HINTERGRUND: Apple wächst in neue Dimensionen

Mittwoch, 11. Januar 2006 11:59
Apple

(IT-Times) - Mit der jetzigen Ankündigung, künftig Intel-Prozessoren in seinen PCs zu verbauen, bringt sich der US-Computerpionier Apple (Nasdaq: AAPL, WKN: 865985) in Stellung, weitere Marktanteile im milliardenschweren Markt für Desktop-PCs zu gewinnen. Mit dem jüngsten Schritt setzt Apple nicht nur auf den Performance-Vorteil, welche die Intel-Doppelkernprozessoren mit sich bringen, sondern auch auf die Marken- und Marketingmacht von Intel, welche Computernutzer mit dem Slogan „Intel inside“ nach wie vor verbinden. Die Preise für die neuen und schnelleren Macs sollen stabil bleiben, wobei Apple-Chef Steve Jobs eine zwei bis drei Mal höhere Performance gegenüber iMac G5-basierten Modellen mit IBM-Chip verspricht.

Die weitaus wichtigere Nachricht ist: Durch die neue Partnerschaft mit Intel können Nutzer künftig auch Microsofts Windows Betriebssystem einsetzen, womit sich die Zielgruppe des PC-Herstellers wesentlich erweitert. Bislang genossen Apple-Geräte vor allem unter professionellen Grafikdesignern und Video-Spezialisten einen exzellenten Ruf. Durch den jüngsten Schritt könnte Apple mit seinen PCs auch im Massenmarkt Fuß fassen. Analysten rechnen damit, dass Apple mit diesem Schachzug die Performance-Lücke schließen und seine Umsätze deutlich steigern kann. Der Markt reagierte auf die jüngsten Meldungen mit einem Allzeithoch bei Apple-Anteile. Der Kurs kletterte erstmals in der Firmengeschichte über die Marke von 80 Dollar, womit Apple mit rund 68 Mrd. Dollar an der Börse bewertet wird.

Rekordabsatz im vierten Quartal

Bereits im Vorfeld der Quartalsergebnisse gab Apple Zahlen im Hinblick auf die Geschäftsentwicklung in den vergangenen drei Monaten preis. Demnach rechnet Apple mit einem Quartalsumsatz von 5,7 Mrd. Dollar, wobei allein im jüngsten Quartal 14 Mio. iPods verkauft wurden. Damit konnte Apple drei Mal so viele Musik-Player absetzen als im Vorjahreszeitraum und die bisherigen Erwartungen des Marktes deutlich übertreffen. Auch Apples Online-Store iTunes verzeichnete weiterhin gute Geschäfte. So wurden bis dato mehr als 850 Mio. Songs und rund acht Mio. Videos abgesetzt, freut sich Apple-Chef Steve Jobs.

Die Erfolgsstory des iPods soll sich auch im Jahr 2006 weiter fortsetzen. Jüngst gab Apple ein Abkommen mit dem Autohersteller Chrysler bekannt. Der US-Autobauer will alle 2006er Modelle künftig mit einer iPod-Option ausstatten, womit ab dem Frühjahr mehr als drei Mio. Chrysler-, Jeep- und Dodge-Modelle mit einer iPod-Integrationsmöglichkeit ausgestattet sein sollen. Fahrer könnten dann per Knopfdruck auf den iPod gespeicherte Musik über das Autoradio abspielen, so der Hersteller.

Auch in Sachen Video-Services geht Apple in die Offensive. In der Vorwoche wurde bekannt, dass Video iPod-Inhaber künftig ein breiteres Spektrum an Videoinhalten von ABC, ESPN, Disney Channel und SOAPnet abrufen können - eine Kooperation mit dem Unterhaltungskonzern Disney macht dies möglich.

Kurzportrait

Apple Computer leitete zu Beginn der 80er Jahre die Revolution bei Personalcomputern ein. Bereits in den 70er Jahren stellte das Unternehmen mit dem Apple II einen Vorläufer zum heutigen Personalcomputer vor. Ein Jahrzehnt später folgte mit dem Macintosh einer der ersten Desktop-Systeme auf den Markt, welcher sich auch für die breite Masse der Anwender eignete.

Nach einem Auf und Ab in der Unternehmensgeschichte und der Rückkehr von Steven Jobs, gelang Apple erneut die Wende. Heute präsentiert sich das kalifornische Unternehmen als Anbieter von innovativen Desktop-Geräten und Unterhaltungselektronik, welche vor allem durch ihr ausgefallenes Design nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern auch in Sachen Technik überzeugen.

Apple bietet nicht nur Computer und Laptops an, sondern mit dem iPod einen tragbaren Musik-Player, mit dem der PC-Hersteller innerhalb kurzer Zeit zum Marktführer wurde. Der inzwischen auch in Europa gestartete Musik-Download-Service iTunes gilt als der bisher erfolgreichste legale Online-Musikdienst. So wurden seit Beginn des Dienstes bereits über 300 Mio. Musik-Songs aus dem Netz geladen. Mit Final Cut Pro und iMovie will das Unternehmen vor allem auch Multimedia-Spezialisten ansprechen.

Die kostenlose Anwendung iPhoto soll Fotofreunde eine Hilfestellung beim Sichten und Bearbeiten von entsprechendem Fotomaterial an die Hand geben.

Neben verschiedenen Softwareanwendungen für den Mac, setzt das Unternehmen aber auch auf eine leistungsstarke Hardware und auf das eigene Betriebssystem Mac OS X Tiger. Apple-Rechner sind vor allem unter Grafik- und Multimediaspezialisten nicht nur wegen ihres ausgefallenen Designs beliebt, sondern auch wegen ihrer Leistungsfähigkeit.

Über die Apple-Tochter FileMaker bietet der Computerhersteller aber auch Datenbanksoftware an. Zuletzt stellte das Unternehmen mit dem iPod Shuffle und dem Mac Mini kostengünstige Einstiegsvarianten seiner Flagschiffprodukte vor.

Zahlen

Für das vergangene Septemberquartal konnte Apple einen Umsatzsprung auf 3,68 Mrd. Dollar melden, nach Einnahmen von 2,35 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Dabei konnte Apple einen Gewinn von 430 Mio. Dollar oder 50 US-Cent je Aktie melden, nach einem Plus von 106 Mio. Dollar oder 13 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Steuerbegünstigungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein Nettogewinn von 38 US-Cent je Aktie, womit Apple die Analystenerwartungen um einen Cent übertreffen konnte.

Gleichzeitig setzte Apple im Septemberquartal 6,5 Mio. iPods ab, womit der Computerpionier damit bis dato 28 Mio. iPods verkaufen konnte. Allerdings hatten Analysten im Vorfeld mit 7,5 bis 8,5 Mio. verkauften Musik-Player kalkuliert. Daneben wurden 1,2 Mio. Macintosh-Computer abgesetzt.

Meldung gespeichert unter: Personal Computer (PC)

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