Lenovo sucht nach neuen Wachstumsmöglichkeiten

Mittwoch, 16. Dezember 2009 14:09
Lenovo Unternehmenslogo

(IT-Times) - Chinas führender PC-Hersteller Lenovo Group (WKN: 894983) macht Druck. Nachdem das Unternehmen seine Mobilfunksparte für 200 Mio. US-Dollar zurückgekauft hat, strebt das Unternehmen nunmehr offenbar weitere Zukäufe an.

Vor allem in Brasilien hält Lenovo derzeit nach geeigneten Übernahmezielen Ausschau, so Lenovo CEO Yang Yuanqing. Bereits Ende 2008 hatte Lenovo den brasilianischen PC-Markt schon einmal ins Visier genommen. Doch die Verhandlungen mit Brasiliens größtem PC-Hersteller Positivo Informatica scheiterten Anfang 2009. Laut lokalen Medienberichten soll Lenovo 833 Mio. Dollar für den brasilianischen PC-Hersteller geboten haben. Damals schien jedoch der Zeitpunkt für einen Zukauf unpassend.

Lenovo will Marktanteil in Brasilien verdoppeln
Die Situation hat sich nunmehr wieder geändert. Am weltweiten Konjunkturhimmel zeichnen sich erste Erholungstendenzen ab und der lateinamerikanische PC-Markt gilt als vielversprechender Wachstumsmarkt. Die beste Strategie, um in Lateinamerika weiter zu wachsen, sei der Ausbau des Geschäfts in Brasilien, so Lenovo-Chairman Yuanqing. Hintergrund ist der Umstand, dass auf Brasilien etwa 42 Prozent des gesamten PC-Umsatzes in Lateinamerika entfallen.

Dabei lässt der Lenovo-Manager keinen Zweifel daran, dass eine Akquisition eine Option darstellt, um das Geschäft in Brasilien weiter auszubauen. Ob eine Übernahme tatsächlich zu Stande komme hänge jedoch vom Preis ab, erklärt Lenovo COO Rory Read. Insgesamt hofft Lenovo seinen Marktanteil in Brasilien bis 2014 zu verdoppeln.

Lenovo will im mobilen Internet punkten
Auch im Mobilfunkmarkt sieht Lenovo offensichtlich noch Chancen weiter zu wachsen. Nachdem der PC-Hersteller sich vor 18 Monaten für 100 Mio. Dollar von seiner Mobilfunksparte Lenovo Mobile getrennt hatte, kauft das Unternehmen seine ehemalige Einheit wieder für 200 Mio. Dollar zurück.

Lenovo will die Division nutzen, um im Markt für Mobile Internet Devices (MIDs) stärker Fuß zu fassen. Dieser Markt soll in China im Jahr 2014 bereits ein Marktvolumen von über 16 Mrd. Dollar erreichen.

Lenovo hat eigenen Angaben zufolge bereits ein MID entwickelt, welches zwischen Netbook und Smartphone angesiedelt ist. Das Gerät soll über die Mobilfunksparte vertrieben werden, wobei allerdings noch kein endgültiger Release-Termin feststeht. Jedoch zeigt sich Lenovo-Chairman Yuanqing zuversichtlich, dass man durch den jüngsten Schachzug die Wachstumschancen im mobilen Internet nutzen könne…

Kurzportrait

Die in Beijing ansässige Lenovo Group wurde ursprünglich von elf Ingenieuren im Jahre 1984 gegründet. Zuvor firmierte das Unternehmen unter dem Namen Legend Group bzw. New Technology Developer Incorporated.

Heute ist Lenovo der größte PC-Hersteller Chinas und bietet nicht nur Desktop- und Laptop-Produkte, sondern auch Server- und Handheld-Rechner an. Zum Produktangebot zählen unter anderem die Lenovo ThinCentre Desktop-Rechner, die Lenovo 3000 J Serie, als auch die ThinkPad Laptop-Reihe und Tablet-PCs. Ergänzt werden diese durch die Laptop-Marke IdeaPad und die Lenovo 3000 C, N und V Serien. Daneben bietet Lenovo aber auch Workstations (Lenovo ThinkStation) an. Auch LCD- und CRT-Monitore gehören zum Produktangebot von Lenovo, wobei das Unternehmen aber auch ThinkVision-Projektoren vermarktet. Um sich künftig mehr um sein Kerngeschäft mit der Vermarktung von PCs zu konzentrieren, hat sich das Unternehmen von seinem Mobilfunkgeschäft in 2008 getrennt.

Bereits im Jahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme der PC-Sparte von IBM. Insgesamt bezahlte Lenovo 1,27 Mrd. Dollar für die IBM-Einheit, wodurch das Unternehmen zu einem internationalen Player aufstieg. Gleichzeitig bietet Lenovo auch IT-Services an. Ende 2009 gab Lenovo bekannt, seine Mobilfunksparte Lenovo Mobile für 200 Mio. US-Dollar zurückkaufen zu wollen. Im März 2008 hatte sich Lenovo von dieser Sparte getrennt.

Während Lenovo in China mit der Digital China Holdings in Sachen Vertrieb zusammenarbeitet, bauen die Chinesen ihr internationales Geschäft weiter aus. Mit weiteren Niederlassungen in USA, Indien und Deutschland ist Lenovo bereits in weiteren Märkten präsent. Darüber hinaus will Lenovo verstärkt in Schwellenmärkten wie in Indien aber auch im Mittleren Osten und Brasilien Fuß fassen.

Zuletzt war die chinesische Regierung mit einer Minderheitsbeteiligung der größte Einzelaktionär der Gesellschaft, nachdem der US-Technologiekonzern IBM in den vergangenen Jahren Zug um Zug Lenovo-Anteile verkauft hat.

Zahlen

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