NetSuite schwingt die Preiskeule gegen SAP & Co

Mittwoch, 5. November 2008 12:56
NetSuite

(IT-Times) Während das deutsche Softwarehaus SAP unter der zurückhaltenden Nachfrage bereits leidet und seinen Ausblick nach unten revidieren musste, sieht sich dessen amerikanischer Counterpart NetSuite (NYSE: N, WKN: A0M91G) noch stärker unter Druck.

Zwar wuchs der SaaS-Spezialist NetSuite zuletzt deutlich schneller als der ERP-Spezialist aus Deutschland, dafür schrieben die Amerikaner zuletzt aber weiter rote Zahlen. Diese Situation kann sich zur echten Existenzkrise für das US-Unternehmen auswachsen, ist NetSuite auf ein hohes Wachstum angewiesen, um die Gewinnzone zu erreichen. Bedingt durch die US-Finanzkrise ist es zudem für Firmen schwieriger geworden, an neue Kredite zu kommen.

NetSuite will SAP R/3 Kunden locken
Aus diesem Grund drückt NetSuite CEO Zack Nelson aufs Tempo. Mit einem aggressiven Vorstoß wollen die Amerikaner weitere SAP R/3 Kunden zu NetSuite locken. Im Rahmen einer neuen Kampagne will NetSuite SAP R/3 Kunden nur 50 Prozent der SAP-Wartungskosten inklusive Support für die gleiche Anzahl von NetSuite-Sitze in Rechnung stellen.

NetSuite sieht dabei seine Chancen vor allem bei Firmen, die neue Geschäftseinheiten ins Leben rufen oder neue Niederlassungen gründen. Eine vollständige SAP R/3 Installation ist für neue Geschäftsbereiche vergleichsweise teuer, noch unbedingt notwendig, glaubt man bei NetSuite.

Dabei wollen sich die Amerikaner die Uneinsichtigkeit der Walldorfer zu Nutze machen, die trotz der Wirtschaftskrise an der Erhöhung der Wartungsgebühren festhalten wollen. Es sei klar, dass die SAP-Wartungsgebühren bis 2012 von aktuell 17 Prozent auf 22 Prozent des Listenpreises steigen werden, lies SAP-Vorstandsmitglied José Duarte gegenüber Euro am Sonntag durchblicken. Um den Umstieg von SAP so reibungslos wie möglich zu gestalten, arbeitet NetSuite mit den drei Systemintegratoren Boomi, Cast Iron Systems und Pervasive Software zusammen.

Aber nicht nur SAP will NetSuite stärker unter Druck setzen. Auch den Wettbewerber Salesforce.com geht NetSuite mit der Lösung NetSuite CRM+ direkt an. Unter dem RenewForce Programm sollen bestehende Salesforce-Kunden mit einem 50%igen Preisnachlass gelockt werden….

Kurzportrait

Die im kalifornischen San Mateo ansässige und im Jahre 1998 gegründete Softwarehersteller NetSuite hat sich auf die Entwicklung von On-Demand Unternehmenssoftware spezialisiert.

Die von NetSuite angebotenen Softwarelösungen decken die Bereiche Account-Management, Enterprise Resource Planning (ERP), Custommer Relationship Management (CRM), E-Commerce und Website-Management ab. Zielgruppe der Gesellschaft ist insbesondere der Mittelstand, aber auch kleine Tochterfirmen bzw. Division von Großkonzernen.

Flagschiffprodukt des Unternehmens ist die Lösung NetSuite OneWorld, eine Web-basierte Anwendung, die es Firmenkunden erlauben soll, sämtliche Geschäftsaktivitäten in Echtzeit zu managen. Für kleine und mittelgroße Kunden bietet das Unternehmen die Lösung NetSuite Small Business an. NetSuite CRM ist eine Web-basierte Kunden-Management-Lösung, wobei das Unternehmen hier mit NetSuite CRM+ auch eine erweiterte Lösung anbietet.

Daneben bietet das US-Softwarehaus NetSuite Business Operating System (N-BOS) eine Technologie- und Entwicklungsplattform für Kunden, Partner und Entwickler an. Mit N-BOS will das Unternehmen Entwicklern eine Software-as-a-Service (SaaS) Lösung an die Hand geben, so dass neue Anwendungen auf Basis von NetSuite entstehen. Die N-BOS Plattform umfasst unter anderem Tools wie SuiteFlex, SuiteScript, SuiteTalk, D-Bug und SuiteBundler.

Das Produktangebot ergänzt NetSuite mit einem umfangreichen Serviceangebot. Neben Support, bietet das Unternehmen auch Beratung und Implementierung an. So bildet das Unternehmen auch Softwarespezialisten an seiner NetSuite University aus. Mitte 2008 verstärkte sich NetSuite durch die Übernahme des US-Softwarespezialisten OpenAir. Oracle-Lenker Larry Ellison ist der größte Einzelaktionär des Softwareunternehmens.

Zahlen

So kletterte der NetSuite-Umsatz im vergangenen Septemberquartal um 44 Prozent auf 40,4 Mio. US-Dollar gegenüber dem Vorjahr, doch stiegen auch die operativen Kosten um mehr als die Hälfte auf 32,7 Mio. Dollar. Dies führte dazu, dass der kalifornische Softwarespezialist einen Verlust von 6,2 Mio. Dollar oder zehn US-Cent je Aktie ausweisen musste, nach einem Minus von 1,8 Mio. Dollar oder 21 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Meldung gespeichert unter: NetSuite

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