Manz befreit sich vom Solar-Ballast

Spezialmaschinenbau

Montag, 10. Februar 2014 14:16
Manz Unternehmenslogo

(IT-Times) - Dem deutschen Maschinen- und Anlagenbauer Manz AG ist es gelungen, sich vom Solar-Ballast zu befreien. 2011 trug das Segment Solar noch mit 30 Prozent zum Umsatz des Unternehmens bei. Im Geschäftsjahr 2012 war dieser Umsatzanteil auf neun Prozent gesunken, in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2013 betrug der Umsatzanteil im Solar-Segment nur noch 3,5 Prozent. Grund für die sinkenden relativen Anteile sind auch absolut sinkende Umsätze im Solar-Bereich. 2012 war Manz dadurch in die roten Zahlen gerutscht. Auf Grundlage der Zahlen aus den ersten neun Monaten 2013 lässt sich jedoch erkennen, dass die anderen Segmente den geringeren Solar-Umsatz mittlerweile mehr als nur kompensieren können. Manz ist nach nur einem Jahr der Durststrecke in die schwarzen Zahlen zurück gekehrt.

Neue Aufträge im neuen Jahr

Und Manz hat das neue Jahr gleich mit mehreren neuen Großaufträgen einläuten können. Diese konnte das Unternehmen vor allem im Bereich Display an Land ziehen konnte. Insgesamt haben die Projekte ein Volumen von rund 50 Mio. Euro. Sie sollen im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres umsatz- und ertragswirksam werden. Es handelt sich bei den Bestellungen um Systeme und Anlagen in den Bereichen Automation, Laserprozesstechnologie sowie Messtechnik zur Herstellung von Smartphones und Tablets. Hinzu kommt erstmals auch die Nachfrage nach Vakuumbeschichtungsanlagen. Diese Technologie stammt ursprünglich aus der Solarbranche und wurde von Manz für den Bereich Displays nutzbar gemacht. In dieser neuartigen Beschichtungstechnologie sieht das Unternehmen in der Zukunft ein hohes Potenzial für Folgeaufträge.

Manz kooperiert mit Aixtron und ist in der Forschung gefragt

Im Bereich der Produktion organischer Leuchtdioden (OLEDs) kooperiert Manz seit Kurzem mit dem ebenfalls deutschen Spezialmaschinenbauer Aixtron. Ziel dieser strategischen Partnerschaft ist die Weiterentwicklung von Lösungen für die OLED-Technologie. Die Unternehmen wollen gemeinsam eine neue Demonstrationsanlage zur effizienten Abscheidung organischer Schichten bis zu einer bestimmten Substratgröße entwickeln. Die neue Anlage soll in den kommenden Monaten in einem Reinraum bei Aixtron aufgebaut werden.

Schon im vergangenen Jahr hat das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg eine Forschungsproduktionslinie bei Manz in Auftrag gegeben, um ein Projekt der Nationalen Plattform Elektromobilität der Bundesregierung umzusetzen. Der Entwicklungsschwerpunkt soll auf der Erhöhung der Qualität und Sicherheit von Lithium-Ionen-Batterien sowie auf der Senkung der Produktionskosten liegen. Beteiligt an dem Projekt sind neben der Manz AG Unternehmen wie die BMW AG, die Daimler AG, die ElringKlinger AG, die Rockwood Lithium GmbH und die SGL Carbon GmbH.

Kapitalerhöhung soll Spielraum für die Zukunft steigern

Zum Ende des letzten Jahres hat die Manz AG (WKN: A0JQ5U) eine Kapitalerhöhung erfolgreich platziert. Mit dem Erlös soll das Wachstum beschleunigt werden. Akquisitionen schließt man nicht aus. Bei einem Platzierungspreis in Höhe von 60 Euro je Aktie wurden insgesamt 448.005 neue Aktien gegen Bareinlagen unter Ausschluss des Bezugsrechts heraus gegeben. Insgesamt spülte dies 26,9 Mio. Euro in die Kassen des Unternehmens. Der Betrag soll dazu genutzt werden, das interne und externe Wachstum zu beschleunigen. Insbesondere der Bereich Battery soll durch Akquisitionen gestärkt werden.

Kurzportrait

Die Manz AG wurde 1987 von Dieter Manz gegründet und ist in Reutlingen ansässig. Das Unternehmen ist heute ein führender Hersteller von Automatisierungsanlagen, die sowohl in der Photovoltaik- als auch in der Display-Industrie zum Einsatz kommen. Zudem agiert man im Bereich der E-Mobilität, hier insbesondere in der Entwicklung von Produktionsanlagen von Lithium-Ionen-Batterien.

Zu den von Manz vertriebenen Produkten gehören unter anderem Systemlösungen für die Herstellung von kristallinen Solarzellen und Dünnschicht-Solarmodulen. Zudem bietet das Unternehmen Hightech-Anlagen für die Herstellung von Displays, Touch-Sensoren und anderen Komponenten in Smartphones und Tablet-Computern. Seit 2009 entwickelt Manz zudem Maschinen zur Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien. Neben der laufenden Produktion neuer Systemlösungen entwickelt Manz Fertigungstechnologien für die Großserienfertigung von Lithium-Ionen-Batterien. Leiterplatten als Trägermaterial für elektronische Bauteile werden durch Manz Asia hergestellt.

Insgesamt ist Manz nicht nur mit Niederlassungen in Deutschland, sondern auch in den USA, Taiwan, Südkorea, China, Indien, Israel, Ungarn und in der Slowakei vertreten. Nachdem sich Manz Ende 2007 durch den Erwerb des Tübinger Maschinenbauers Christian Majer GmbH & Co. KG verstärkt hatte, schlug das Unternehmen Anfang 2008 erneut zu und übernahm Teile des taiwanischen Anlagenbauers Intech Machines Co. Ltd. Im Herbst 2009 gab Manz bekannt, Intech vollständig übernehmen zu wollen. Zudem wurde Böhm Electronic Systems Slowakei s.r.o. in der Slowakei sowie die deutsche Majer übernommen. Ende 2008 beteiligte sich Manz an dem Spezialisten CyBio.

2010 eröffnete Manz ein Entwicklungszentrum für Vakuumbeschichtungstechnik. Zudem nahm die neu gegründete Tochtergesellschaft Manz Coating ihre Arbeit auf. 2011 wurde die CIGS-Produktionslinie für Dünnschicht-Solaranlagen am Standort Schwäbisch Hall mit 116 Mitarbeitern von der Würth Solar GmbH & Co. KG komplett übernommen. Neben der Produktionsstätte erwarb Manz auch die Lizenzen und das Know-how von Würth Solar. Im gleichen Jahr erfolgte die Umbenennung von "Manz Automation AG" auf Manz AG, um weniger als Automatisierungsspezialisten und dafür eher als Anbieter von integrierten Produktionssystemen wahrgenommen zu werden. Manz beschäftigte zuletzt gut 1850 Mitarbeitende - davon sind die meisten im Ausland beschäftigt.

Meldung gespeichert unter: Manz

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