Premiere hofft mit Sky auf einen Neuanfang

Montag, 6. Juli 2009 13:16
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(IT-Times) - In der kommenden Woche will der angeschlagene Pay-TV-Anbieter Premiere (WKN: PREM11) die Weichen für seine Zukunft neu stellen. Im Rahmen der Hauptversammlung am 9. Juli 2009 soll die Umbenennung in Sky Deutschland AG vollzogen werden.

Mit dem Namenswechsel hofft das Unternehmen auf einen Ausweg aus der Krise und aus der Verlustzone, nachdem der Pay-TV-Anbieter bereinigt zuletzt nur noch knapp 2,4 Mio. Abonnenten betreute. Punkten will Sky künftig mit dem Ausbau seines HD-Programms, wobei der Schwerpunkt auf Filme und Sport liegen soll.

Höhere Preise und neues Image sollen Premiere retten
Das neue Konzept sieht ein Basis-Paket (Sky Welt) vor, dass Kunden mit zusätzlichen Programmpaketen ergänzen können. Die Hauptattraktion Fußball-Bundesliga kostet allerdings künftig 32,90 Euro im Monat, nachdem Fußball-Fans bislang für knapp 20 Euro ihre Stars in Live-Spielen bewundern konnten. Wirklich Neues bietet das neue Konzept von Premiere bzw. Sky allerdings nicht, abgesehen davon, dass Kunden künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Ob diese Strategie im Hinblick auf die aktuelle Wirtschaftskrise aufgehen wird, gilt als zweifelhaft. Marktkreise sprechen bereits von einem Himmelsfahrtskommando, sollte der jüngste Vorstoß nicht funktionieren.

Zwar hat sich Premiere bis 2013 die Rechte zur Live-Übertragung der Bundesliga gesichert, doch ob der Sender die hohen Kosten für die Live-Übertragungsrechte auch wieder einspielen kann, bleibt äußerst fraglich. Zum einen könnte die Bundesliga durch den Abgang ihrer Stars (Diego, Ribery, Dzeko) deutlich an Attraktivität verlieren, zum anderen lassen sich Live-Spiele immer öfter auch kostenlos im Internet verfolgen.

P2P-Dienste werden beliebter
Kämpfte Premiere in der Vergangenheit hauptsächlich gegen Softwarepiraten, welche die Verschlüsselung umgangen hatten, sieht sich der Bezahlsender einer neuen Generation von P2P-Diensten (SopCast etc.) gegenüber, die Spiele via Live-Stream legal ins Netz übertragen. Zwar sind die Kommentare der Sport-Reporter häufig in englisch oder chinesisch zu hören, doch angesichts der kostenlosen Bilder ist dies nur ein kleiner Wermutstropfen. Daneben locken auch andere Anbieter, wie die Telekom mit ihrem T-Home Angebot Liga total mit bezahlbarem Bundesliga-Fußball.

Fazit: Auch mit dem neuen Namen sieht sich der Pay-TV-Sender mit alten Problemen konfrontiert, die es zu lösen gilt…

Kurzportrait

Die in Unterföhring bei München ansässige Premiere AG ist Deutschlands führender Pay-TV-Sender. Anfang Juli 2009 folgte die Umbenennung in Sky. Das Unternehmen ging ursprünglich im Jahr 1990 aus dem ersten deutschen Bezahlsender Teleclub hervor und baute seither sein TV-Angebot sukzessive aus.

Heute präsentiert sich Sky als ein führender europäischer TV-Konzern, der seine Programme nicht nur Deutschland, sondern auch in Österreich und teilweise auch in der Schweiz ausstrahlt. Zum Unternehmen gehören die 100%igen Tochterfirmen Premiere Fernsehen GmbH & Co KG, die wiederum 100% der Anteile an der Premium Media Solutions hält, sowie die Premiere Star GmbH. Gleichzeitig ist das Unternehmen an der Servicegesellschaft Premiere Service Center Schwerin GmbH, der Premus Logistik und Service GmbH als auch an der Premiere Hotel Entertainment GmbH beteiligt.

Die Sky Deutschland AG ist mit dem Programmen Sky Cinema, Sky Cinema+1, Sky Cinema+24, Sky Action, Sky Comedy, Sky Emotion, Sky Nostalgie, Sky Cinema Hits und Sky Sport am Markt vertreten. Einzelne Programmpakete (Sky Welt, Sky Film, Sky Sport etc.) sind im Abo ab 16,90 Euro im Monat erhältlich. Weitere Programmpakete können optional hinzugebucht werden. Zuletzt betreute Sky mehr als 2,3 Mio. Abonnenten im Rahmen seines kostenpflichtigen TV-Programms. Ende 2006 übernahm Sky die Kunden des Erotik-Senders „Blue Movie“ von Kabel Deutschland (KDG). Anfang 2008 wurde der Jugendsender Giga Digital Television GmbH (Giga TV) aufgekauft, der allerdings wieder eingestellt wurde. Der US-Medienkonzern News Corp war zuletzt mit rund 30 Prozent an Premiere beteiligt und hat die Option, seine Beteiligung weiter zu erhöhen.

Ergänzt wird das Pay-TV-Geschäft durch das Film- und Sportportal (sky.de, sky.at), welches mehr als 2,3 Mio. Besucher und über 21 Mio. Seitenaufrufe monatlich verzeichnet. Hier ist das Unternehmen auch mit seinem nternet TV-Programm aktiv. Künftig will Sky auch die Bundesliga live im Internet übertragen.

Zahlen

Im ersten Quartal 2009 erzielte die Premiere AG einen Umsatz von 232,7 Mio. Euro. Im Vergleichsquartal des Vorjahres kamen 231 Mio. Euro in die Kassen des Unternehmens. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) rutschte mit minus 29,8 Mio. Euro in die roten Zahlen, nachdem im Vorjahresquartal noch ein positives Ergebnis in Höhe von 2,9 Mio. Euro erzielt wurde. Der Konzernverlust erhöhte sich damit von 28,1 Mio. Euro auf 80 Mio. Euro.

Der operative Cash-Flow blieb auch im ersten Quartal 2009 weiter negativ, verbesserte sich jedoch gegenüber dem Vorjahresquartal von minus 45,9 Mio. Euro auf minus 14,2 Mio. Euro. Die Nettoverbindlichkeiten zum 31. März 2009 in Höhe von 313,4 Mio. Euro sanken geringfügig unter den Vorjahreswert von 318,1 Mio. Euro.

Zum 31. März 2009 zählte Premiere 2,37 Millionen direkte Abonnenten, 28.000 weniger als zum Jahresende 2008. Die Zahl der Kunden für das auslaufende Premiere Flex-Angebot sank im Berichtszeitraum unterdessen um 17.000 auf 68.000.

Meldung gespeichert unter: Sky Deutschland

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