nVidia unter Druck - neues Grafikkarten-Design?

Montag, 19. Januar 2009 12:59
Nvidia Unternehmenslogo

(IT-Times) Das Jahr 2008 hat den weltweit führenden Hersteller von Grafikchips nVidia (Nasdaq: NVDA, WKN: 918422) schwer getroffen. Defekte Chipsätze sowie rückläufige Umsätze und Gewinne ließen den nVidia-Aktienkurs abstürzen, wobei das Unternehmen zwei Drittel seines Wertes verlor.

Nachdem nVidia bereits im September 2008 angekündigt hatte, 6,5 Prozent seiner Stellen streichen zu wollen, könnten nunmehr weitere Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Grund: nVidia rechnet im laufenden Januarquartal mit einem Umsatzeinbruch von 50 Prozent infolge der weltweiten Wirtschaftskrise. Doch mit einem Stellenabbau allein dürfte die Krise kaum zu bewältigen sein. Durch die Defekt-Panne im vergangenen Jahr hat der Ruf des Grafikkartenspezialisten unter Technik- und Spielefans stark gelitten.

Um bei dieser Klientel wieder punkten zu können, muss nVidia Innovationen vorweisen. Genau daran soll der Grafikchiphersteller derzeit arbeiten. Wie der Branchendienst Fudzilla berichtet, will nVidia das Design seiner Grafikkarten völlig ändern. Die neuen Grafikkarten sollen sich von den bislang auf den Markt befindlichen Produkten völlig unterscheiden.

nVidia arbeitet an neuen Grafikkarten-Design
Demnach will nVidia künftig sehr viel weniger Komponenten in seinen Grafikkarten verbauen, womit nicht nur die Materialkosten gesenkt werden. Weniger heiße Teile sollen den Kühlungsbedarf und die Risiken im Zusammenhang mit einer Überhitzungsgefahr minimieren. Auch die Stromversorgung und das Power-Management soll künftig wesentlich vereinfacht werden, heißt es. Inwieweit das neue Chip- und Karten-Design in der Praxis zur Anwendung kommt, steht aber noch nicht fest. Offiziell wollte sich nVidia hierzu noch nicht äußern.

Ion Plattform für den Mac Mini?
Genauso wenig wie über Berichte, wonach nVidias Ion Plattform die Basis für die neue Generation an Apples Mac Mini Computern bilden soll. Durch den Wechsel von der Intel- auf die nVidia-Plattform könnte Apple seine Mac Mini Rechner sehr viel günstiger am Markt anbieten. Im Zuge der Wirtschaftskrise spielt das Preiskriterium eine zunehmende Rolle, worauf auch Apple reagieren muss, wenn der Computerpionier aus Kalifornien weiterhin mehr Rechner als die Konkurrenz verkaufen will. Von dieser Situation könnte auch der angeschlagene Grafikchiphersteller profitieren…

Kurzportrait

Die im kalifornischen Santa Clara ansässige nVidia gilt neben AMD/ATI als der weltweit führende Anbieter von Grafikchips. Das Unternehmen befasst sich seit seiner Gründung mit der Entwicklung und Fertigung von 2D- und 3D-Grafikchips, welche auf verschiedenen Plattformen zum Einsatz kommen. Neben PCs, finden die Chipsätze ebenso in Spielekonsolen, Workstations, Handhelds als auch in Macintosh-Computern, sowie in Notebooks und Handys Verwendung. Durch die Übernahme von 3dfx Interactive ist nVidia im Besitz der Marken- und Patentrechte der früheren Grafikkarten-Marke Voodoo gekommen. Als besonders aussichtsreich gilt inzwischen das Konsolengeschäft. NVidia liefert dabei unter anderem auch die Grafikchips für die PlayStation 3 (PS3). NVidia war darüber hinaus auch maßgeblich an dem PC-Grafikstandard DirectX 8.0 bzw. 9.0 beteiligt, welcher in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt wurde.

Das Geschäft mit Grafikprozessoren besteht mehrheitlich aus drei großen Produktfamilien: der GeForce-Reihe, der GeForce Go sowie aus der nVidia Quadro Reihe. Mit Quadro2 Go brachte das Unternehmen nach eigenen Angaben nach den weltweit ersten mobilen Workstation-Chipsatz auf den Markt, welcher insbesondere für den Einsatz bei professionellen Anwendern gedacht ist. Mit der GoForce-Produkfamilie deckt nVidia den Handheld-Bereich ab, während das Unternehmen mit seiner nVidia nForce-Produktfamilie neben dem PC- und Notebook-, auch den Markt für professionelle Workstations und Server abdeckt. Mit seiner neuen Tesla-Produktreihe ist nVidia nunmehr auch im Markt für Supercomputer-Grafikchips vertreten.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit allen wichtigen Computerherstellern weltweit zusammen. Zu den Kunden und Lizenzpartnern zählen dabei Dell, Gateway, Hewlett Packard, Sony, Toshiba, aber auch Apple und Fujitsu Siemens. Durch Kooperationen mit Systemhäusern versucht nVidia seinen Absatz weiter zu steigern und so Marktanteile zu sichern. In diesem Bereich kooperiert der Konzern unter anderem mit AOpen, Asus und Aztech. Nachdem sich nVidia im Bereich mobile Grafiklösungen durch die Übernahme von MediaQ verstärkte, kaufte das Unternehmen Ende 2005 den taiwanschen Chipspezialisten ULi Electronics. Im Herbst 2006 folgte schließlich die Übernahme des Chipentwicklers PortalPlayer. Ende 2007 übernahm nVidia die Berliner mental images. Anfang 2008 verstärkte sich nVidia durch den Kauf des PhysX-Entwicklers AGEIA Technologies sowie durch den Kauf von RaScale (Ray-Tracing).

Zahlen

So berichtet nVidia für das vergangene Oktoberquartal von einem Umsatzrückgang um 20 Prozent auf 897,7 Mio. US-Dollar, nachdem das Unternehmen im Jahr vorher noch 1,12 Mrd. US-Dollar umsetzen konnte. Der Gewinn brach um 74 Prozent auf 61,7 Mio. Dollar oder elf US-Cent je Aktie ein, nachdem der Grafikchiphersteller im Jahr vorher noch einen Profit von 235,7 Mio. Dollar oder 38 US-Cent je Aktie erwirtschaften konnte.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein Nettogewinn von 111,4 Mio. Dollar oder 20 US-Cent je Aktie, womit nVidia die Markterwartungen übertreffen konnte. Analysten hatten zuvor nur mit Einnahmen von 889,5 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 12 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Die Bruttomarge verbesserte sich zuletzt wieder auf 41,9 Prozent vom Umsatz. Die operativen Kosten summierten sich zuletzt auf 311 Mio. Dollar. Insgesamt wurden im jüngsten Quartal eigene Aktien im Volumen von 300 Mio. Dollar zurückgekauft. Die Barreserven schrumpften entsprechend um 352 Mio. Dollar auf zuletzt 1,3 Mrd. Dollar.

Markt und Wettbewerb

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