ProSiebenSat.1 profitiert von der Erholung des Werbemarktes

Mittwoch, 28. Juli 2010 13:22
ProSiebenSat.1 Media

(IT-Times) - Deutschlands führender Privatsender, die ProSiebenSat.1 Media AG (WKN: 777117), konnte im vergangenen zweiten Quartal mit sehr guten Quartalszahlen glänzen, was ProSiebenSat.1-Aktien wieder Richtung Jahreshoch katapultierte.

Im Kerngeschäft deutsches Free-TV (Sat.1, Kabel 1 und ProSieben) kletterten die Erlöse im jüngsten Quartal um mehr als acht Prozent auf knapp 460 Mio. Euro, im internationalen Free-TV-Geschäft zogen die Erlöse um rund elf Prozent auf knapp 205 Mio. Euro an. Der Bereich Diversifikation, der in den nächsten Jahren deutlich wachsen soll, kletterte um 14 Prozent auf rund 96 Mio. Euro.

ProSieben strebt Markanteil von 12 Prozent an
Vor allem im deutschen Markt hat die Sendergruppe noch viel vor. Besonders ehrgeizig zeigt sich ProSieben-Geschäftsführer Thilo Proff, der bis 2011 den Marktanteil von ProSieben in der werberelevanten Zielgruppe auf 12 Prozent steigern will - zuletzt erreichte ProSieben diesen Wert in 2001.

Gelingen soll die Aufholjagd nicht nur mit Kino-Blockbustern wie „Twilight“ oder „The Dark Knight“, sondern auch mit neuen TV-Serien wie der neuen Puppen-Comedy mit Oliver Welke (Bis die Puppen tanzen). Flankiert wird das TV-Angebot von Fortsetzungen bekannter Zuschauermagneten wie der fünften Stromberg-Staffel und einer weiteren Folge von „Germany`s Next Topmodel“ mit Heidi Klum sowie weitere Events mit dem findigen und allzeit präsenten TV-Moderator Stefan Raab (Schlag den Raab). Ebenfalls soll die Fox-Serie „Human Target“ neu im Herbst in das ProSieben-Programm kommen.

TV-Sender setzt weiter auf Erfolgsserien aus den USA
Auch bei Sat.1 will man sich durch Misserfolge wie mit der Soap „Eine wie keine“ nicht entmutigen lassen, die im September ausläuft. Vielmehr plant die Sender-Tochter mit „Hand aufs Herz“ einen neuen Quotenanlauf.

Insgesamt sollen die großen Erfolgsserien aus Amerika (Desperate Housewives, Grey`s Anatomy, Fringe) bei ProSiebenSat.1 weiter den Takt angeben, deutet ProSieben-Chef Proff im Interview mit der FAZ an, der in erfolgreichen US-Serien auch großes Hit-Potential in Deutschland sieht…

Kurzportrait

Die in Unterföhring bei München ansässige ProSiebenSat.1 Media AG gilt als einer der führenden Medienkonzerne in Europa. Das Unternehmen ist zudem der größte Free-TV-Sender in Deutschland. Mehrheitlich gehört die in Unterföhring ansässige Sendergruppe den beiden Finanzinvestoren KKR (Kohlberg Kravis Roberts & Co.) und Permira.

Hierfür betreibt das Unternehmen die Sender-Marken Sat.1, ProSieben, Kabel 1 und 9Live in Deutschland. Die Sender finanzieren sich mehrheitlich über Werbeschaltung zwischen Serien und Spielfilmen. Das Werbefinanzierte Free-TV-Geschäft bildet daher auch das Kerngeschäft des Unternehmens. Insgesamt operiert ProSiebenSat.1 aus dem Geschäftsbereich Free-TV und Diversifikation heraus, der wiederum in drei Geschäftsbereiche Free-TV in Deutschland, Free-TV International und Diversifikation gegliedert ist.

Jedoch ist die Mediengruppe nicht nur in Deutschland aktiv. Auch in den Niederlanden betreibt ProSiebenSat.1 mit Veronica, Net 5 und SBS 6 eigene TV-Sender. In Belgien ist der Medienkonzern über die Sender Belgien VT 4 und Vijf TV vertreten, während das Unternehmen in Schweden die Sender Kanal 5 und Kanal 9 betreibt. In Norwegen ist ProSiebenSat.1 mit den Sendern TV Norge und FEM am Start, während man in Dänemark die Sender Kanal 4, Kanal 5 und SBS Net betreibt. Auch in Osteuropa ist man mit den TV2 (Ungarn) und mit Prima TV und Kiss TV (Rumänien) aktiv.

Der Sender sonnenklar.TV wurde hingegen im September 2005 an BigXtra verkauft. Mitte 2007 hatte sich ProSiebenSat.1 in Europa durch die Übernahme der SBS Broadcasting Group für 3,3 Mrd. Euro noch mal verstärkt. Ende 2008 hatte sich ProSiebenSat.1 von seinem Pay-TV-Sender C More getrennt. Mitte 2009 bündelte ProSiebenSat.1 seine TV- und Online-Vermarktungsaktivitäten in der SevenOne Media GmbH. Mitte 2010 trennte sich ProbSiebenSat.1 von seinem Nachrichtensender N24.

In den vergangenen Jahren expandierte ProSiebenSat.1 zunehmend ins World Wide Web. So betreibt das Unternehmen mit den Video-Portalen Maxdome und MyVideo populäre Internet-Angebote im deutschsprachigen Raum. Bereits im Jahr 2006 kaufte die Sendergruppe die Solute GmbH, welche die Preissuchmaschine Billiger.de betreibt. Zudem übernahm ProSiebenSat.1 das Frauen-Portal Fem.com. Neben Fem.com betreibt ProSiebenSat.1 noch die Webseiten Wer-Weis-Was.de, Wetter.com und Oktoberfest.de. Im Frühjahr 2008 übernahm der Sender zudem die Mehrheit an dem Online-Netzwerk Lokalisten.de. Im Herbst 2008 folgte schließlich die Übernahme der Social-Newsseite Webnews.de. Gleichzeitig wurde die IT-Sparte an IBM verkauft. Ende 2009 startete ProSiebenSat.1 den Frauen-Sender „Fem TV“. Zudem soll im Mai 2010 der Frauen-Sender Sixx starten.

Zahlen

In den Monaten April bis Juni 2010 konnte die ProSiebenSat.1 Group den Konzernumsatz um 9,6 Prozent auf 760,6 Mio. Euro steigern. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte das Medienunternehmen Umsätze in Höhe von 693,9 Mio. Euro erlöst. Die externen Erlöse des Segments Free-TV im deutschsprachigen Raum stiegen im gleichen Zeitraum von 424,6 Mio. Euro auf 459,7 Mio. Euro, was einem Zuwachs um 8,3 Prozent entspricht. Die Sparte Free-TV International wuchs um 10,7 Prozent auf 204,8 Mio. Euro (Vorjahr 185 Mio. Euro). Im Diversifikationssegment verbuchte die ProSiebenSat.1 Media AG mit 96,1 Mio. Euro ein Wachstum von 14 Prozent gegenüber den Umsatzerlösen 84,3 Mio. Euro im zweiten Quartal 2009.

Die operativen Kosten, also die Gesamtkosten abzüglich Einmalaufwendungen sowie Abschreibungen, beliefen sich dabei auf 498,1 Mio. Euro (Vorjahr: 495,7 Mio. Euro). Dabei verbesserte sich das (recurring) EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 201,2 Mio. Euro auf 263,8 Mio. Euro, ein Anstieg um 31,1 Prozent. Der Periodenüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter lag bei 74,5 Mio. Euro und damit um 63,7 Prozent über dem Vorjahreswert von 45,5 Mio. Euro. Die Netto-Finanzverschuldung der ProSiebenSat.1 Media AG lag zum 30. Juni 2010 mit 3,275 Mrd. Euro um 152,2 Mio. Euro unter dem Schuldenstand von 3,427 Mrd. Euro zum Stichtag des Vorjahres.

Meldung gespeichert unter: Free-TV

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