen vom kanadischen Smartphone-Hersteller Research In Motion (Nasdaq: RIMM, WKN: 909607). Die Kanadier haben im jüngsten Quartal zwei Millionen BlackBerry-Abonnenten hinzugewinnen können und betreuen nunmehr einen weltweiten Kundenstamm von 80 Millionen Abonnenten. Daneben konnte RIM die Barreserven um 100 Mio. Dollar auf 2,3 Mrd. US-Dollar steigern.

Schwellenländer setzen weiter auf den BlackBerry
Anleger reagieren auf die überraschend starken Zahlen mit kräftigen Käufen. RIM-Papiere lagen zeitweise über zehn Prozent im Plus. Während Research In Motion (RIM) vor allem im nordamerikanischen Smartphone-Markt weiter drastisch Marktanteile verliert, präsentiert sich in Schwellenländern wie in Indien, Indonesien, Südafrika und Venezuela ein anderes Bild.

In Indien gewann RIM zuletzt noch weiter Marktanteile, in Indonesien ist BlackBerry noch die Nummer zwei im Markt. Südafrika gilt als eine der loyalsten Märkte für die Kanadier. Südafrikaner tragen oft zwei BlackBerrys, ein Gerät für die geschäftliche Nutzung, ein Gerät für den privaten Gebrauch. Der Markt in Südafrika hat daher für den BlackBerry-Produzenten oberste Priorität, so RIM CEO Thorsten Heins. Daher sollen Südafrika und auch Nigeria zu den ersten Ländern gehören, in denen die neuen BlackBerry 10 Geräte Anfang 2013 verfügbar sein werden, heißt es bei RIM.

BlackBerry 10 soll die Wende bringen
Das neue BlackBerry 10 (BB10) Betriebssystem hat in der Entwicklergemeinde bereits viel Anerkennung geerntet. Durch das neue Mobile-System können mehrere Programme gleichzeitig betrieben werden, zudem kann der Anwender jederzeit zwischen den einzelnen Programmen wechseln.

40 Mobile-Carrier in 16 Ländern haben bereits ihre Unterstützung für die neue BlackBerry-Plattform zugesagt. BB10 wird von vielen Marktbeobachtern und Analysten als letzte Chance gesehen, dass Unternehmen vor dem Aus zu bewahren.

Trotz der positiven Ansätze in den Schwellenmärkten, war der BlackBerry-Absatz zuletzt um weitere 30 Prozent auf 7,4 Millionen Geräte eingebrochen. Auch im laufenden Novemberquartal ist ein operativer Verlust zu erwarten, so Sterne Agee Analyst Shaw Wu. Andere Experten wie Jefferies Analyst Peter Misek verweisen auf Sondereffekte. Das überraschend starke Quartal sei hauptsächlich auf Promotion- und Upgrade-Programme zurückzuführen, glaubt Misek.

Ob dem Unternehmen wirklich der Turnaround gelingt, wird sich vermutlich erst Anfang 2013 herausstellen. Dann müssen die Kanadier zeigen, dass BB10 wirklich gegen iOS und Android bestehen kann.

Kurzportrait

Die im Jahre 1984 in Waterloo/Kanada gegründete Research In Motion (RIM) gilt heute als einer der führenden Anbieter von Smartphones. Das im kanadischen Ontario ansässige Unternehmen konnte sich durch seinen Email-Pushservice BlackBerry einen Namen nicht nur in Nordamerika machen. Mit dem BlackBerry können Nutzer an einen beliebigen Ort Emails empfangen, bearbeiten und versenden. RIMs kleines Kommunikationswunder wird derzeit bereits von mehr als 78 Millionen Kunden in über 150 Ländern weltweit eingesetzt. Durch neue Produkte (BlackBerry Storm, BlackBerry Bold, BlackBerry Pearl Flip) will das Unternehmen auch von neuen und schnellen Mobilfunknetzstandards profitieren und seine Marktposition entsprechend sichern. So brachte das Unternehmen mit dem BlackBerryStorm im Jahr 2008 sein erstes Touchscreen-Smartphone auf den Markt.

Nach der Expansion in europäische und asiatisch-pazifische Märkte, will das Unternehmen vor allem in China und Indien weiter wachsen. Durch ein Abkommen mit der ägyptischen Orascom Holdings ist RIM auch in den Märkten des Mittleren Ostens präsent. Durch Kooperationen mit zahlreichen ausländischen Carrier-Partnern geht die Internationalisierung weiter. Im Mittelpunkt der Expansionsbemühungen standen zuletzt nicht nur Europa, sondern auch Asien und der Mittlere Osten. Im Frühjahr 2006 verstärkten sich die Kanadier durch die Übernahme des kalifornischen Softwarespezialisten Ascendent Systems. Anfang 2009 schloss RIM die Übernahme des kanadischen Spezialisten Chalk Media ab. Im März 2009 übernahm RIM den kanadischen Sicherheitsspezialisten Certicom. Mitte 2010 schluckte RIM von Harman International die Betriebssystem-Einheit QNX Software Systems, später folgte die Übernahe des Documents To Go Entwicklers DataViz. Zudem wurde Ende 2010 die schwedische The Astonishing Tribe (TAT) übernommen. Mitte 2011 wurde Scoreloop aufgekauft. Anfang 2012 wurde der Spezialist Paratek Microwave übernommen.

Neben dem Handheld-Computer BlackBerry bietet das Unternehmen aber auch PC-Steckkarten für Laptops und PDAs an. Entsprechende Softwarelösungen rund um die angebotene Hardware ergänzen das Produktportfolio der Kanadier. RIM vertreibt seine Produkte sowohl direkt an Herstellerfirmen, als auch über ein Händlernetz und Carrier wie Hutchison Telecommunications, Cingular und Motient. Zu den namhaften Vertriebspartnern zählen neben AT&T Wireless, auch T-Mobile, Vodafone und Sprint Nextel. Zu den Kunden der Kanadier zählen darüber hinaus Technologiefirmen wie AT&T, Dell, Intel, Panasonic und IBM. Zuletzt gab RIM den Abbau von 5.000 Stellen bzw. 30 Prozent seiner Belegschaft bekannt.

Zahlen

Für das vergangene zweite Fiskalquartal 2013 meldet Research In Motion einen Umsatzeinbruch auf 2,9 Mrd. US-Dollar, ein Rückgang von 31 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Gegenüber dem Vorquartal zogen die Erlöse leicht um zwei Prozent an. Dabei musste RIM einen Verlust von 235 Mio. Dollar oder 45 US-Cent je Aktie ausweisen, nach einem Minus von 329 Mio. Dollar oder 63 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Minus von 47 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: BlackBerry

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...