Kontron sucht seine Chance im Markt für CompactPCI Serials

PCI Serial Prozessor Boards

Donnerstag, 7. März 2013 13:52
Kontron Unternehmenslogo

(IT-Times) - Die Aktien des Minicomputer-Herstellers Kontron AG präsentierten sich in den vergangenen Monaten wieder deutlich fester. Notierten Kontron-Papiere im Herbst 2012 noch auf dem Niveau von 3,25 Euro übersprang der Kurs zuletzt die Marke von 4,50 Euro.

Umstrukturierung soll im ersten Halbjahr 2013 abgeschlossen sein
Die Hoffnung der Anleger ruhen nicht zuletzt auf dem Restrukturierungsprogramm „Shape“, dass für mehr Wachstum und eine höhere Profitabilität sorgen soll. Im Rahmen von „Shape“ will sich die Kontron AG (WKN: 605395) wieder mehr auf sein Kerngeschäft konzentrieren und Geschäftsprozesse straffen. Künftig will das Unternehmen aus vier Kerngeschäftsfeldern heraus operieren: Industry, Communication, Military/Aero/Rail und Multimarket.

Zudem hat der Embedded Computerspezialist mit „Kontron Ventures“ eine neue Einheit für Innovationsprojekte ins Leben gerufen. Das Venture soll Wachstumschancen in anderen Märkten frühzeitig auftun. Insgesamt geht man bei Kontron davon aus, dass die Umstrukturierung im ersten Halbjahr 2013 abgeschlossen werden kann.

Neben dem Restrukturierungsprogramm setzt Kontron große Hoffnungen in das Geschäft mit CompactPCI Serial Prozessorboards. Bislang blieb die große Unterstützung von Seiten der OEM-Kunden aus.

Kontron steigt in das Geschäft mit CompactPCI Serial Boards ein
Dies könnte sich durch den Support für CompactPCI künftig ändern. Bislang wurde dieser modulare Standard nicht durch die Hersteller von Embedded Computer Technik unterstützt, obwohl der Standard im Bereich Industriecomputer mitunter die höchste Akzeptanz genießt.

Kontron hat nunmehr mit dem Kontron CPS3003-SA das erste 3HE CompactPCSI Serial Prozessorboard mit dem neuesten Intel Core i7 Prozessor vorgestellt, welches mit umfassenden Funktionen aufwarten kann. Durch die gleichzeitige Unterstützung der Standards PCI-Express Gen 3.0, USB 3.0, SATA 6G sowie Gigabit Ethernet over Backplane sollen völlig neue Anwendungsbereiche möglich werden.

Neben der industriellen Automation, kann die Technik auch im Transport- und Verkehrswesen sowie in der klassischen Medizin- und Verteidigungstechnik zum Einsatz kommen. Kontron-Prozessorboard CPS3003-SA unterstützt sowohl Linux, als auch Microsoft Windows 7, Windows Embedded Standard 7, Windows XP und VxWorks.

Markt für Embedded Computer Boards soll auf 4,4 Mrd. Dollar klettern
Insgesamt bietet der weltweite Markt für Embedded Computer Boards und Module nach wie vor Wachstumschancen. Die Marktforscher aus dem Hause IMS Research gehen davon aus, dass der Markt von 2,6 Mrd. US-Dollar in 2011 auf ein Volumen von 4,4 Mrd. Dollar in 2016 klettern wird.

Eine zunehmend größere Rolle dürften dabei ARM-basierte Computer on Module (COMs) spielen. Deren Anteil dürfte von 14 Prozent in 2011 auf 28 Prozent in 2016 klettern. Auf diesen Trend muss sich auch Kontron einstellen, will das Unternehmen im Embedded Computer Markt weiterhin die Nummer 1 bleiben.

Kurzportrait

Die im Jahre 1962 gegründet und in Eching bei München ansässige Kontron AG sieht sich als einer der weltweit führenden Hersteller von Embedded Computer Technologien (ECT). Die eingebetteten bzw. integrierten Rechnertechniken des Unternehmens kommen in verschiedensten Industrien zum Einsatz. So beliefert Kontron heute die Daten-, Telekommunikations-, Automatisierungs- und Medizin-, Militär- und Regeltechnikindustrie mit verschiedenen Computerlösungen und Bauteilen.

Um den Markt effektiver zu bedienen will Kontron aus vier Kerngeschäftsfeldern heraus operieren: Industry, Communication, Military/Aero/Rail und Multimarket. Neben Computer-On-Modules, werden unter anderem auch Single Board Computer, Flatpanel-Lösungen, Embedded Motherboards, HMI- und Mobile-Lösungen angeboten. Das Unternehmen unterhält mehre Standorte in Deutschland, darunter in Kaufbeuren und Deggendorf. Zudem ist Kontron mit Tochterfirmen in Minneapolis/USA, San Diego/USA, Taipei/Taiwan sowie in Moskau/Russland und in Beijing/China präsent. Insgesamt unterhält Kontron Vertriebsgesellschaften in mehr als 20 Ländern weltweit.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich Kontron immer wieder durch ausgesuchte Zukäufe. Im Jahr 2002 folgte dann die Verschmelzung mit der Deggendorfer JUMPtec, ebenfalls ein Spezialist im Bereich Embedded Computer. Im Jahr 2005 verstärkte sich Kontron in den USA und übernahm den Spezialisten Dolch. Im Herbst 2007 trennte sich die US-Tochter Kontron Americas von dem Geschäft mit mobilen Computern (Mobile Rugged Business) und veräußerte dieses an die Crane Co. Anfang 2008 übernahm Kontron den Spezialisten Thales Computers S.A. Zugleich schloss Kontron ein Joint Venture mit dem taiwanschen Anbieter Quanta Computers, wobei sich Quanta an der Kontron-Tochter Kontron Asia beteiligt. Zusammen mit Quanta betreibt Kontron das Joint Venture Quanmax. Im Herbst 2008 verstärkte sich Kontron durch die Übernahme des Communication Rackmount Server Geschäfts von Intel. Im Herbst 2009 übernahm Kontron mit 78 Prozent die Mehrheit am Schweizer Computerhersteller Digital-Logic AG. Zudem gründete Kontron die Kontron Technology India, an welcher Kontron mit 51 Prozent die Mehrheit hält. Im Frühjahr 2010 übernahm Kontron die kalifornische AP Labs.

Auch die ehemalige INSIDE Technology A/S gehört zum Kontron-Konzern und forciert nunmehr unter dem Namen von Kontron Technology A/S das Skandinavien-Geschäft.

Weitere Tochterfirmen sind unter anderem die russische RTSoft (Distributor) sowie die Kontron-Einheit XTRO IT Solutions. In Sachen Vertrieb ist man mit der Kontron Asia, an der man mit 66,7 Prozent beteiligt ist, im asiatisch-pazifischen Raum präsent, während man in Tschechien mit der Kontron Czech s.r.o eine weitere Tochter besitzt. Mitte 2012 trennte sich Kontron von der US-Gesellschaft AP Papro. Insgesamt beschäftigte Kontron zuletzt rund 2.900 Mitarbeiter, davon mehr als 900 Ingenieure.

Meldung gespeichert unter: Embedded Computer Technologie (ECT)

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