nVidia - Tegra 3 und Kepler sollen den Durchbruch in 2012 bringen

Freitag, 17. Februar 2012 13:56
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(IT-Times) - Der US-Grafikchiphersteller nVidia sorgte zunächst mit einem verhaltenen Ausblick auf das laufende Quartal bzw. Gesamtjahr 2013 für Enttäuschung unter den Investoren. Die schlechte Laune war aber schnell wieder verflogen und nVidia-Aktien gingen nach hohen Verlusten sogar mit einem kleinen plus aus dem Handel.

Erste Tegra 3-basierte Smartphones sollen noch in diesem Quartal kommen
Investoren verbinden die Hoffnung damit, dass nVidia (Nasdaq: NVDA, WKN: 918422) von der Einführung seines Tegra 3 Prozessors in diesem Jahr profitieren wird. Zwar nahm nVidia-Chef Jen-Hsun Huang Abstand von seinen Prognosen, wonach das Tegra-Geschäft in diesem Jahr die Umsatzmarke von einer Mrd. Dollar erreichen soll, dennoch dürfte das Tegra-Geschäft in diesem Jahr um 50 Prozent zulegen. In 2011 setzte nVidia in diesem Geschäft 360 Mio. Dollar um, so der Manager.

Erste Tegra 3-basierte Super-Smartphones dürften schon in den kommenden Wochen im Rahmen des World Mobile Congress in Barcelona vorgestellt werden, wobei nVidia bereits Design Wins von HTC und LG sowie anderen Herstellern vorweisen kann. Der Tegra 3 Prozessor soll mit der dreifachen Grafik-Performance im Vergleich zum Vorgänger Tegra 2 aufwarten können, und 61 Prozent weniger Strom verbrauchen, als das Vorgängermodell. Erste Smartphones mit dem Tegra 3 Prozessor sollen dann noch in diesem Quartal zur Auslieferung kommen, heißt es bei nVidia.

Windows 8 soll für neue Impulse sorgen
Daneben hofft nVidia noch auf zwei weitere Impulsgeber. Zum einen soll im Herbst mit Windows 8 ein neues Microsoft-Betriebssystem auf den Markt kommen, dass auch mit der ARM-Architektur kompatibel ist. nVidia hat die ARM-Architektur ebenfalls lizenziert und will mit dem "Projekt Denver" einen eigenen Hauptprozessor an den Start bringen. Microsoft kündigte im Rahmen der CES im Vorjahr an, dass Windows 8 auf Chips mit ARM-Architektur laufen wird. nVidia-Chef Huang ist sich sicher, dass dies der Anfang eines neuen Zeitalters ist, in dem das Internet allgegenwärtig ist - hiervon will auch nVidia profitieren.

Kepler weniger ertragreich als erhofft
Große Hoffnungen setzt nVidia auch auf seine neue 28-Nanometer Grafik-Chipgeneration mit dem Codenamen "Kepler". Man habe bereits Lieferverträge bezüglich der mobilen Version des GeForce "Kepler" Chips mit jedem einzelnen führenden PC OEM-Hersteller unter Dach und Fach gebracht, heißt es bei nVidia. Laut Huang ist "Kepler" im Hinblick auf die Performance und Stromeffizienz der wohl beste Grafikchip, den nVidia jemals entworfen und gebaut hat.

Unglücklicherweise ist der Chip aufgrund der hohen Kosten weniger ertragreich als von nVidia erhofft. Das Unternehmen hofft daher über das Volumen die Kosten senken zu können - dies würde auch der Bruttomarge helfen, die nVidia erstmals seit langem wieder unter der Marke von 50 Prozent sieht. Erste Kepler-Grafikchips werden dann in Q2 2012 erwartet.

Kurzportrait

Die im kalifornischen Santa Clara ansässige nVidia gilt neben AMD/ATI als der weltweit führende Anbieter von Grafikchips. Das Unternehmen befasst sich seit seiner Gründung mit der Entwicklung und Fertigung von 2D- und 3D-Grafikchips, welche auf verschiedenen Plattformen zum Einsatz kommen. Neben PCs, finden die Chipsätze ebenso in Spielekonsolen, Workstations, Handhelds als auch in Macintosh-Computern, sowie in Notebooks/Netbooks und Handys Verwendung. Daneben liefert nVidia auch die Grafikchips für die PlayStation 3 (PS3).

Insgesamt operiert nVidia heute aus vier Kerngeschäftsbereichen heraus: Das GPU-Geschäft, sowie das Professional Solutions Business (PSB), das Media- und Communications Processor (MCP) Geschäft und das Consumer Products Business (CPB). Das Geschäft mit Grafikprozessoren besteht mehrheitlich aus vier großen Produktfamilien: der GeForce-Reihe, der GeForce Go, der nVidia Quadro Reihe und der Tesla-Reihe. Mit Quadro2 Go brachte das Unternehmen nach eigenen Angaben nach den weltweit ersten mobilen Workstation-Chipsatz auf den Markt, welcher insbesondere für den Einsatz bei professionellen Anwendern gedacht ist. Mit der GoForce-Produkfamilie deckt nVidia den Handheld-Bereich ab, während das Unternehmen mit seiner nVidia nForce-Produktfamilie neben dem PC- und Notebook-, auch den Markt für professionelle Workstations und Server abdeckt. Mit seiner neuen Tesla-Produktreihe ist nVidia nunmehr auch im Markt für Supercomputer-Grafikchips vertreten. Mit neuen Tegra-basierten System-on-Chip Lösungen adressiert nVidia den Smartphone- und Tablet PC Markt. Mit der Ion 2-Produktreihe geht nVidia den Netbook-Markt an.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit allen wichtigen Computerherstellern weltweit zusammen. Zu den Kunden und Lizenzpartnern zählen dabei Dell, Gateway, Hewlett Packard, Sony, Toshiba, aber auch Apple und Fujitsu Siemens. Durch Kooperationen mit Systemhäusern versucht nVidia seinen Absatz weiter zu steigern und so Marktanteile zu sichern. In diesem Bereich kooperiert der Konzern unter anderem mit AOpen, Asus und Aztech. Nachdem sich nVidia im Bereich mobile Grafiklösungen durch die Übernahme von MediaQ verstärkte, kaufte das Unternehmen Ende 2005 den taiwanschen Chipspezialisten ULi Electronics. Im Herbst 2006 folgte schließlich die Übernahme des Chipentwicklers PortalPlayer. Ende 2007 übernahm nVidia die Berliner mental images. Anfang 2008 verstärkte sich nVidia durch den Kauf des PhysX-Entwicklers AGEIA Technologies sowie durch den Kauf von RaScale (Ray-Tracing). Mitte 2011 übernahm nVidia den Baseband- und RF Technikspezialisten Icera.

Zahlen

Für das vergangene vierte Fiskalquartal 2012 meldete nVidia einen Umsatzanstieg auf 953,2 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 886,38 Mio. US-Dollar im Jahr vorher. Die Consumer Products Group, in der das Tegra-Chipgeschäft zusammengefasst ist, meldete einen Umsatzeinbruch von 42 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 110 Mio. Dollar, nachdem sich die Branche auf den Umstieg von Tegra 2 auf Tegra 3-basierte Geräte vorbereitete, heißt es bei nVidia.

Der Nettogewinn summierte sich im jüngsten Quartal auf 116,0 Mio. Dollar oder 19 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 139,0 Mio. Dollar oder 23 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen und Einmalfaktoren konnte der Grafikchiphersteller im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 26 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Diese hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 951 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 19 US-Cent je Aktie gerechnet.

Tegra-Chips generierten im Jahr 2011 Umsätze in Höhe von 360 Mio. Dollar, wobei Huang dabei ausgeht, dass das Geschäft in diesem Jahr um weitere 50 Prozent wachsen wird.

Meldung gespeichert unter: Nvidia

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