Intel enteilt der Konkurrenz

Donnerstag, 17. Juli 2008 13:16
Intel

(IT-Times) Der US-Chiphersteller Intel (Nasdaq: INTC, WKN: 855681) scheint weiterhin immun gegen den Konjunkturabschwung. Während die USA am Rande der Rezession steht, kann der weltweit größte Halbleiterhersteller abermals mit steigenden Umsatz- und Gewinnzahlen aufwarten und einmal mehr die Markterwartungen übertreffen.

Tatsächlich präsentierte sich der weltweite PC-Markt auch im vergangenen zweiten Quartal weiter robust. Laut dem Marktforschungsunternehmen Gartner wurden im zweiten Quartal 2008 weltweit 71,9 Millionen PCs verkauft - dies entspricht einer Steigerung von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) wurden laut Gartner im zweiten Quartal sogar 23,1 Millionen PCs abgesetzt, womit die Region mit 23,5 Prozent am stärksten wuchs.

Preisrückgang kurbelt Nachfrage an
Auch im Marktforscher IDC sieht man bislang noch keine Anzeichen, dass sich das Wachstum auf Jahressicht merklich abschwächen wird. Die IDC-Analysten gehen weiterhin davon aus, dass der PC-Absatz auf das Gesamtjahr gesehen um 15 Prozent wachsen wird. Für das robuste Wachstum sorgten unter anderem die stetig sinkenden Preise bei PCs, nachdem Anbieter wie Intel und AMD die Preise für ihre Chips weiter gesenkt haben.

Der Preisrückgang bei PC-Chips wirkte sich zuletzt auch auf Intel aus - die Bruttomarge blieb leicht hinter den Erwartungen zurück. Um sein Geschäft weiter zu forcieren, will Intel in andere Marktbereiche expandieren. Chips für sogenannte Netbooks, Mobiltelefone und Unterhaltungselektronik sollen für weiteres Wachstum beim Branchenprimus sorgen.

Centrino 2 soll für weiteres Wachstum sorgen
So hat das Unternehmen neben seinem Atom-Prozessor in dieser Woche mit der Centrino 2 Plattform die nächste Chip-Generation für Laptops präsentiert. Zwar lag Intel bei seiner Präsentation um einige Wochen hinter dem eigentlichen Zeitplan zurück, dennoch glaubt Citigroup Analyst Glen Yeung, dass die Markteinführung Intel dabei helfen wird, auch im nächsten Quartal stark zu wachsen.

Mit seiner Centrino 2 Plattform tritt Intel gegen AMDs Mobile-Prozessor Puma an, der unter anderem in der nächsten Generation von Toshiba-Notebooks (Dynabook) zu finden sein wird. Zwar gilt AMD mit seiner Puma-Serie technisch als konkurrenzfähig, allerdings schreibt der Rivale AMD im Gegensatz zum Branchenprimus tiefrote Zahlen. Ob AMD das Ruder noch einmal herumreißen kann, dürfte sich frühestens heute nach Börsenschluss zeigen - dann wird auch AMD seine Zahlen für das jüngste Quartal präsentieren…

Kurzportrait

Der Halbleitergigant Intel, ansässig in der kalifornischen Technologieschmiede Santa Clara, stieg in den 80er und 90er durch sein Bündnis mit dem Softwarehersteller Microsoft zum weltweit führenden Prozessorhersteller auf. Das Unternehmen rüstet dabei mehr Personalcomputer mit Prozessoren aus, als jeder andere Hersteller auf der Welt. Insgesamt wird Intel ein Marktanteil von mehr als 75 Prozent im Bereich PC-Chips zugeschrieben.

Neben Prozessoren entwickelt das Unternehmen aber auch Flashspeicher, in welchem Intel ebenfalls als marktführend gilt. Ferner bietet der Halbleiterhersteller auch weitere Mikrochips an, welche im Zusammenhang mit Netzwerken und industriellen Anwendungen eingesetzt werden. Insgesamt operiert Intel aus sieben Geschäftssegmenten heraus: Digital Enterprise Group (DEG), Mobility Group, NAND Products Group, Flash Memory Group, Digital Home Group, sowie den Bereichen Digital Health Group und Software Solutions Group.

Der US-Computerhersteller Dell gehört mit zu den größten Kunden des Halbleitergiganten und steuerte in der Vergangenheit mehr als zehn Prozent zum Gesamtumsatz bei. Neben dem Kerngeschäft hält das Unternehmen auch zahlreiche Beteiligungen an anderen Technologieunternehmen. Im Jahr 2001 übernahm Intel den Modemspezialisten Xircom. Das Unternehmen ist inzwischen ein Teil von Intels Netzwerkaktivitäten und entwickelt neben Modemkarten für PCs auch Schnittstellen für drahtlose Übertragungstechniken.

Im Oktober 2000 kaufte Intel den US-Spezialisten Ziatech auf. Ziatech gilt als Spezialist im Bereich Telekomausrüstung und soll Intels neuen Vorstoß in Richtung Telekommunikationsindustrie unterstützen. Im Jahr 2003 beteiligte sich Intel an Japans DRAM-Hersteller Elpida. Gleichzeitig übernahm Intel den Spezialisten für optische Netzwerke West Bay Semiconductor. Im Jahr 2006 verkaufte Intel sein Media- und Signaling-Geschäft an Eicon Networks, gleichzeitig trennte man sich vom Mobilfunk- und Anwendungsprozessorgeschäft und gab diesen Bereich an Marvel ab. Auch die RFID-Einheit verkaufte Intel zuletzt an den Spezialisten Impinj.

Über seinen Kapitalarm Intel Capital investierte der Chiphersteller zuletzt in eine Reihe von Startup-Firmen wie Gteko, Synacor und Zinio Systems. Gemeinsam mit STMicrelectronics gründete Intel zuletzt das Flashspeicher-Venture Numonyx.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2008 meldete Intel einen Umsatzanstieg auf 9,5 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei konnte Intel seinen Nettogewinn um 25 Prozent auf 1,6 Mrd. US-Dollar oder 28 US-Cent je Aktie steigern. Mit den vorgelegten Zahlen übertraf Intel die Umsatzerwartungen des Marktes um 150 Mio. Dollar. Der Gewinn je Aktie fiel um drei US-Cent je Aktie höher aus als erwartet.

Sowohl im Bereich Mobile-Prozessoren als auch im Chipsatz-Bereich verzeichnete Intel Rekordeinnahmen. Die Bruttomargen zogen dabei leicht auf 55,4 Prozent vom Umsatz an, nach 53,8 Prozent im ersten Quartal. Die Aufwendungen für Restrukturierungen und Wertberichtigungen fielen mit 96 Mio. Dollar zudem deutlich niedriger aus, als der zuvor kommunizierte Wert von 250 Mio. Dollar.

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