Intel kämpft mit sinkenden Margen

Montag, 22. Januar 2007 00:00
Intel

(IT-Times) Der US-Chiphersteller Intel (Nasdaq: INTC, WKN: 855681) konnte zwar mit den jüngsten Zahlen die Schätzungen des Marktes übertreffen, dennoch lösten die Zahlen des US-Chipgiganten alles andere als Begeisterung aus.

Insbesondere die Prognose der Amerikaner, dass sich die Bruttogewinnmargen im laufenden Jahr um die 50 Prozentmarke bewegen werden, sorgte für Verkaufsdruck bei Intel-Papieren. Im vergangenen Jahr konnte Intel noch Bruttomargen von 51,5 Prozent vorweisen. Lediglich in den Jahren 2001 und 2002 war die Lage noch schlechter. Nach dem Platzen der Internetblase hatte sich Intel mit Bruttomargen von jeweils unter 50 Prozent begnügen müssen.

Durch den sich verschärfenden Wettbewerb mit AMD scheinen die Zeiten nunmehr endgültig vorbei. Intel versucht zwar durch eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen und neue Produktionstechnologien gegenzusteuern, doch der Rivale AMD ist Intel auf den Fersen. Stellte Intel bereits im Frühjahr 2006 auf seine 65-Nanometer Chip-Architektur um, folgte AMD dem im Dezember 2006.

Erste Chips mit 45-Nanometer-Technik

Nunmehr will Intel mit der 45-Nanometer-Produktionstechnik punkten. Erste Chips der Penryn-Reihe wurden bereits produziert und getestet, heißt es bei Intel. Im zweiten Halbjahr 2007 will man dann voll in die 45-Nanometer-Produktionstechnik einsteigen, die den Stromverbrauch der Chips weiter verbessern soll. Darüber hinaus lassen sich mit der 45-Nanometer-Technik Chips noch kosteneffizienter produzieren, da sich mehr Chips auf einem Wafer unterbringen lassen. Insgesamt will Intel bis zum ersten Halbjahr 2008 drei Fabrikwerke mit 45-Nanometer-Technik einsatzbereit haben.

Neue Milliardeninvestitionen in China?

Ferner steht Intel offenbar vor einem neuen Milliardeninvestitionsprojekt im Reich der Mitte. Demnach haben die Behörden der chinesischen Großstadt Dalian bereits grünes Licht für ein entsprechendes Intel-Projekt gegeben, heißt es. Intel-Sprecher Mark Miller bestätigte lediglich, dass man sich derzeit in Gesprächen mit mehreren Regierungsbehörden im Bezug auf den Produktionsstandort der nächsten Intel-Fabrik befinde.

Marktbeobachter gehen jedoch davon aus, dass China das Rennen machen wird. Nomura Securties Analyst Rick Hsu schätzt die Projektkosten auf 3,0 bis 3,5 Mrd. Dollar. Lediglich die US-Behörden könnten dem Chipgiganten noch einen Strich durch die Rechnung machen. Intel benötige die Zustimmung der US-Regierung für den Export seiner Herstellungstechnologien nach China, heißt es.

Kurzportrait

Der Halbleitergigant Intel, ansässig in der kalifornischen Technologieschmiede Santa Clara, stieg in den 80er und 90er durch sein Bündnis mit dem Softwarehersteller Microsoft zum weltweit führenden Prozessorhersteller auf. Das Unternehmen rüstet dabei mehr Personalcomputer mit Prozessoren aus, als jeder andere Hersteller auf der Welt. Insgesamt wird Intel ein Marktanteil von mehr als 72 Prozent im Bereich PC-Chips zugeschrieben.

Neben Prozessoren entwickelt das Unternehmen aber auch Flash-Speicher, in welchem Intel ebenfalls als marktführend gilt. Ferner bietet der Halbleiterhersteller auch weitere Mikrochips an, welche im Zusammenhang mit Netzwerken und industriellen Anwendungen eingesetzt werden.

Der US-Computerhersteller Dell gehört mit zu den größten Kunden des Halbleitergiganten und steuerte in der Vergangenheit mehr als zehn Prozent zum Gesamtumsatz bei. Neben dem Kerngeschäft hält das Unternehmen auch zahlreiche Beteiligungen an anderen Technologieunternehmen. Die Intel-Tochter Ovonyx entwickelt unter anderen neuartigen Chiparchitekturen. Gleichzeitig entwickelt Ovonyx neue Herstellungsverfahren und Methoden zur Halbleiterfertigung.

Im Jahr 2001 übernahm Intel den Modemspezialisten Xircom. Das Unternehmen, welches weiterhin seine Produkte unter der Marke Xircom vertreibt, versteht sich inzwischen als Teil von Intels Netzwerkaktivitäten und entwickelt neben Modemkarten für PCs auch Schnittstellen für drahtlose Übertragungstechniken.

Im Oktober 2000 kaufte Intel den US-Spezialisten Ziatech auf. Ziatech gilt dabei als Spezialist im Bereich Telekomausrüstung und soll Intels neuen Vorstoß in Richtung Telekommunikationsindustrie unterstützen. Im Jahr 2003 beteiligte sich Intel an Japans einzigen DRAM-Hersteller Elpida. Gleichzeitig übernahm der Halbleiterhersteller den Spezialisten für optische Netzwerke West Bay Semiconductor. Über seinen Kapitalarm Intel Capital investierte der Chiphersteller zuletzt in die Startup-Firmen Gteko Ltd., Synacor und Zinio Systems.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal 2006 meldete Intel einen Umsatzrückgang um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 9,7 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 10,2 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn brach zunächst um 39 Prozent auf 1,5 Mrd. Dollar oder 26 US-Cent je Aktie ein, nach einem Plus von 2,45 Mrd. Dollar oder 40 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Intel einen Nettogewinn von 30 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Analystenerwartungen deutlich übertreffen. An der Wall Street hatte man zunächst nur mit Einnahmen von 9,44 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 25 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Intel konnte im vierten Quartal seine Bruttomargen leicht auf 49,6 Prozent vom Umsatz verbessern, nachdem man vor allem im high-end Bereich mehr Prozessoren absetzen konnte.

Meldung gespeichert unter: Chips

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