McAfee auf dem Weg zur Nummer eins

Dienstag, 29. September 2009 13:09
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(IT-Times) - Der weltweit zweitgrößte Anti-Virusspezialist McAfee (NYSE: MFE, WKN: A0B6WS) schickt sich an, den bisherigen Marktführer Symantec von der Spitzenposition im Firmenkundenbereich zu verdrängen. McAfee hat sich in den vergangenen Jahren sukzessive durch ausgesuchte Zukäufe verstärkt. So wurden für dreistellige Millionenbeträge die Sicherheitsspezialisten Secure Computing und jüngst MX Logic übernommen.

Auch die Umsatzentwicklung zeigte zuletzt weiter nach oben. Trotz Wirtschaftskrise konnte McAfee seine Umsätze weiter steigern und die Gewinnerwartungen der Analysten übertreffen. Laut McAfee-Chef Dave DeWalt gelang es dem Unternehmen auch im jüngsten Quartal weiter Marktanteile zu Lasten der Konkurrenz zu gewinnen. So brachte McAfee allein im vergangenen Juniquartal 28 Deals mit einem Auftragsvolumen von über eine Mio. Dollar unter Dach und Fach, nach 21 solcher Deals im Jahr vorher. Inzwischen nutzen 83 Fortune 100 Firmen McAfee-Software, so der stolze Firmenchef.

Dell-Kontrakt vor Erneuerung
Und es könnte für die Konkurrenz in Form von Symantec noch schlimmer kommen. Jefferies & Co Analystin Katherine Egbert geht davon aus, dass McAfee kurz vor der Erneuerung eines 18-monatigen Kontrakts mit dem PC-Hersteller Dell steht. Der Vertrag dürfte womöglich schon im Oktober verlängert werden, glaubt die Analystin. Zwar sei es derzeit noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen McAfee und Symantec, doch aufgrund der langfristigen Geschäftsbeziehungen zu Dell dürfte McAfee als Sieger vom Platz gehen, glaubt die Analystin.

Kommt McAfee mit HP ins Geschäft?
Laut Egbert zeichnet der Dell-Kontrakt bereits heute für etwa sechs Prozent des McAfee-Gesamtumsatzes verantwortlich. Zudem könnte McAfee noch ein weiterer Mega-Deal winken, wenn das Unternehmen auch mit dem Dell-Rivalen Hewlett-Packard (HP) ins Geschäft kommt. Derzeit arbeitet HP noch mit Symantec zusammen. Sollte ein Wechsel erfolgen, könnte sich McAfee über einen weiteren Umsatzschub freuen, denn der HP-Auftrag dürfte doppelt so groß ausfallen, wie der mit Dell, glaubt die Analystin, die zukünftig auch noch größere Deals für möglich hält.

Grund ist der Umstand, dass inzwischen mehrere Produkte im Bundle angeboten werden, wodurch sich der Anwender nicht nur gegen Viren, sondern auch gegen Spam, Keylogger, Phising und andere Schadsoftware schützen kann. Insgesamt steht McAfee kurz davor, Symantec als weltweit größter Enterprise Security Provider abzulösen, meint die Jefferies-Expertin. Im Bereich Netzwerk-Überwachung hat das Unternehmen mit seiner Lösung McAfee Network Security Platform bereits die Marktführerschaft übernommen, so die Marktforscher aus dem Hause Infonetics Research…

Kurzportrait

Das Unternehmen McAfee mit Hauptsitz in Santa Clara/Kalifornien, wurde ursprünglich im Jahre 1992 gegründet und ging im Jahre 1997 aus der Fusion von McAfee Associates und Network General hervor. Im Jahr 2004 entschied sich das Unternehmen, seinen Namen von Network Associates in McAfee zu ändern.

McAfee bietet im Rahmen seines Produktportfolios verschiedene Sicherheitslösungen aus einer Hand an. Über McAfee.com will das Unternehmen Antiviren-Software nicht nur über das Internet an Privatanwender vermarkten, sondern auch Geschäftskunden ansprechen. Entsprechende Updates und Upgrades, sowie Support werden über die gleichnamige Internet-Seite angeboten. McAfee.com betreut heute mehr als 30 Mio. Online-Anwender, welche für die Inanspruchnahme der Dienstleistungen des Unternehmens Abogebühren entrichten. Gleichzeitig gilt der gebührenpflichtige McAfee-Service als einer der größten Bezahldienste im World Wide Web, welcher von den Nutzern in Folge der steigenden Virus-Attacken in den letzten Jahren rege in Anspruch genommen wird.

Mit seiner Lösung IntruShield will das Unternehmen den Markt für Netzwerküberwachungssoftware angehen. Hierzu übernahm das Unternehmen im Jahr 2003 unter anderem die Spezialisten IntruVert und Entercept, sowie Foundstone. Im Gegenzug wurde die Desktop-Produktlinie Magic Solutions Anfang 2004 an BMC Software verkauft. Gleichzeitig trennte sich McAfee auch von seiner Sniffer-Produktlinie und veräußerte diese an Silver Lake Partners und Texas Pacific Group für 235 Mio. Dollar. Mitte 2005 verstärkte sich McAfee durch die Übernahme des Sicherheitsspezialisten Wireless Security. Im Bereich Spam-Filter tätigte McAfee durch die Akquisition von Deersoft einen weiteren Zukauf. Durch den Aufkauf des Resellers Bysupport stärkte McAfee dagegen seine Präsenz in Lateinamerika. Anfang 2006 übernahm McAfee den Anti-Spyware-Spezialisten SiteAdvisor. Nach der Übernahme von Preventsys folgten in 2006 mit der Übernahme der Sicherheitsspezialisten Citadel Security Software und Onigma weitere Zukäufe. In 2007 kaufte McAfee dann den Encryption-Spezialisten SafeBoot sowie ScanAlert. In 2008 folgte die Übernahme von Secure Computing und Reconnex. Mitte 2009 verstärkte sich McAfee durch die Übernahme von MX Logic.

Die Forschungseinheit NAI Labs entwickelt neue Lösungen für den Bereich Netzwerk-Sicherheit, Verschlüsselungstechnologien und komplexer Sicherheitsarchitekturen und Systeme. Mehr als 100 Wissenschaftler, Professoren und Spezialisten beschäftigen sich in Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsministerium mit neuen Lösungen im Bereich der Internet-Sicherheit. Jedoch trägt das Geschäft mit Firmenkunden nach wie vor den Großteil der McAfee-Umsätze.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldet McAfee einen Umsatzanstieg um 18 Prozent auf 468,7 Mio. US-Dollar. Ungünstige Wechselkursentwicklungen kosteten dem Unternehmen 22 Mio. Dollar an Umsatz, so McAfee. Der Gewinn ging dabei allerdings um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 28,7 Mio. Dollar oder 18 US-Cent je Aktie zurück, nach einem Plus von 47,8 Mio. Dollar oder 30 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte McAfee einen Nettogewinn von 60 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 467 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 0,57 Dollar je Aktie gerechnet.

Besonders stark war die Nachfrage in Nordamerika, wobei die Erlöse im jüngsten Quartal um 30 Prozent auf 265 Mio. Dollar anzogen, so McAfee. Das Geschäft mit Privatkunden zog um 13 Prozent auf 177 Mio. Dollar an und kletterte damit auf ein neues Rekordniveau. Die Barreserven summierten sich zum Quartalsende auf 886 Mio. Dollar.

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