Kontron trotzt bislang der Konjunkturflaute

Embedded Computer Technologie (ECT)

Freitag, 1. August 2008 12:41
Kontron Unternehmenslogo

(IT-Times) Der Marktführer bei Embedded Computersystemen Kontron AG (WKN: 605395) konnte im zweiten Quartal mit positiven Zahlen überraschen und stellt auch für das laufende Jahr trotz Konjunktursorgen ein zweistelliges Wachstum in Aussicht. Trotzdem hat sich der Kontron-Aktienkurs von seinem Hoch Ende 2007 bis heute fast halbiert.

Die schwache Konjunkturentwicklung hat Kontron bislang noch nicht erreicht, nachdem das Unternehmen viele Kleincomputer in Schwellenländer wie Russland und China absetzen konnte. Auch der Auftragsbestand weist mit einem Plus von 19,5 Prozent auf 307 Mio. Euro bislang keinerlei Anzeichen auf, dass sich das Geschäft spürbar verlangsamen wird.

Dennoch dürfte auch Kontron nicht immun gegen eine Rezession sein, sollte sich die Konjunktur im zweiten Halbjahr noch weiter eintrüben. Immerhin setzt Kontron nach wie vor 50 Prozent seiner Produkte in Europa ab, wobei rund 25 Prozent der Kleincomputer nach Amerika exportiert werden.

Allerdings sieht sich Kontron für einen drohenden Abschwung bestens gerüstet. Nachdem Kontron seine malaysische Tochter, die zwei Fabriken in Penang betreibt, unter seine Kontrolle gebracht hat, kann das Unternehmen künftig drei Viertel seiner Kleincomputer an dem günstigen Standort in Malaysia produzieren. Dies dürfte die Kosten mittelfristig weiter senken.

Neuer Joint Venture-Partner kommt aus der Softwarebranche
Daneben sucht Kontron derzeit nach einem dritten Partner für sein Joint Venture Quanmax, welches die Deutschen mit der taiwanschen Quanta Computer betreiben. Kontron will seine Beteiligung an dem Venture von 45 auf unter 20 Prozent reduzieren, dafür aber noch einen starken Partner mit an Bord holen. Der neue Partner werde über eine starke Präsenz im Softwaremarkt verfügen, deutet Kontron-Vorstand Ulrich Gehrmann an.

Wer dieser neue Partner sein wird, wollte der Manager aber noch nicht sagen. Fest steht, dass Quanmax die Procurement-Kosten für seine Eigentümer nochmals senken wird, eine Entwicklung die Kontron sehr entgegen kommt, sollte die Konjunktur im zweiten Halbjahr doch noch stärker einbrechen und das Wachstum einbremsen…

Kurzportrait

Die im Jahre 1962 gegründet und in Eching bei München ansässige Kontron AG sieht sich als einer der weltweit führenden Hersteller von Embedded Computer Technologien (ECT). Die eingebetteten bzw. integrierten Rechnertechniken des Unternehmens kommen in verschiedensten Industrien zum Einsatz. So beliefert Kontron heute die Daten-, Telekommunikations-, Automatisierungs- und Medizin-, Militär- und Regeltechnikindustrie mit verschiedenen Computerlösungen und Bauteilen.

Neben Computer-On-Modules, werden unter anderem auch Single Board Computer, Flatpanel-Lösungen, Embedded Motherboards, HMI- und Mobile-Lösungen angeboten. Zur Gruppe gehören die Einheiten Kontron Embedded Modules GmbH, Kontron Modular und Computers GmbH. Das Unternehmen unterhält mehre Standorte in Deutschland, darunter in Kaufbeuren und Deggendorf. Zudem ist Kontron mit Tochterfirmen in Minneapolis/USA, San Diego/USA, Taipei/Taiwan sowie in Moskau/Russland und in Beijing/China präsent. Insgesamt unterhält Kontron Vertriebsgesellschaften in mehr als 20 Ländern weltweit.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich Kontron immer wieder durch ausgesuchte Zukäufe. So wurde bereits in 1999 der Spezialist für Single Board Computer und Systemen Teknor Industrial Computers übernommen. Ein Jahr später kaufte Kontron den in Kaufbeuren ansässigen Single Board Computerspezialisten PEP Modular Computers GmbH. Im gleichen Jahr schluckte man die in Taiwan ansässige Taiwan Mycomp Company (TMC) - ebenfalls ein Spezialist im Bereich Single Board Computer. Im Jahr 2001 wurde dann der US-Spezialist ICS Advent akquiriert, ein Spezialist für komplexe Computerlösungen. Im Jahr 2002 folgte dann die Verschmelzung mit der Deggendorfer JUMPtec, ebenfalls ein Spezialist im Bereich Embedded Computer. Im Jahr 2005 verstärkte sich Kontron in den USA und übernahm den Spezialisten Dolch. Im Herbst 2007 trennte sich die US-Tochter Kontron Americas von dem Geschäft mit mobilen Computern (Mobile Rugged Business) und veräußerte dieses an die Crane Co. Anfang 2008 übernahm Kontron den Spezialisten Thales Computers S.A. Zugleich schloss Kontron ein Joint Venture mit dem taiwanschen Anbieter Quanta Computers, wobei sich Quanta an der Kontron-Tochter Kontron Asia beteiligt. Zusammen mit Quanta betreibt Kontron das Joint Venture Quanmax. Weiterer Kooperationspartner ist unter anderem der südkoreanische Spezialist MDS Technology.

Auch die ehemalige INSIDE Technology A/S gehört zum Kontron-Konzern und forciert nunmehr unter dem Namen von Kontron Technology A/S das Skandinavien-Geschäft. Weitere Tochterfirmen sind unter anderem die russische RTSoft (Distributor) sowie die Kontron-Einheit XTRO IT Solutions. In Sachen Vertrieb ist man mit der Kontron Asia, an der man mit 66,7 Prozent beteiligt ist, im asiatisch-pazifischen Raum präsent, während man in Tschechien mit der Kontron Czech s.r.o eine weitere Tochter besitzt. Insgesamt beschäftigte Kontron zuletzt mehr als 2.400 Mitarbeiter, davon mehr als 800 Ingenieure.

Zahlen

Kontron setzte im vergangenen zweiten Quartal 2008 rund 126,7 Mio. Euro um - der höchste Quartalsumsatz der Unternehmensgeschichte. Das Wachstum lag nach Unternehmensangaben damit über den Erwartungen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Umsatz: 111,7 Mio. Euro) entspricht dies einem Plus von 13,5 Prozent, währungsbereinigt lag das Wachstum bei 25 Prozent. Im ersten Halbjahr lagen damit die Erlöse bei 232,6 Mio. Euro gegenüber 207,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Dies entspricht einem Plus von zwölf Prozent, währungsbereinigt von 23 Prozent.

Mit 12,8 Mio. Euro stieg das operative Ergebnis im zweiten Quartal um 22,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert (10,4 Mio. Euro). Die EBIT-Marge kletterte damit auf 10,1 Prozent gegenüber 9,3 Prozent im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr wuchs das EBIT um 25 Prozent auf 21,5 Mio. Euro gegenüber 17,2 Mio. Euro in den ersten sechs Monaten 2007. Der Periodenüberschuss stieg im zweiten Quartal auf 9,2 Mio. Euro; dies entspricht einer Steigerung von 15,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (7,9 Mio. Euro). Im 1. Halbjahr lag damit der Periodenüberschuss bei 15,9 Mio. Euro gegenüber 12,8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Plus von 24,2 Prozent.

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