Lenovo will in Indien punkten

Mittwoch, 16. April 2008 12:48
Lenovo Unternehmenslogo

(IT-Times) Der chinesische PC-Hersteller Lenovo Group (WKN: 894983) konnte Anfang April den Verkauf seiner Handy-Sparte an die Investorengruppe Hony Capital erfolgreich abschließen. Zwar erhielt Lenovo nur 100 Mio. Dollar für sein Handy-Geschäft und damit acht Mio. Dollar weniger als die Einheit zuletzt umsetzte, doch durch den Verkauf trennt sich Lenovo von einem Bremsklotz, der sich möglicherweise zum Problemfall entwickelt hätte.

Handys der Marke Lenovo waren nie besonders erfolgreich und zuletzt zeichnete sich sogar ein größerer Einbruch ab. So schwanden die Auslieferzahlen zuletzt um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die US-Investmentbanker des Brokerhauses Merrill Lynch werten den Verkauf als positiv, kann sich Lenovo so besser auf sein Kerngeschäft rund um den PC-Verkauf konzentrieren.

Nachdem das Unternehmen den heimischen PC-Markt mit seinen Modellen dominiert, ist es für Lenovo wichtig auch außerhalb Chinas Fuß zu fassen. Mit der Übernahme der IBM PC-Einheit haben die Chinesen in 2005 den ersten Schritt getan. Nunmehr müssen weitere folgen.

Hierfür versucht das Unternehmen sich ein internationales Vertriebsnetz aufzubauen. Nachdem das Unternehmen Mitte März nach Medienberichten ein Vertriebsabkommen mit der französischen Supermarktkette Auchan schließen konnte, will Lenovo insbesondere in Schwellenmärkten im Mittleren Osten und in Indien aber auch weiter wachsen. Insbesondere der indische Privatkundenmarkt hat es Lenovo angetan. Nachdem man sich bereits eine große Präsenz im Einzelhandel über die Läden von Staples, eZone, Croma und Next sichern konnte, sollen nunmehr weitere Kooperationen folgen, um im indischen Privatkundenmarkt stärker Fuß zu fassen, so Lenovo India Manager Amar Babu.

Indien könnte sich in den nächsten Jahren zum Schlüsselmarkt entwickeln, wobei Lenovo hier seine Erfahrungen aus dem chinesischen Markt ausspielen kann. In den Entwicklungsländern sind meist kostengünstige, einfach zu handhabende und stabile Systeme gefragt. Erste Erfolge der Indien-Offensive zeichnen sich bereits ab. Laut den Marktforschern des Hauses IDC wuchs Lenovos Marktanteil in Indien von 6,3 Prozent im ersten Quartal 2005 auf 10,7 Prozent im vierten Quartal 2007.

Kurzportrait

Die in Beijing ansässige Lenovo Group wurde ursprünglich von elf Ingenieuren im Jahre 1984 gegründet. Zuvor firmierte das Unternehmen unter dem Namen Legend Group bzw. New Technology Developer Incorporated.

Heute ist Lenovo der größte PC-Hersteller Chinas und bietet nicht nur Desktop- und Laptop-Produkte, sondern auch Server- und Handheld-Rechner an. Zum Produktangebot zählen unter anderem die Lenovo ThinCentre Desktop-Rechner, die Lenovo 3000 J Serie, als auch die ThinkPad Laptop-Reihe und Tablet-PCs. Ergänzt werden diese durch die Laptop-Marke IdeaPad und die Lenovo 3000 C, N und V Serien. Daneben bietet Lenovo aber auch Workstations (Lenovo ThinkStation) an. Auch LCD- und CRT-Monitore gehören zum Produktangebot von Lenovo, wobei das Unternehmen aber auch ThinkVision-Projektoren vermarktet. Um sich künftig mehr um sein Kerngeschäft mit der Vermarktung von PCs zu konzentrieren, hat sich das Unternehmen von seinem Mobilfunkgeschäft in 2008 getrennt.

Bereits im Jahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme der PC-Sparte von IBM. Insgesamt bezahlte Lenovo 1,27 Mrd. Dollar für die IBM-Einheit, wodurch das Unternehmen zu einem internationalen Player aufstieg. Gleichzeitig bietet Lenovo auch IT-Services an.

Während Lenovo in China mit der Digital China Holdings in Sachen Vertrieb zusammenarbeitet, bauen die Chinesen ihr internationales Geschäft gerade aus. Mit weiteren Niederlassungen in USA, Indien und Deutschland ist Lenovo bereits in weiteren Märkten präsent. Darüber hinaus will Lenovo verstärkt in Schwellenmärkten wie in Indien aber auch im Mittleren Osten Fuß fassen.

Während der US-Technologiekonzern IBM weiterhin eine Minderheitsbeteiligung an Lenovo hält, ist die chinesische Regierung mit einer Beteiligung von über 27 Prozent der größte Einzelaktionär der Gesellschaft.

Zahlen

Der Lenovo-Umsatz stieg im dritten Quartal 2007/2008 um 15,1 Prozent auf 4,6 Mrd. US-Dollar. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2006 hatte der Umsatz noch bei 3,998 Mrd. Dollar gelegen. Der operative Gewinn bzw. das EBITDA konnte Lenovo sogar um 91 Prozent auf 244 Mio. Dollar steigern. Die Bruttomarge verbesserte sich um 1,7 Prozentpunkte auf 15,2 Prozent. Der Vorsteuergewinn (EBIT) des Unternehmens, dass letztes Jahr die defizitäre PC- und Notebooksparte von IBM übernommen hatte, kletterte im dritten Quartal 2007 sogar um 190 Prozent und summierte sich auf 192 Mio. Dollar. Netto verdiente Lenovo 172,56 Mio. Dollar und damit 1,76 Cent pro Aktie - 175 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Meldung gespeichert unter: Lenovo

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