Intel - Strukturwandel im PC-Markt trifft den Halbleitergiganten mit voller Wucht

Montag, 10. September 2012 13:27
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(IT-Times) - Intel-Aktien brachen am vergangenen Freitag in New York deutlich ein, nachdem das Unternehmen seinen Umsatzausblick nach unten korrigieren musste. Das Intel-Management macht dafür eine allgemein schwächere Nachfrage im Zuge einer schwächeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung verantwortlich.

Doch das dürfte nur die halbe Wahrheit sein. Intel hat den Trend in Richtung Mobile Computing (Tablets und Smartphones) verschlafen und kämpft nunmehr mit der Misere auf dem PC-Markt. Intel hatte gehofft, dass sich Ultrabooks neben den Tablet PCs auf den Markt etablieren können, die Nachfrage nach diesen Geräten hielt sich zuletzt aber in Grenzen.

Zwar sind bereits erste Smartphones mit Intel-Chipsätzen auf den Markt, doch die Anzahl der Smartphone-Modelle mit Intel-Chips ist überschaubar. Moderne Smartphone-Hersteller wie Motorola, LG, HTC und Samsung setzen bei ihren neuen Geräten auf Qualcomm-Prozessoren.

PC-Branche steht vor strukturellem Wandel
Intel (Nasdaq: INTC, WKN: 855681) muss nunmehr die Schwäche auf dem PC-Markt ausbaden. Analysten wie Citigroup Analyst Glen Young erwarten trotz Windows 8 das schwächste zweite Halbjahr für den PC-Markt überhaupt. Vor allem die Konfusion, die durch die Markteinführung von Windows 8 entstehen dürfte, als auch der zunehmende Wettbewerb durch Tablets dürften den PC-Markt weiter negativ beeinträchtigen, glaubt Young.

Auch Drake Johnstone aus dem Hause Devenport erwartet, dass die Nachfrage im PC-Markt auch in den nächsten Quartalen weiter schwach bleiben wird, da im Zuge der allgemein flauen Wirtschaftslage weder Firmenkunden, noch Konsumenten neue Maschinen anschaffen werden.

Intel verschiebt Haswell auf 2013
Auch die Verschiebung der nächsten Prozessor-Generation Haswell auf das nächste Jahr scheint eher ein strategischer Schachzug von Intel, um den Wert der aktuellen Ivy Bridge Generation weiter hoch zu halten.

Glaubt man Medienberichten, dürften erste Haswell-basierte Prozessoren erst im März 2013 auf den Markt kommen. In dieser Woche will Intel im Rahmen des Intel Developer Forums (IDF) in San Francisco (11. bis 13. September) weitere Einzelheiten zu seiner neuen Chip-Generation vorstellen. Der Ivy Bridge Nachfolger soll sich durch eine besonders niedrige Leistungsaufnahme (10 Watt) auszeichnen und damit die Batterielaufzeit für Ultrabooks deutlich verlängern. Ob Intel durch Haswell auch seine Probleme im Mobile Computing Markt lösen kann, bleibt abzuwarten.

Kurzportrait

Der Halbleitergigant Intel, ansässig in der kalifornischen Technologieschmiede Santa Clara, stieg in den 80er und 90er durch sein Bündnis mit dem Softwarehersteller Microsoft zum weltweit führenden Prozessorhersteller auf. Insgesamt wird Intel ein Marktanteil von rund 80 Prozent im Bereich PC-Chips zugeschrieben.

Neben Prozessoren entwickelt das Unternehmen aber auch Flashspeicher. Ferner bietet der Halbleiterhersteller auch andere Mikrochips an, welche im Zusammenhang mit Netzwerken und industriellen Anwendungen eingesetzt werden. Insgesamt operiert Intel heute aus neun Geschäftssegmenten heraus: PC Client Group, Data Center Group, Embedded and Communications Group, Digital Home Group, Ultra-Mobility Group, NAND Solutions Group, Wind River Software Group, Software and Services Group and Digital Health Group. Der größte Geschäftsbereich ist die PC Client Group, in der das Geschäft mit Desktop- und Netbook-Chips zusammengefasst ist. Der Geschäftsbereich beinhaltet unter anderem das Geschäft mit Core i7-, Core i5-, Core i3-Prozessoren.

Der US-Computerhersteller Dell gehört mit zu den größten Kunden des Halbleitergiganten. Neben dem Kerngeschäft hält das Unternehmen auch zahlreiche Beteiligungen an anderen Technologieunternehmen. Im Jahr 2001 übernahm Intel den Modemspezialisten Xircom. Das Unternehmen ist inzwischen ein Teil von Intels Netzwerkaktivitäten und entwickelt neben Modemkarten für PCs auch Schnittstellen für drahtlose Übertragungstechniken.

Im Oktober 2000 kaufte Intel den US-Spezialisten Ziatech auf. Im Jahr 2003 beteiligte sich Intel an Japans DRAM-Hersteller Elpida. Gleichzeitig übernahm Intel den Spezialisten für optische Netzwerke West Bay Semiconductor. Im Jahr 2006 verkaufte Intel sein Media- und Signaling-Geschäft an Eicon Networks, gleichzeitig trennte man sich vom Mobilfunk- und Anwendungsprozessorgeschäft und gab diesen Bereich an Marvel ab. Auch die RFID-Einheit verkaufte Intel an den Spezialisten Impinj. Im Herbst 2008 verstärkte sich Intel durch die Übernahme des Ethernet-Spezialisten NetEffect sowie durch den Linux-Spezialisten OpenedHand. Gleichzeitig trennte sich Intel von seinem Geschäftsbereich Communication Rackmount Server. Im Mai 2009 stieg Intel mit fünf Prozent beim Halbleiterausrüster ASM International ein. Mitte 2009 schluckte Intel den Softwarespezialisten Wind River. Zudem übernahm Intel die Mobilfunkchipsparte des Münchner Halbleiterkonzerns Infineon. Im Herbst 2010 kaufte Intel den Anti-Virusspezialisten McAfee. Anfang 2012 wurde zudem das Infiniband-Geschäft von Qlogic übernommen. Mitte 2012 kaufte Intel 15 Prozent der Anteile an ASML, zudem erwarb Intel rund 1.700 Patente und Patentanträge von InterDigital.

Zahlen

So stieg der Umsatz von Intel gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres von 13,0 Mrd. auf 13,5 Mrd. US-Dollar. Im gleichen Zeitraum blieb das operative Ergebnis mit 3,8 Mrd. Dollar leicht hinter dem Vorjahreswert von 3,9 Mrd. Dollar zurück.

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