Intel leidet unter Preisverfall und Rezessionsängsten

Donnerstag, 17. Januar 2008 13:12
Intel

(IT-Times) Nach schwachen Zahlen des US-Chipherstellers Intel (Nasdaq: INTC, WKN: 855681) brachen dessen deutlich ein. Der Branchenprimus blieb mit den jüngsten Umsatz- und Gewinnzahlen hinter den Markterwartungen zurück und sorgte zudem mit einem verhaltenen Umsatzausblick auf das laufende erste Quartal 2008 für Verunsicherung bei den Anlegern, die Intel-Aktien in Massen auf den Markt warfen.

Bei den Anlegern geht derzeit die Angst um, dass die US-Wirtschaft in die Rezession abgleiten und die zyklische Halbleiterbranche mitreißen wird. Zwar beteuert Intel-CEO Paul Otellini immer wieder, dass Intel 75 Prozent seiner Umsätze außerhalb der USA erwirtschaftet, doch Marktbeobachter sehen im Falle einer US-Rezession auch Japan und andere asiatische Schwellenländer betroffen, dessen Wachstumsraten dann wohl nicht mehr so hoch ausfallen werden wie in den vorhergehenden Jahren.

Intel leidet unter schwachen NAND-Preisen
Zu schaffen machen Intel aber nicht nur makroökonomische Bedingungen, sondern auch der anhaltende Preisverfall bei NAND-Flashspeicherchips. Die durchschnittlichen Verkaufspreise im NAND-Bereich fielen im dritten Quartal stärker als erwartet. Intel macht an dieser Stelle den härteren Wettbewerb verantwortlich, der auch dem Wettbewerber Samsung die Bilanz verhagelte.

Dennoch gibt es auch einen Lichtblick. Intel will die Numonyx-Transaktion im ersten Quartal abschließen und das gemeinsame mit STMicroelectronics und Francisco Partners gestartete Venture im Bereich Flashspeicher-Chips im ersten Vierteljahr 2008 an den Start bringen. Durch das gemeinsame Projekt mit STM werden sich sicherlich Synergieeffekte lösenn und so der anhaltende Preisverfall weiter abfedern lassen.

Desktop-Markt macht Hoffnung
Zwar korrigieren die meisten Analysten ihre Gewinnschätzungen für Intel-Papiere nach unten, bleiben insgesamt aber dennoch zuversichtlich für den Wert und empfehlen Intel-Aktien weiterhin zum Kauf. Der Optimismus ist nicht unbegründet, denn im PC-Desktop-Geschäft konnte Intel mit ermutigenden Zahlen aufwarten. So konnte Intel im jüngsten Quartal 40 Prozent mehr Quad-Core-Chips ausliefern, als im Vorquartal und damit die sinkenden Durchschnittspreis wettmachen.

Zudem gelang es Intel durch den Umstieg auf die 45-Nanometer-Prozesstechnik seine Bruttomargen von 49,6 auf 58,1 Prozent zu heben. Mit 58,1 Prozent fielen die Bruttomargen leicht über den Erwartungen aus (57, Prozent).

Hoffnungen kann sich Intel aber auch auf neue Produkte am Markt machen. Nachdem der US-Computerkonzern Apple in 2006 auf Intel umgestiegen ist, finden sich im neuen Designer-Notebook MacBook Air Intel-Chips. Sollte Apple also weiter Erfolge am PC-Markt feiern, dürfte auch Intel davon profitieren…

Kurzportrait

Der Halbleitergigant Intel, ansässig in der kalifornischen Technologieschmiede Santa Clara, stieg in den 80er und 90er durch sein Bündnis mit dem Softwarehersteller Microsoft zum weltweit führenden Prozessorhersteller auf. Das Unternehmen rüstet dabei mehr Personalcomputer mit Prozessoren aus, als jeder andere Hersteller auf der Welt. Insgesamt wird Intel ein Marktanteil von mehr als 75 Prozent im Bereich PC-Chips zugeschrieben.

Neben Prozessoren entwickelt das Unternehmen aber auch Flash-Speicher, in welchem Intel ebenfalls als marktführend gilt. Ferner bietet der Halbleiterhersteller auch weitere Mikrochips an, welche im Zusammenhang mit Netzwerken und industriellen Anwendungen eingesetzt werden. Insgesamt operiert Intel aus sechs Geschäftssegmenten heraus: Digital Enteprise Group (DEG), Mobility Group, Flash Memory Group, Digital Home Group, sowie den Bereichen Digital Health Group und Channel Platforms Group.

Der US-Computerhersteller Dell gehört mit zu den größten Kunden des Halbleitergiganten und steuerte in der Vergangenheit mehr als zehn Prozent zum Gesamtumsatz bei. Neben dem Kerngeschäft hält das Unternehmen auch zahlreiche Beteiligungen (Ovonyx) an anderen Technologieunternehmen. Im Jahr 2001 übernahm Intel den Modemspezialisten Xircom. Das Unternehmen ist inzwischen ein Teil von Intels Netzwerkaktivitäten und entwickelt neben Modemkarten für PCs auch Schnittstellen für drahtlose Übertragungstechniken.

Im Oktober 2000 kaufte Intel den US-Spezialisten Ziatech auf. Ziatech gilt als Spezialist im Bereich Telekomausrüstung und soll Intels neuen Vorstoß in Richtung Telekommunikationsindustrie unterstützen. Im Jahr 2003 beteiligte sich Intel an Japans DRAM-Hersteller Elpida. Gleichzeitig übernahm Intel den Spezialisten für optische Netzwerke West Bay Semiconductor. Im Jahr 2006 verkaufte Intel sein Media- und Signaling-Geschäft an Eicon Networks, gleichzeitig trennte man sich vom Mobilfunk- und Anwendungsprozessorgeschäft und gab diesen Geschäftsbereich an Marvel Technologie ab. Über seinen Kapitalarm Intel Capital investierte der Chiphersteller zuletzt in eine Reihe von Startup-Firmen wie Gteko, Synacor und Zinio Systems. Gemeinsam mit STMicrelectronics gründete Intel zuletzt das Flash-Speicher-Venture Numonyx.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal meldet Intel einen Umsatzanstieg von elf Prozent auf 10,7 Mrd. US-Dollar - ein neuer Rekord. Doch Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 10,84 Mrd. Dollar kalkuliert.

Insgesamt konnte Intel im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 2,3 Mrd. Dollar oder 38 US-Cent je Aktie erwirtschaften, nach einem Plus von 1,5 Mrd. Dollar oder 26 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich ein Nettogewinn von 38 US-Cent je Aktie. An dieser Stelle hatten Investmentbanker mit einem Plus von 40 US-Cent je Aktie kalkuliert. Der operative Gewinn kletterte um 105 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3,0 Mrd. Dollar. Die Bruttomargen blieben mit 58 Prozent leicht über den Erwartungen von 57 Prozent.

Meldung gespeichert unter: Chips

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