Hewlett-Packard - Turnaround lässt weiter auf sich warten

PC-Hersteller in der Krise

Freitag, 23. August 2013 13:52
Hewlett Packard (HP)

(IT-Times) - Hewlett-Packard-Aktien gerieten am Vortag an der New Yorker Börse kräftig unter die Räder und verloren unter hohen Umsätzen mehr als zwölf Prozent an Wert. Trotz der Turnaround-Bemühungen von CEO Meg Whitman zeigen die Wachstumszahlen in fast allen Bereichen nach unten.

HP leidet unter schwachem PC-Geschäft - kein Wachstum in 2014
Hewlett-Packard (HP) kämpft nach wie vor mit einem schwachen PC-Markt und ein Ende der Misere ist vorerst nicht in Sicht. Im Kerngeschäft mit PCs (Personal Systems Group) fielen die Umsätze um elf Prozent auf 7,7 Mrd. Dollar, bei einer operativen Gewinnmarge von drei Prozent. Die Consumer Umsätze (Privatkundengeschäft) brachen um 22 Prozent ein, insgesamt lieferte HP acht Prozent weniger PCs aus. Das Desktop-Geschäft ging um neun Prozent zurück, während das Notebook-Geschäft um 14 Prozent einbrach.

Damit machen sich die Versäumnisse von Hewlett-Packard (HP) in den letzten Jahren bemerkbar. HP (NYSE: HPQ, WKN: 851301) hatte den Smartphone- und Tablet-Trend verschlafen und versucht nunmehr verzweifelt Anschluss zu finden. Das Ziel, in 2014 auf den Wachstumspfad zurückzukehren, hat HP CEO Meg Whitman inzwischen aufgegeben.

Änderungen im Top-Management
Stattdessen setzt HP nunmehr auf einen Umbau im Management. Chief Operating Officer Bill Veghte soll künftig als Head das Enterprise Geschäft leiten und damit Dave Donatelli ersetzen. Chief of Communications Manager Henry Gomez wurde zum Chief Marketing Officer befördert und ersetzt damit Marty Homlish.

Donatelli soll künftig eine neue Rolle im Unternehmen einnehmen und sich mehr um potentielle Übernahmen kümmern. Zuvor hatte Whitman bereits den Leiter der Printing and Personal Computer Division Todd Bradley abgezogen und dem 54-jährigen Manager neue Aufgaben zugeteilt. Bradley soll sich künftig um das China-Geschäft kümmern.

HP will zurück in den Smartphone-Markt
Das schwache China-Geschäft war zuletzt mit für das enttäuschende Abschneiden im jüngsten Quartal verantwortlich. In China dominiert Lenovo, wobei die Chinesen zuletzt auch im Smartphone-Markt Boden gut machen konnten.

Das HP in den Smartphone-Markt zurück will, ist längst kein Geheimnis mehr. Gegenüber dem Wall Street Journal deutete Whitman im Sommer an, dass HP ultimativ zurück in den Smartphone-Markt will. Doch wie und wann dieser Schritt geschehen soll, darüber wollte sich HP noch nicht konkret äußern. Branchenkreise glauben, dass HP frühestens Ende 2013 mit einem Android-Smartphone am Markt sein wird.

Analysten erwarten weiteren Abschwung
Noch aber kämpft das Unternehmen mit dem schrumpfenden PC-Markt, der im zweiten Quartal um 10,9 Prozent einbrach (Quelle: Gartner), daran dürfte sich kurz- bis mittelfristig nur wenig ändern.

Für ISI Group Analyst Biran Marshall signalisiert der jüngste HP-Quartalsbericht einen weiteren Abschwung, der auf keinen Turnaround, sondern vielmehr auf eine Beschleunigung des Abwärtstrends hindeutet, so der Analyst gegenüber MarketWatch.

Kurzportrait

Die im Jahre 1939 gegründete Hewlett-Packard, benannt nach den Gründern Dave Packard und Bill Hewlett, gelang vor allem in den modernen 80er Jahren der Aufstieg zu einem weltweit bedeutenden Technologiekonzern. Die HP LaserJet Druckerproduktreihe, welche im Jahre 1984 aus der Taufe gehoben wurde, begründete dann schließlich den endgültigen Durchbruch der Firma.

Heute entwickelt das Unternehmen nicht nur Drucker, sondern auch Software, Computer und andere Hardware, wie Speicher- sowie Windows- und Unix-basierte Serversysteme. Aber auch Netbooks/Ultrabooks, Scanner, Fax-Geräte, Digitalkameras und Kopiergeräte ergänzen das Hardwareangebot. Insgesamt operiert HP heute aus sieben Kerngeschäftsbereichen heraus: Enterprise Storage and Servers (ESS), HP Services (HPS), Personal Systems Group (PSG), Imaging and Printing Group (PG), HP Financial Services (HPFS) und HP Software sowie Corporate Investments.

Das Hardwaregeschäft trug zuletzt den Großteil der gesamten Umsätze der Gesellschaft, wobei das Servicegeschäft inzwischen etwa ein Drittel des Gesamtumsatzes trägt. Zuletzt wuchs HP nicht zuletzt durch Zukäufe.

Neben der Übernahme von Compaq im Jahr 2002 kaufte HP den Druckerspezialisten Indigo, welcher den Bereich Offset-Druck und digitale Druckprozesse für industrielle Großkunden ergänzen soll. Im Jahr 2004 schluckte HP die Softwarefirmen Novadigm und Consera Software, sowie die ThyssenKrupp-Tochter Triaton. Später folgten weitere Zukäufe wie Synstar, sowie ApplQ, RLX Technologies, Peregrine Systems und Scitex Vision. Mitte 2006 kaufte HP die Schweizer Silverwire Holdings AG, sowie den Softwarespezialisten Mercury Interactive.

Anfang 2008 setzte HP seine Einkaufstour fort und schluckte neben den Softwarespezialisten Tower Software und LeftHand, auch gleich den weltweit zweitgrößten IT-Servicespezialisten Electronic Data Systems (EDS). In 2010 schloss HP die Übernahme von 3Com ab. Zudem wurden mit dem PDA-Pionier Palm, Motionbox, Fortify Software und Stratavia weitere Unternehmen übernommen.

Nachdem im Herbst der Speicherspezialist 3PAR übernommen wurde, kaufte HP im Oktober den Sicherheitssoftwareanbieter ArcSight. Mitte 2011 gab HP die Übernahme des britischen Softwarespezialisten Autonomy für über zehn Mrd. Dollar bekannt. Ende 2011 übernahm HP die Hiflex Software GmbH. Anfang 2013 trennte sich HP von seinem webOS-Geschäft und verkaufte dieses an LG.

Zahlen

Für das vergangene dritte Fiskalquartal 2013 meldet Hewlett-Packard einen Umsatzrückgang um acht Prozent auf 27,2 Mrd. US-Dollar, nachdem das PC-Geschäft weiter schwach blieb. Dabei konnte HP einen Gewinn von 1,39 Mrd. US-Dollar oder 71 US-Cent je Aktie ausweisen, nachdem im Jahr vorher noch ein Verlust von 8,86 Mrd. Dollar oder 4,49 Dollar je Aktie zu Buche stand. Im Jahr vorher musste HP noch hohe Abschreibungen auf die IT-Servicedivision rund um die übernommene Electronic Data Systems (EDS) vornehmen.

Meldung gespeichert unter: Hewlett Packard (HP)

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