Intel will nach Rekordjahr mit Rekordinvestitionen weiter den Takt vorgeben - Sandy Bridge im Mittelpunkt

Montag, 17. Januar 2011 13:50
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(IT-Times) - Der weltgrößte Chip-Hersteller Intel (Nasdaq: INTC, WKN: 855681) hat gerade das beste Jahr in der Firmengeschichte hinter sich gebracht, schon bereitet sich der Branchenriese auf den nächsten Wachstumszyklus vor.

Intel will Rekordsumme von neun Mrd. Dollar investieren
In diesem Jahr will Intel nicht weniger als neun Mrd. US-Dollar für den Ausbau von Fertigungskapazitäten sowie in Forschung und Entwicklung investieren - eine Rekordsumme, nachdem Rekordjahr 2001, als Intel 7,1 Mrd. Dollar investiert hat. Die Kapitalausgaben sollen vor allem den Umstieg auf die neue 22-Nanometer-Prozesstechnik forcieren, womit Intel mehr Chips noch günstiger herstellen kann.

Eine große Rolle dürfte in diesem Zusammenhang auch Intels neuer Wunder-Chip Sandy Bridge spielen, den Intel im Rahmen der CES in Las Vegas vorgestellt hat. Der neue Chipsatz vereinigt Prozessor- und Grafikfunktionen auf einem Chip und soll nicht nur leistungsfähiger sein, sondern auch weniger Strom verbrauchen.

Sandy Bridge gilt als revolutionär - Chip soll bis zu 15 Mrd. Dollar Umsatz sorgen
Als revolutionär und progressiv wird Intels neuer Chip gern beschrieben, wobei Raymond James Analyst Hans Mosesmann in dem neuen Chipsatz sogar Intels bestes Produkt seit den letzten 10 bis 15 Jahren sieht. Mit Sandy Bridge dürfte Intel einen technischen Vorsprung von etwa ein bis zwei Jahren vor AMD haben, glaubt Mosesmann. Zudem dürfte Sandy Bridge um fünf bis zehn Prozent mehr Profit abwerfen, als typischerweise für diese Plattformen in der Chipbranche üblich sind, schätzt der Analyst.

Tatsächlich ist das Interesse an Intels neuem Rechnerkern sehr groß. Laut Intel-Chef Paul Otellini kann Intel bereits rund 500 Design-Wins für Sandy Bridge vorweisen. Der Grund für das starke Interesse der PC-Hersteller sind nicht nur niedrige Stromverbrauchswerte, sondern auch überzeugende Leistungsdaten. Sandy Bridge soll einen Performance-Vorteil von 40 bis 50 Prozent gegenüber stand-alone Grafikchips bieten, die derzeit auf den Markt erhältlich sind.

So dürfte das neue Chip-Wunder allein in diesem Jahr für zusätzliche Umsätze in Höhe von 125 Mrd. US-Dollar bei den PC-Herstellern sorgen, ist sich der Intel-Chef sicher. Insgesamt geht der Intel-Lenker davon aus, dass Sandy Bridge bereits in diesem Jahr ein Drittel des Intel-Gesamtumsatzes bzw. rund 13 bis 15 Mrd. US-Dollar beisteuern wird.

Kurzportrait

Der Halbleitergigant Intel, ansässig in der kalifornischen Technologieschmiede Santa Clara, stieg in den 80er und 90er durch sein Bündnis mit dem Softwarehersteller Microsoft zum weltweit führenden Prozessorhersteller auf. Das Unternehmen rüstet dabei mehr Personalcomputer mit Prozessoren aus, als jeder andere Hersteller auf der Welt. Insgesamt wird Intel ein Marktanteil von rund 80 Prozent im Bereich PC-Chips zugeschrieben.

Neben Prozessoren entwickelt das Unternehmen aber auch Flashspeicher. Ferner bietet der Halbleiterhersteller auch andere Mikrochips an, welche im Zusammenhang mit Netzwerken und industriellen Anwendungen eingesetzt werden. Insgesamt operiert Intel heute aus neun Geschäftssegmenten heraus: PC Client Group, Data Center Group, Embedded and Communications Group, Digital Home Group, Ultra-Mobility Group, NAND Solutions Group, Wind River Software Group, Software and Services Group and Digital Health Group. Der größte Geschäftsbereich ist die PC Client Group, in der das Geschäft mit Desktop- und Netbook-Chips zusammengefasst ist. Der Geschäftsbereich beinhaltet unter anderem das Geschäft mit Core i7-, Core i5-, Core i3-Prozessoren.

Der US-Computerhersteller Dell gehört mit zu den größten Kunden des Halbleitergiganten. Neben dem Kerngeschäft hält das Unternehmen auch zahlreiche Beteiligungen an anderen Technologieunternehmen. Im Jahr 2001 übernahm Intel den Modemspezialisten Xircom. Das Unternehmen ist inzwischen ein Teil von Intels Netzwerkaktivitäten und entwickelt neben Modemkarten für PCs auch Schnittstellen für drahtlose Übertragungstechniken.

Im Oktober 2000 kaufte Intel den US-Spezialisten Ziatech auf. Im Jahr 2003 beteiligte sich Intel an Japans DRAM-Hersteller Elpida. Gleichzeitig übernahm Intel den Spezialisten für optische Netzwerke West Bay Semiconductor. Im Jahr 2006 verkaufte Intel sein Media- und Signaling-Geschäft an Eicon Networks, gleichzeitig trennte man sich vom Mobilfunk- und Anwendungsprozessorgeschäft und gab diesen Bereich an Marvel ab. Auch die RFID-Einheit verkaufte Intel an den Spezialisten Impinj. Im Herbst 2008 verstärkte sich Intel durch die Übernahme des Ethernet-Spezialisten NetEffect sowie durch den Linux-Spezialisten OpenedHand. Gleichzeitig trennte sich Intel von seinem Geschäftsbereich Communication Rackmount Server. Im Mai 2009 stieg Intel mit fünf Prozent beim Halbleiterausrüster ASM International ein. Mitte 2009 schluckte Intel den Softwarespezialisten Wind River. Zudem übernahm Intel die Mobilfunkchipsparte des Münchner Halbleiterkonzerns Infineon. Ende 2010 verstärkte sich Intel durch die Übernahme des Startup-Spezialisten CognoVision.

Über seinen Kapitalarm Intel Capital investierte der Chiphersteller zuletzt in eine Reihe von Startup-Firmen wie Gteko, Synacor, Telligent Systems und Zinio Systems. Gemeinsam mit STMicrelectronics gründete Intel das Flashspeicher-Venture Numonyx, welches inzwischen an Micron verkauft wurde.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet Intel einen Umsatzanstieg um acht Prozent auf 11,5 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 10,6 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Dabei legte der Nettogewinn auf 3,39 Mrd. Dollar oder 59 US-Cent je Aktie zu, nach einem Gewinn von 2,28 Mrd. Dollar oder 40 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte Intel auch die Markterwartungen der Analysten deutlich übertreffen, die im Vorfeld mit Einnahmen von 11,37 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 53 US-Cent je Aktie gerechnet hatten.

Meldung gespeichert unter: Intel

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