Red Hat will mit neuer Virtualisierungsstrategie weiter wachsen

Montag, 30. März 2009 13:31
Red Hat

(IT-Times) Jim Whitehurst, Chef des amerikanischen Linux-Distributor Red Hat (NYSE: RHT, WKN: 923989), sieht sich weiter auf den richtigen Weg. Auch für das jüngste Quartal hat der weltweit führende Linux-Distributor solide Zahlen vorlegen können und dabei mehr als 100 Verträge im Volumen von mehr als 250.000 US-Dollar abschließen können.

Whitehurst führt den Erfolg in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten unter anderem darauf zurück, dass Red Hat mit seinem Linux-Angebot Firmenkunden echte Kosteneinsparungen ermöglichen könne. Daher habe man auch weiter Marktanteile gewonnen, so der Manager im Rahmen der Präsentation seiner Quartalszahlen.

Insgesamt glaubt der Red Hat-Lenker, dass wohl das Schlimmste überstanden sei. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters äußerte sich Whitehurst dahingehend, dass sich die Situation gegenüber den vergangenen Monaten stabilisiert habe. In den vergangenen Monaten setzte Red Hat vor allem auf den Ausbau seines Angebots an Virtualisierungslösungen.

Red Hat schlägt mit Qumranet-Zukauf neue Strategie ein
Im Herbst vergangenen Jahres schluckte Red Hat für 107 Mio. Dollar Qumranet, ein Unternehmen, welches hinter der Kernel Virtual Machine (KVM) steht. Mit der Übernahme schlägt Red Hat eine neue Strategie ein und scheint sich damit von der Virtualisierungsplattform Xen abzuwenden. Mit ein Grund hierfür dürfte unter anderem die Übernahme von XenSource durch Citrix Systems sein.

Mit der übernommenen KVM-Technik verschafft sich Red Hat nicht nur mehr Unabhängigkeit, sondern kann auch gleichzeitig den OEM-Markt stärker angehen. Daneben hat der Zukauf noch einen weiteren Vorteil. Durch die Übernahme von Qumranet erhofft sich Red Hat nicht nur einen Umsatzbeitrag von 20 Mio. Dollar im laufenden Geschäftsjahr, sondern gelangt auch in den Besitz von Solid ICE, einer Desktop-Virtualisierungstechnik für Thin-Clients. Solide ICE gilt als derzeit einzigigstes vollintegriertes Desktop-Virtualisierungsprodukt auf dem Markt.

Insgesamt dürfte Red Hat mit dem Zukauf im vergangenen Herbst die Latte für andere Linux-Distributoren noch ein wenig höher gelegt haben, womit sich das Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil im Kampf um den 50 Mrd. Dollar schweren Markt für Data-Center-Infrastrukturlösungen sichert...

Kurzportrait

Die im Jahre 1994 von Bob Young und Marc Ewing gegründete Red Hat stieg innerhalb kurzer Zeit zum weltweit führenden Linux-Distributor auf. Verzeichnete die Linux-Gemeinde Anfang der 90er Jahre noch 1,5 Mio. Nutzer, kletterte die Zahl der Linux-Anhänger zur Jahrtausendwende auf weit mehr als 15 Mio. Linux-Anwender weltweit. Das Unternehmen vermarktet eine kommerzielle Version des frei verfügbaren Betriebssystems Linux, wobei das Unternehmen insbesondere über den zur Verfügung gestellten Support und Service Einnahmen erwirtschaftet. Das Geschäftsmodell basiert auf den Open-Source-Gedanken, wobei die freie Verfügbarkeit des Systems für Entwickler und Programmierer zur Verbesserung der Software beitragen soll. Schnelle und maßstabsetzende Innovationen sollen die Folge dieser Strategie sein.

Die Internet-Plattform rund um das Red Hat Network spielt im Zusammenhang mit dem Vertrieb eine tragende Rolle. Etwa ein Drittel der Bestellungen werden nach Red Hat-Angaben inzwischen über den Web-Store abgewickelt. So liefert das Unternehmen über das weltweite Datennetz nicht nur Updates und Patches zu seinen Produkten aus, sondern bietet auch technischen Support und andere Hilfsmittel über die Internet-Plattform an. Neben der neuesten Version von Red Hat Linux offeriert das Unternehmen auch zahlreiche Angebote für Firmenkunden. Neben Datenbank- und Management-Software stehen vor allem Serversoftware und Embedded Anwendungen für Mobilfunktelefone und Fax-Dienste im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie. Subscription-Einnahmen aus dem Vertrieb des kommerziellen Betriebssystems trugen zuletzt mehr als die Hälfte der gesamten Umsatzerlöse der Gesellschaft.

In den vergangenen Jahren ist das Unternehmen vor allem auch durch zahlreiche Übernahmen gewachsen. Nach der Übernahme des Open-Source Pionier Cygnus im Jahre 2000, folgten im selben Jahr die Übernahme von Hells Kitchen Systems, Bluecurve, WireSpeed Communications, sowie der Zukauf von C2Net. Um sein E-Commerce Softwareangebot zu ergänzen kaufte Red Hat Anfang 2001 den Anbieter Akopia auf. Später kaufte Red Hat den Speicherspezialisten Sistina Software. Im Juni 2006 übernahm Red Hat den Open-Source-Softwarehersteller JBoss. Mitte 2007 übernahm Red Hat Vermögenswerte des Integrationsspezialisten MetaMatrix. Im Frühjahr 2008 wurde der Middleware-Spezialist und IT-Berater Amentra übernommen. Im Herbst verstärkte sich Red Hat durch die Übernahme des Virtualisierungsspezialisten Qumranet.

Heute ist Red Hat mit Hauptsitz in Raleigh mit mehr als 55 Niederlassungen weltweit vertreten und arbeitet mit zahlreichen Technologiefirmen, darunter mit Dell Computer, Intel und vor allem mit IBM zusammen.

Zahlen

So meldet Red Hat für das vergangene vierte Fiskalquartal 2009 einen Umsatzanstieg um 17 Prozent auf 166,2 Mio. US-Dollar. Die Subscription-Erlöse legten dabei um 14 Prozent auf 139,4 Mio. Dollar zu. Der Gewinn schrumpfte dabei zunächst auf 16 Mio. Dollar oder 17 US-Cent je Aktie, nachdem der Linux-Spezialist im Jahr vorher noch ein Plus von 22 Mio. Dollar oder zehn US-Cent je Aktie ausweisen konnte. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Red Hat einen Nettogewinn von 22 US-Cent je Anteil realisieren und damit die Markterwartungen um zwei Cent übertreffen.

Die operative Gewinnmarge verbesserte sich um 70 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr auf 23,9 Prozent. Insgesamt konnte Red Hat im jüngsten Quartal einen positiven Cashflow von 59,7 Mio. Dollar erwirtschaften.

Meldung gespeichert unter: Red Hat

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