JA Solar hofft auf Nachfrage aus Deutschland

Mittwoch, 3. Juni 2009 12:46
JA Solar Holdings

(IT-Times) - Die Aktien des chinesischen Solarzellenherstellers JA Solar Holdings (Nasdaq: JASO, WKN: A0F5W9) legten zuletzt um knapp zehn Prozent zu. Hintergrund ist die Hoffnung, dass die Nachfrage nach Solarzellen im ersten Quartal 2009 ihren Tiefpunkt erreicht hat und im Jahresverlauf wieder deutlich anziehen wird.

Der Nachfragerückgang hat einen massiven Preisverfall nach sich gezogen, so dass Solarmodule heute deutlich günstiger zu haben sind, als noch vor einem Jahr. Ob sich mit der Nachfrageerholung auch eine Stabilisierung an der Preisfront anbahnt, ist noch nicht ganz klar. Ende Mai sanken die Spot-Preise für Polysilizium auf 75 US-Dollar pro Kilogramm, wobei einige chinesische Hersteller das Material inzwischen für 60 bis 65 Dollar pro Kilogramm anbieten.

Im Rahmen der Intersolar 2009, die Ende Mai in München stattfand, boten chinesische und taiwansche Solarspezialisten Solarmodule für zu 2,0 Dollar pro Watt an, nachdem Solarmodule aus dem Reich der Mitte Anfang April noch zu Preisen von 2,5 bis 2,8 Dollar pro Watt gehandelt wurden, berichtet der Branchendienst DigiTimes.

Einspeisevergütung in Deutschland könnte noch stärker sinken
Inzwischen kursieren Gerüchte, wonach die deutsche Regierung die Einspeisevergütung für Solarstrom noch weiter kappen will und damit einen ähnlichen Weg wie Spanien einschlagen könnte. Der Grund ist nicht nur die angespannte Haushaltslage, die von einer zunehmenden Verschuldung geprägt ist, sondern auch der drastische Preisverfall bei Solarmodulen, nachdem die Modulepreise zuletzt deutlich schneller gefallen sind, als die Einspeisevergütung.

Bei kleinen Anlagen (bis 30 kWp) wird seit 1. Januar 2009 in Deutschland 43,01 Cent je Kilowattstunde (kWh) bezahlt, die in das Netz eingespeist werden. Bei größeren Anlagen werden ab einer Leistung von 30 kWp nur noch 40,91 Cent je kWh garantiert. Im Jahr 2010 soll die Einspeisevergütung für kleine Solaranlagen dann auf 39,57 Cent je kWh sinken.

Sollte der deutsche Gesetzgeber die Einspeisevergütung für 2010 tatsächlich nochmals reduzieren, rechnen die Anbieter mit einem deutlichen Nachfrageanstieg nach Solarprodukten im August und im September. Profitieren davon könnten dann insbesondere chinesische Solarspezialisten, die derzeit Zellen und Module zum Spotpreis am Markt anbieten…

Kurzportrait

Die im Jahre 2005 gegründete JA Solar Holdings Co Ltd. gilt heute als einer der führenden Solarzellenhersteller Chinas. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Shanghai fertigt Solarzellen in seinen eigenen Fertigungsfabriken in Hebei/China.

Das Unternehmen hat sich dabei auf die Herstellung von monokristallinen Solarzellen spezialisiert, bereitet aber auch die Herstellung von multikristallinen Solarzellen vor. Die von JA Solar produzierten Solarzellen weisen Wirkungsgrade von 16,1 bis 16,9 Prozent auf. JA Solar verkauft seine Solarzellen mehrheitlich an Solarmodulehersteller in China, Deutschland, Schweden, Spanien, Südkorea und in die USA. Zu den größten Kunden der Gesellschaft gehören unter anderem die Solarspezialisten Canadian Solar, Wuxi Jiacheng, Shanghai Chaori, Jiangsu Aide Solar Energy S&T Co und Shanghai Solar Energy S&T Co.

Erst im Dezember 2007 gründete JA Solar mit der JA Solar Hong Kong Limited eine neue Einheit. Operativ wird das Geschäft von der 100%igen Tochterfirma JingAo Solar Co (JA Hebei) voran getrieben. Im Februar 2007 fand auch der Börsengang des Unternehmens statt, um eine weitere Expansion zu finanzieren.

Neben dem Verkauf von Solarzellen bietet JA Solar auch Prozessabwicklungsservices für seine Kunden. Liefert der Kunde seine eigenen Solar-Wafer an JA Solar, verarbeitet das Unternehmen diese zu Solarzellen und schickt die fertigen Zellen dann zurück an den Kunden. Daneben bietet JA Solar auch OEM-Services an und fertigt Solarzellen bzw. Solarmodule nach den Spezifikationen des Herstellers.

Neben der Errichtung eines neuen Forschungscenters, baut JA Solar derzeit gerade an einer neuen Fertigungslinie für Solarzellen an seinem Standort in Yangzhou, in der Provinz Jiangsu. Um sich Silizium für seine Produktion zu sichern, unterhält JA Solar langfristige Lieferverträge wie mit dem Silizium-Produzenten Jiangsu Zhongneng Polysilicon Technology Development Co.

Zahlen

Im ersten Quartal 2009 brach der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 79,4 Prozent ein und sank damit von 1,1 Mrd. Renminbi (RMB) in den ersten drei Monaten 2008 auf nun 231,7 Mio. RMB (33,9 Mio. US-Dollar). Auch gegenüber dem Vorquartal (viertes Quartal 2008) brach der Umsatz nur unwesentlich geringer ein. So sank er gegenüber dem Dezemberquartal, als JA Solar noch 979 Mio. RMB umsetzte, um 76,3 Prozent.

Einen Turnaround in die roten Zahlen legte JA Solar damit auf der Ergebnisseite hin. So drehte sich das Vorjahres-Bruttoergebnis von plus 235,9 Mio. RMB um und summierte sich auf minus 142,7 Mio. RMB. Nur geringfügig um 30 Prozent zurückgegangen sind im ersten Quartal 2009 zudem die operativen Kosten, was dazu führte, dass auch das operative Ergebnis deutlich im negativen Terrain lag. Dieses summierte sich auf minus 193,1 Mio. RMB oder gut 83 Prozent vom Umsatz. Noch im Vorjahr hatte JA Solar einen operativen Gewinn von 163,6 Mio. RMB verzeichnet.

Meldung gespeichert unter: JA Solar Holdings

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