Hewlett-Packard bleibt auf Expansionskurs

Freitag, 23. November 2007 12:50
Hewlett Packard (HP)

(IT-Times) Der weltgrößte PC- und Druckerhersteller Hewlett-Packard (NYSE: HPQ, WKN: 851301) konnte im jüngsten Quartal abermals mit guten Zahlen glänzen und seine Führung im PC-Markt weiter ausbauen. Geschuldet war das Wachstum nicht zuletzt der starken Performance des Unternehmens im Notebook-Bereich. Hier verbuchte HP ein Wachstum von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch in den wichtigen Boommärkten Asiens schlägt sich HP mehr als gut. In den Schellenländern zogen die Erlöse ebenfalls um rund 56 Prozent an, wobei die Umsätze in China sogar um 100 Prozent zulegten. Das Reich der Mitte ist inzwischen der drittgrößte PC-Absatzmarkt für HP. Profitiert hat das Unternehmen aber auch durch die Einkaufstour in den vergangenen Quartalen. So wurden nicht weniger als zehn Akquisitionen in den letzten 12 Monaten abgeschlossen, gleichzeitig kündigte HP jüngst drei weitere Übernahmen an.

HP vor weiteren Zukäufen im Softwarebereich
Dass dieser Trend auch im laufenden Fiskaljahr 2008 nicht abreißen wird, glauben nicht nur Analysten. HP Software Chef Tom Hogan kündigte nunmehr an, dass man weitere Milliarden für den Zukauf eines größeren Softwareunternehmens in die Hand nehmen werde. Bereits im Jahr 2006 hatte sich HP die Übernahme der inzwischen integrierten Mercury Software 4,5 Mrd. Dollar kosten lassen.

Vor allem Marktführer im Bereich Data-Management und Business Intelligence (BI) wolle man sich genauer ansehen, so der HP-Manager. Ein entsprechender Deal könnte in den nächsten 12 Monaten Realität werden, so der HP-Manager, ohne Details nennen zu wollen. Spekulationen um eine Übernahme des Software- und Server-Spezialisten BEA Systems erteilte Hogan allerdings eine Abfuhr.

In jedem Fall wolle man aber Marktführer übernehmen. Dies könnte HP, je nach Marktsegment, zwischen 300 und 500 Mio. Dollar, aber auch bis zu 10,0 Mrd. Dollar kosten, schätzt der HP-Manager. Interessiert sei man insbesondere an Backup- und Datensicherheitslösungen, die Firmen dabei helfen, Emails und andere Daten zu archivieren, so Hogan. Einer der führenden Unternehmen in diesem Bereich ist unter anderem der Anti-Virusspezialist Symantec. Symantec dürfte aber mit mehr als 15 Mrd. Dollar Börsenwert selbst für HP ein schwerer Brocken sein.

Bislang hat HP aber gute Erfahrungen mit den jüngsten Zukäufen gemacht. Die Ergebnisse der Softwaredivision lagen zuletzt über den Erwartungen und sprechen eine eindeutige Sprache. So verbuchte HP Software auf Jahressicht bereits einen Umsatz von 2,3 Mrd. Dollar und einen Nettogewinn von 347 Mio. Dollar. Insgesamt hat man damit binnen eines Jahres das Softwaregeschäft verdoppelt und ist somit bereits das sechsgrößte Softwarehaus der Welt.

Kurzportrait

Die im Jahre 1939 gegründete Hewlett-Packard, benannt nach den Gründern Dave Packard und Bill Hewlett, gelang vor allem in den modernen 80er Jahren der Aufstieg zu einem weltweit bedeutenden Technologiekonzern. Bereits 1966 schaffte das Unternehmen mit der Gründung seiner Forschungs- und Entwicklungsabteilung HP Laboratories die Grundlage für seinen späteren Erfolg. Die HP LaserJet Druckerproduktreihe, welche im Jahre 1984 aus der Taufe gehoben wurde, begründete dann schließlich den endgültigen Durchbruch der Firma. Das Unternehmen stieg innerhalb weniger Jahre zum weltweit führenden Anbieter von Drucker- und Zubehörprodukten auf. Das Jahr 2002 stellte mit der Übernahme von Compaq Computer für knapp 19 Mrd. US-Dollar einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte der Firma dar.

Heute entwickelt das Unternehmen nicht nur Drucker, sondern auch Software, Computer und andere Hardware, wie Speicher- sowie Windows- und Unix-basierte Serversysteme. Aber auch Handheld-Computer, Taschenrechner, Scanner, Fax-Geräte, Digitalkameras und Kopiergeräte ergänzen das Hardwareangebot. Insgesamt operiert HP heute aus sieben Kerngeschäftsbereichen heraus: Enterprise Storage and Servers (ESS), HP Services (HPS), Software, Personal Systems Group (PSG), Imaging and Printing Group (PG), HP Financial Services (HPFS) und Corporate Investments.

Das Hardwaregeschäft trug zuletzt den Großteil der gesamten Umsätze der Gesellschaft. Zu den Kunden, welche HP-Services in Anspruch nehmen zählen neben Microsoft, auch BroadVision, i2, SAP und Ariba. Zuletzt wuchs HP nicht zuletzt durch Zukäufe. Allein in den letzten Jahren wurden mehr als ein Dutzend Firmen übernommen.

Anfang des Jahres 2002 kaufte das Unternehmen den niederländischen Druckerspezialisten Indigo, welcher den Bereich Offset-Druck und digitale Druckprozesse für industrielle Großkunden ergänzen soll. Im Jahr 2003 folgte die Übernahme der schwedischen PipeBeach sowie Geschäftsbereiche der englischen Baltimore Technologies. Im Jahr 2004 kaufte HP die Softwarefirmen Novadigm und Consera Software, sowie die ThyssenKrupp-Tochter Triaton. Später folgten die Zukäufe des englischen IT-Spezialisten Synstar, sowie die Übernahme von ApplQ, RLX Technologies, Peregrine Systems und Scitex Vision. Mitte 2006 kaufte HP die Schweizer Silverwire Holdings AG, sowie den Softwarespezialisten Mercury Interactive. Anschließend folgten weitere Zukäufe. So wurden die Software- und IT-Spezialisten Knightsbridge Solutions, Bitphone Corporation, Bristol Technologies, der Thin-Client-Spezialist Neoware und der US-Softwareanbieter Opsware übernommen.

Zahlen

Für das vergangene Oktoberquartal meldet HP einen Umsatzanstieg auf 28,29 Mrd. US-Dollar, was einem Zuwachs von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Gewinn kletterte im jüngsten Quartal um 28 Prozent auf 2,16 Mrd. Dollar oder 80 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 1,69 Mrd. Dollar oder 60 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 86 US-Cent je Aktie, womit HP die Analystenerwartungen übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld zunächst nur mit Einnahmen von 27,4 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 82 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Insgesamt konnte HP im jüngsten Quartal einen freien Cash-Flow von 2,9 Mrd. Dollar erwirtschaften, wobei sich der Cash-Flow aus dem operativen Geschäft auf 3,6 Mrd. Dollar summierte.

Das Wachstum im PC-Markt trug maßgeblich zum guten Abschneiden im jüngsten Quartal bei. So kletterte der Laptop-Absatz um 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 5,16 Mrd. Dollar. Das Segment Desktop-PCs legte um 15 Prozent auf 4,21 Mrd. Dollar zu, womit sich HP als weltweite Nummer eins im PC-Markt behaupten konnte. Das profitabelste Geschäft blieb aber weiterhin das Geschäft im Druckerpatronen und Toner. Dieses Geschäft (Imaging and Printing Group) steuerte im jüngsten Quartal 42 Prozent des operativen Gewinns bei.

Für das somit abgeschlossene Fiskaljahr 2007 meldet HP einen Jahresumsatz von 104,3 Mrd. Dollar, ein Zuwachs von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn summierte sich zum Jahresende auf 7,26 Mrd. Dollar oder 2,68 Dollar je Aktie. Insgesamt konnte HP das Fiskaljahr 2007 mit Netto-Cash-Reserven von 3,4 Mrd. Dollar beenden.

Meldung gespeichert unter: Hewlett Packard (HP)

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