HP - webOS soll den Weg in den Tablet PC Markt ebnen

Donnerstag, 20. Mai 2010 13:03
Hewlett Packard (HP)

(IT-Times) - Der weltgrößte PC- und Druckerhersteller Hewlett-Packard (NYSE: HPQ, WKN: 851301) konnte im jüngsten Quartal mit positiven Zahlen überraschen. Während das IT-Servicegeschäft eher enttäuschte, konnte das Unternehmen im PC- und Server-Geschäft kräftig zulegen.

Ein Wachstumsplus von 27 Prozent im Geschäft mit Desktop-Rechnern und ein Zuwachs von 17 Prozent im Notebook-Geschäft sorgten dafür, dass der Umsatz in der PC-Sparte um 21 Prozent auf 10,0 Mrd. US-Dollar stieg. Gleichzeitig lieferte HP deutlich mehr Server aus, als im Jahr vorher. Der Umsatz mit Standard-Servern kletterte um 54 Prozent, während das Geschäft mit Blade-Servern um 45 Prozent anzog.

Für Aufsehen sorgte HP Ende April mit seiner Ankündigung, den angeschlagenen Smartphone-Hersteller Palm für 1,2 Mrd. US-Dollar übernehmen zu wollen. Was zunächst nach einem Einstieg in den Smartphone-Markt aussah, entpuppt sich nunmehr als rein Software-orientierter Zukauf.

Palm soll HP im Tablet PC Markt zum Erfolg verhelfen
HP-Chef Mark Hurd kündigte im Rahmen der Quartalspressekonferenz an, dass man das von Palm entwickelte Mobile-Betriebssystem webOS künftig in eigenen Geräten verwenden möchte. So kündigte der HP-Chef Web-fähige Drucker an, die über eine Anbindung an das Internet verfügen und somit auch über das weltweite Datennetz betrieben werden können. Ferner deutete Hurd an, dass webOS auch Einzug in die neue Generation an Tablet PCs halten soll.

Erste offizielle Videos vom neuen HP Tablet PC Slate sind bereits auf YouTube zu sehen. Wann der neue HP Tablet PC auf den Markt kommen soll, steht aber noch nicht fest. Medienberichten vom Ende April zufolge hat HP das Projekt zunächst auf Eis gelegt, nachdem man unzufrieden mit dem Betriebssystem Windows 7 war, wie der Branchendienst TechCrunch meldete. Mit der Übernahme von Palm und webOS soll nunmehr aber der zweite Anlauf gelingen.

Die Zeit drängt, den Apple hat bereits mit dem iPad vor und die Latte für HP sehr hoch gelegt. Sollte der Slate enttäuschen, droht HP in einem wichtigen Wachstumsmarkt in die Defensive zu geraten. Bei ABI Research geht man nämlich davon aus, dass sich der Tablet PC Computermarkt bis zum Jahr 2015 verzehnfachen wird, wobei dann jährlich 57 Millionen Tablet PCs verkauft werden sollen…

Kurzportrait

Die im Jahre 1939 gegründete Hewlett-Packard, benannt nach den Gründern Dave Packard und Bill Hewlett, gelang vor allem in den modernen 80er Jahren der Aufstieg zu einem weltweit bedeutenden Technologiekonzern. Bereits 1966 schaffte das Unternehmen mit der Gründung seiner Forschungs- und Entwicklungsabteilung HP Laboratories die Grundlage für seinen späteren Erfolg. Die HP LaserJet Druckerproduktreihe, welche im Jahre 1984 aus der Taufe gehoben wurde, begründete dann schließlich den endgültigen Durchbruch der Firma. Das Unternehmen stieg innerhalb weniger Jahre zum weltweit führenden Anbieter von Drucker- und Zubehörprodukten auf. Das Jahr 2002 stellte mit der Übernahme von Compaq Computer für knapp 19 Mrd. US-Dollar einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte der Firma dar.

Heute entwickelt das Unternehmen nicht nur Drucker, sondern auch Software, Computer und andere Hardware, wie Speicher- sowie Windows- und Unix-basierte Serversysteme. Aber auch Netbooks, Scanner, Fax-Geräte, Digitalkameras und Kopiergeräte ergänzen das Hardwareangebot. Insgesamt operiert HP heute aus sieben Kerngeschäftsbereichen heraus: Enterprise Storage and Servers (ESS), HP Services (HPS), Personal Systems Group (PSG), Imaging and Printing Group (PG), HP Financial Services (HPFS) und HP Software sowie Corporate Investments.

Das Hardwaregeschäft trug zuletzt den Großteil der gesamten Umsätze der Gesellschaft, wobei das PC-Geschäft etwa ein Drittel des Gesamtumsatzes trug. Zu den Kunden, welche HP-Services in Anspruch nehmen zählen neben Microsoft, auch BroadVision, i2, SAP und Ariba. Zuletzt wuchs HP nicht zuletzt durch Zukäufe. Allein in den letzten Jahren wurden mehr als ein Dutzend Firmen übernommen.

Neben der Übernahme von Compaq kaufte HP den Druckerspezialisten Indigo, welcher den Bereich Offset-Druck und digitale Druckprozesse für industrielle Großkunden ergänzen soll. Im Jahr 2003 folgte die Übernahme der schwedischen PipeBeach sowie Geschäftsbereiche der englischen Baltimore Technologies. Im Jahr 2004 schluckte HP die Softwarefirmen Novadigm und Consera Software, sowie die ThyssenKrupp-Tochter Triaton. Später folgten die Zukäufe des englischen IT-Spezialisten Synstar, sowie die Übernahme von ApplQ, RLX Technologies, Peregrine Systems und Scitex Vision. Mitte 2006 kaufte HP die Schweizer Silverwire Holdings AG, sowie den Softwarespezialisten Mercury Interactive. Anschließend folgten weitere Zukäufe. So wurden die Software- und IT-Spezialisten Knightsbridge Solutions, Bitphone Corporation, Bristol Technologies, der Thin-Client-Spezialist Neoware und der US-Softwareanbieter Opsware übernommen. Anfang 2008 setzte HP seine Einkaufstour fort und schluckte neben den Softwarespezialisten Tower Software und LeftHand, auch gleich den weltweit zweitgrößten IT-Servicespezialisten Electronic Data Systems (EDS) für knapp 13,2 Mrd. Dollar. Im Spätherbst 2009 gab HP zudem ein Übernahmeangebot für den Netzwerkspezialisten 3Com ab - die Übernahme wurde im April 2010 abgeschlossen. Im April 2010 kaufte HP den PDA-Pionier Palm.

Zahlen

Für das vergangene Aprilquartal meldet Hewlett-Packard (HP) einen Umsatzanstieg auf 30,8 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 27,4 Mrd. Dollar in der Vorjahresperiode. Dabei konnte HP seinen Nettogewinn um 28 Prozent auf 2,2 Mrd. US-Dollar oder 91 US-Cent je Aktie steigern, nach einem Profit von 1,7 Mrd. Dollar oder 71 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein Nettogewinn von 1,09 Dollar je Aktie, während Analysten im Vorfeld nur mit einem Profit von 1,05 Dollar je Aktie gerechnet hatten.

Die 13,9 Mrd. US-Dollar schwere Übernahme des IT-Servicespezialisten EDS machte sich im jüngsten Quartal bezahlt. In der IT-Servicesparte kletterten die Erlöse um zwei Prozent auf 8,7 Mrd. US-Dollar, wobei das Geschäft mit Technologie-Outsourcing um sechs Prozent anzog. Die Einheit steuerte mit 1,4 Mrd. Dollar zugleich den höchsten operativen Gewinn aller Sparten bei.

Im Geschäft mit Speicher- und Server-Produkten generierte HP einen Umsatz von 4,5 Mrd. Dollar, ein Zuwachs von 31 Prozent. Während das Geschäft mit Standard-Servern um 54 Prozent anzog, kletterte das Speichergeschäft um 16 Prozent. Insgesamt konnte die Division einen operativen Gewinn von 571 Mio. Dollar ausweisen.

In der umsatzstärksten Sparte, dem PC-Geschäft, welches in der Einheit Personal Systems Group zusammengefasst ist, meldet HP einen Umsatzanstieg um 21 Prozent auf 10,0 Mrd. US-Dollar. Während die Notebook-Erlöse um 17 Prozent anzogen, kletterte das Desktop-Geschäft um 27 Prozent. Die PC-Sparte konnte dabei einen operativen Gewinn von 465 Mio. Dollar melden.

Meldung gespeichert unter: Hewlett Packard (HP)

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