Lenovo drängt ins mobile Internet

Mittwoch, 7. Juli 2010 13:37
Lenovo Unternehmenslogo

(IT-Times) - Zuletzt sorgte Lenovo-Gründer und Chairman Liu Chuanzhi mit seinen Äußerungen gegen Apple für Aufsehen. Der Lenovo-Manager warf den Amerikanern vor, den chinesischen Markt nicht genügend Beachtung zu schenken. Gleichzeitig freute sich der Manager darüber, dass sich Apple bislang in China so zurückhält. Apple habe keine Ahnung, wie chinesische Konsumenten denken, so der Manager gegenüber der Financial Times.

Die Provokationen des Managers kommen nicht von ungefähr, schließlich hat Lenovo selbst mit dem LePhone ein eigenes Smartphone in China ins Rennen geschickt, dass es mit dem iPhone aus dem Hause Apple aufnehmen soll. Durch den verbalen Schlagabtausch in der Presse erhofft sich der Lenovo-Lenker offenbar mehr Aufmerksamkeit für sein Produkt im Ausland, dass sich zumindest in China bis dato besser verkaufen soll, als das iPhone.

Lenovo will eine Million LePhone Smartphones verkaufen
Der chinesische PC-Hersteller (WKN: 894983) hatte sich im Jahr 2008 aus dem Mobilfunkmarkt zurückgezogen, nachdem man sich in diesem Markt nicht wirklich durchsetzen konnte. Nunmehr wagt Lenovo einen neuen Anlauf. Schon im laufenden Jahr will Lenovo eine Million LePhone Smartphones in China absetzen, so Lenovo Vizepräsident Tong Fuyao gegenüber Reuters. Ob Lenovo sein Smartphone später auch im Ausland auf den Markt bringen wird, dürfte nicht zuletzt davon abhängen, ob das Handy im Reich der Mitte gut bei den Kunden ankommt.

Man wolle die Ressourcen im neuen Fiskaljahr stärker bündeln und versuchen den Mobile-Internet-Markt zu kultivieren, kündigte Lenovo-Chef Yang Yuanqing jüngst an. Der Manager verwies darauf, dass das LePhone bereits in 5.000 Stores in China angeboten werde. Darauf wolle man aufbauen. Die Popularität der Marke Lenovo und nicht zuletzt durch das breite Vertriebsnetz sollen dazu beitragen, dass Lenovo zur Nummer eins im mobilen Internet wird, so der Lenovo CEO.

Mobiles Internet soll stärker in den Mittelpunkt rücken
Das Lenovo künftig im mobilen Internet eine stärkere Rolle spielen will, daran ließ Lenovo-Chef Yang Yuanqing bereits Anfang 2010 im Rahmen der CES-Messe keinen Zweifel. Das Unternehmen präsentierte dort mit dem „Skylight“ und mit dem „Ideapad U1“ neue Notebooks, die insbesondere für die Nutzung im mobilen Internet zugeschnitten sind.

Allerdings verschob Lenovo die Markteinführung der Produkte, um die Geräte weiter zu verbessern. Laut einem Bericht von DigiTimes soll nunmehr ein leistungsstärkerer Prozessor (1,5GHz Dual-Core) in den Produkten zum Einsatz kommen, wobei Lenovo gleichzeitig auf das Skylight OS Betriebssystem verzichten und stattdessen auf das Android-System setzen will. Insgesamt sollen mobile Internetprodukte in fünf Jahren 10 bis 20 Prozent zum Lenovo-Gesamtumsatz beitragen, heißt es aus dem Unternehmen…

Kurzportrait

Die in Beijing ansässige Lenovo Group wurde ursprünglich von elf Ingenieuren im Jahre 1984 gegründet. Zuvor firmierte das Unternehmen unter dem Namen Legend Group bzw. New Technology Developer Incorporated.

Heute ist Lenovo der größte PC-Hersteller Chinas und bietet nicht nur Desktop- und Laptop-Produkte, sondern auch Server- und Handheld-Rechner an. Zum Produktangebot zählen unter anderem die Lenovo ThinCentre Desktop-Rechner, als auch die ThinkPad Laptop-Reihe und Tablet-PCs. Ergänzt werden diese durch die Laptop- bzw. Netbook-Marke IdeaPad und die Lenovo 3000 C, N und V Serien. Daneben bietet Lenovo aber auch Workstations (Lenovo ThinkStation) an. Auch LCD- und CRT-Monitore gehören zum Produktangebot von Lenovo, wobei das Unternehmen aber auch ThinkVision-Projektoren vermarktet. Um sich künftig mehr um sein Kerngeschäft mit der Vermarktung von PCs zu konzentrieren, hat sich das Unternehmen von seinem Mobilfunkgeschäft in 2008 getrennt. Inzwischen hat sich Lenovo aber wieder im Smartphone-Markt mit eigenen Geräten vorgewagt.

Bereits im Jahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme der PC-Sparte von IBM. Insgesamt bezahlte Lenovo 1,27 Mrd. Dollar für die IBM-Einheit, wodurch das Unternehmen zu einem internationalen Player aufstieg. Gleichzeitig bietet Lenovo auch IT-Services an. Ende 2009 gab Lenovo bekannt, seine Mobilfunksparte Lenovo Mobile für 200 Mio. US-Dollar zurückkaufen zu wollen. Im März 2008 hatte sich Lenovo von dieser Sparte getrennt.

Während Lenovo in China mit der Digital China Holdings in Sachen Vertrieb zusammenarbeitet, bauen die Chinesen ihr internationales Geschäft weiter aus. Mit weiteren Niederlassungen in USA, Indien und Deutschland ist Lenovo bereits in weiteren Märkten präsent. Darüber hinaus will Lenovo verstärkt in Schwellenmärkten wie in Indien aber auch im Mittleren Osten und Brasilien Fuß fassen.

Zuletzt war die chinesische Regierung mit einer Minderheitsbeteiligung der größte Einzelaktionär der Gesellschaft, nachdem der US-Technologiekonzern IBM in den vergangenen Jahren Zug um Zug Lenovo-Anteile verkauft hat.

Zahlen

Der Umsatz von Lenovo stieg im vierten Fiskalquartal 2009/2010 gegenüber dem Vorjahresquartal von 2,77 Mrd. US-Dollar auf 4,31 Mrd. US-Dollar. Dies entspricht einem Zuwachs um 55,8 Prozent.

Im gleichen Zeitraum gelang es dem Unternehmen beim operativen Ergebnis aus den roten Zahlen zu kommen. Wurde im Vorjahresquartal noch ein operatives Ergebnis von minus 76 Mio. Dollar gemeldet, nannte Lenovo für das letzte Quartal 2009/2010 einen operativen Gewinn von 47 Mio. Euro.

Unter dem Strich blieb dem Computerhersteller ein Nettoergebnis von plus 13 Mio. Dollar nach minus 264 Mio. Dollar im Jahr zuvor. Entsprechend entwickelte sich das verwässerte Ergebnis je Aktie von minus 2,98 Dollar auf plus 0,13 Dollar.

Meldung gespeichert unter: Lenovo

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