Nemetschek profitiert vom Trend zu virtuellen Gebäudemodellen

Donnerstag, 8. Juli 2010 13:30
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(IT-Times) - Der deutsche Planungssoftwarehersteller Nemetschek AG (WKN: 645290) sieht sich weiter im Aufwind. Nachdem das Unternehmen im Jahr 2009 das Kunststück vollbracht hat, bei sinkenden Umsätzen seinen Gewinn zu steigern, kann das Unternehmen umso optimistischer auf das laufende Jahr blicken, zumal die Konjunkturerholung das Geschäft zusätzlich beflügeln dürfte.

Litt das Baugewerbe in den vergangenen Jahren noch unter der Einstellung der Eigenheimzulage und der allgemeinen Wirtschafts- und Finanzkrise, haben nunmehr niedrige Zinsen dafür gesorgt, dass die Branche wieder aufatmen kann. Nach einem Minus von knapp fünf Prozent im Jahr 2009, rechnet der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) in diesem Jahr mit stabilen Umsätzen, nachdem die Auftragseingänge in den ersten drei Monaten 2010 um 9,4 Prozent gestiegen sind.

Nemetschek weniger vom Deutschland-Geschäft abhängig
Für 2011 fallen die Prognosen aber schon wieder weniger rosig aus. Aufgrund wegfallender Subventionen und Konjunkturmaßnahmen rechnet der Verband mit einem Umsatzrückgang von zwei Prozent auf etwa 80 Mrd. Euro. Nemetschek dürfte als führender Anbieter von Architecture, Engineering- und Construction (AEC) Software davon nur unmittelbar tangiert werden. Hintergrund ist der Umstand, dass Nemetschek bereits rund 60 Prozent seines Gesamtumsatzes im Ausland erwirtschaftet. Der Auslandsumsatzanteil könnte sich durch die Verstärkung der Vertriebsteams in den USA und Osteuropa mittelfristig sogar noch weiter erhöhen.

Aber auch in Deutschland und Europa genießt Nemetschek nach wie vor eine herausragende Stellung, wie aus dem jüngsten Industrie-Report von Cambashi hervorgeht. Nemetschek konnte sich demnach in der EMEA-Region (Europa, Mittler Osten und Afrika) weiter vor den beiden Konkurrenten Autodesk und Bentley behaupten.

Anbieter setzen auf virtuelle Gebäudemodelle
Anwender in der AEC-Industrie entscheiden sich zunehmend für die Lösungen der AEC-Spezialisten, anstatt für herkömmliche Entwurfswerkzeuge, da diese mit einer höheren Produktivität verbunden sind und zudem mit einer besseren Integration zwischen verschiedenen Design- und Konstruktionssoftwarelösungen ausgestattet sind, heißt es in der Studie. Zudem bewerben die Anbieter verstärkt das Building Information Modeling (BIM), wodurch sich durch Software Bauplanung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden optimieren lassen - dadurch entsteht de facto ein virtuelles Gebäudemodell.

Mussten in der Vergangenheit bei Änderungen noch umständlich Zeichnungen aktualisiert werden, entfällt durch BIM umfangreicher Koordinierungs- und Arbeitsaufwand, womit sich die Kosten deutlich senken lassen. Durch den verbesserten Datenaustausch, den BIM-Lösungen mit sich bringen, lässt sich der Planungsprozess beschleunigen, wodurch Vorteile im Bezug auf Kosten, Qualität und Termineinhaltung bei der Realisierung von Bauvorhaben entstehen…

Kurzportrait

Das auf Bausoftware spezialisierte Unternehmen Nemetschek mit Sitz in München wurde ursprünglich im Jahr 1963 von Prof. Georg Nemetschek als Ingenieurbüro gegründet. Seit 1977 bietet das Unternehmen Software für die AEC-Branche (Architecture, Engineering, Construction) an. Flagschiffprodukt des Unternehmens ist die CAD-Software Allplan.

In den vergangenen Jahren baute Nemetschek seine Geschäftsbereiche sukzessive aus. Heute bietet das Unternehmen nicht nur Software für Architekten, Ingenieure und für die Immobilienwirtschaft an, sondern auch für den Multimediabereich. Dieser Ausbau wurde insbesondere durch verschiedene Zukäufe erreicht. So wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Firmen wie die Diehl Graphsoft (Nemetschek North America) und die Mehrheit an der MAXON Computer GmbH hinzugekauft. Mit der Friedrich+Lochner, Glaser ISB-CAD, IBD, Henke und Partner GmbH, sowie der Speedware GbmH wurden weitere Firmen übernommen. Im Jahr 2006 übernahm Nemetschek dann die ungarische Graphisoft sowie SCIA International BV.

Mit den Marken Allplan, ArchiCAD, VectorWorks, Scia, Frilo und Glaser sieht sich Nemetschek als einer der marktführenden Anbieter von AEC-Softwarelösungen in Deutschland und in Europa. Mit der Marke Maxon bedient Nemetschek den Markt für Animations- und Visulisierungslösungen.

Das Unternehmen, dessen Produkte eigenen Angaben zufolge bei mehr als 270.000 Unternehmen in 142 Ländern im Einsatz sind, beschäftigte zuletzt mehr als 1.100 Mitarbeiter. Zu den namhaften Kunden der Gesellschaft gehören unter anderem Firmen und Ingenieurbüros wie Daimler, sowie Kohlhoff + Kohlhoff, Steidle + Partner Architekten BDA, ABB Architekten sowie Kleihues & Kleihues. Nemetschek wagte im Jahr 1999 den Sprung aufs Börsenpaket.

Zahlen

Nach vorläufigen Zahlen sanken die Umsatzerlöse der Nemetschek AG im Jahr 2009 wie erwartet um zehn Prozent von 150,4 Mio. Euro auf 135,6 Mio. Euro. Einen deutlichen Umsatzrückgang verbuchte der Lizenzbereich, dessen Erlöse von 80,8 Mio. Euro auf 64,3 Mio. Euro sanken. Die Umsätze aus Wartungsverträgen verbesserten sich hingegen um fünf Prozent auf 62,0 Mio. Euro. Von der Krise besonders betroffen waren die ausländischen Märkte des Softwareanbieters. Hier sanken die Umsatzerlöse von 93,0 Mio. Euro auf 77,3 Mio. Euro, während sie in Deutschland leicht von 57,4 Mio. Euro auf 58,3 Mio. Euro zulegen konnten.

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sank mit 30,4 Mio. Euro leicht unter das Vorjahresniveau von 31,4 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf Grund von Kosteneinsparungen von 21 Prozent auf 22 Prozent. Als Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) nannte die Nemetschek AG 20,9 Mio. und blieb damit annähernd auf dem Niveau des Vorjahres von 21 Mio. Euro. Infolge gesunkener Zinsaufwendungen wird das Jahresergebnis 2009 (Konzernanteile) der Nemetschek AG voraussichtlich von 10,4 Mio. Euro auf 12,2 Mio. Euro klettern.

Meldung gespeichert unter: Nemetschek

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