Generationswechsel beim schnellen Internet per Satellit

Dienstag, 31. Mai 2011 12:09
VATM

VATM fordert klare Regeln aus Brüssel für neue Breitbandrichtlinien

Köln, 31. Mai 2011. Höhere Bandbreite machen den schnellen Internetanschluss via Satellit leistungsfähiger – und das bei sinkenden Endkundenpreisen. Unterschiedliche Satellitensysteme ermöglichen für den Endnutzer und Kommunen erstmals echtes Triple Play – schnelle Internetverbindungen, Telefonie über Voice over IP sowie digitales Fernsehen in bester SD- und HD- sowie bald in 3D-Qualität. Welche Möglichkeiten moderne Satellitentechnologie bietet und dass sie auch bei geringer Bevölkerungsdichte wirtschaftlich ist, machte kürzlich der VATM-„Satellite Day“ in Brüssel deutlich.

Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM: „Auch macht uns der Satellit unanbhängiger von Regulierung. Der Satellit fördert den Wettbewerb in der Medienlandschaft, verringert die Notwendigkeit von Must-Carry-Regelungen und verhindert eine Abhängigkeit von TV-Breitbandkabelnetzen. Satelliten, mit ihren hohen Bandbreiten und großen Reichweiten, sind nicht nur eine der leistungsstärksten Infrastrukturen für die Übertragung von Fernsehsignalen, sondern helfen außerdem beim Ausbau der Breitbandnetze in weißen Flecken. Und sie führen zu einer volkswirtschaftlich sinnvollen Migration auf hochbitratige Breitbandnetze.“

Dass der Satellit als Ergänzungstechnologie im Breitbandausbau für Zehntausende von Bürgern eine wichtige Rolle spielen wird, veranschaulichten die praktischen Beispiele, die die führenden Satellitennetzbetreiber SES ASTRA, Hughes Network Systems und Eutelsat auf dem „Satellite Day“ in Brüssel präsentierten. So kann das vorhandene Kupferkabel auf der so genannten letzten Meile im Dorf deutlich mehr leisten, wenn es per Satellit an das schnelle Internet angeschlossen wird. Volker Leyendecker, Regional Sales Director, ASTRA Broadband Services, erläuterte die speziell für Kommunen konzipierte Lösung sowie die Vorteile für den Endkunden: „Hierfür ist nur noch eine Satelliten-Antenne am Kabelverzweiger eines Ortes erforderlich und nicht mehr bei jedem einzelnen Kunden. Der Kunde erhält schnelles Internet via Satellit beispielsweise über die Telefonleitung.“

Für Patrick Lewis, Manager Partner Business bei Hughes Network Systems, übernehmen die USA beim Einsatz der Satellitentechnologie Vorbildfunktion. Während sich in Deutschland  der Einsatz der Technologien vorwiegend auf Festnetz und DSL konzentriert, erfolge in Amerika die Versorgung in einem deutlich ausgewogerenen Mix aus Kabel, DSL und Satellit. Eine direkte Subventionierung des Anschlusses – wie auch in Frankreich, Spanien und Großbritannien üblich –, sorge für eine hohe Anschlussquote mit Satellit. So nutzen rund sechs Jahre nach dem Start satellitengestützter Breitbandzugänge in Nordamerika weit mehr als 1,2 Millionen Haushalte diese Technologie. In Asien sind es nach wenigen Jahren bereits weit über 500.000.

Udo Neukirchen, Director Tooway von Eutelsat, ist überzeugt, dass der vollwertige Satellitenanschluss im Rahmen von 20 bis 40 Euro pro Monat – je nach Leistungsfähigkeit und zum Teil ohne Mindestvertragslaufzeiten – vom Endkunden gut angenommen wird. „Aus Sicht des Verbrauchers geht es nicht um ein Wettrennen der Bandbreiten. Er benötigt ein verlässliches und das aus seiner Sicht beste Datennetz. Hierzu bietet die neue Generation des Satelliten KA-SAT eine mit LTE und DSL vergleichbare Qualität im Endkundenanschluss und ist somit eine reale Alternative bei der Schließung der weißen Flecken in der Breitbandversorgung.“

Kurz vor der wirtschaftlichen Inbetriebnahme eines weiteren Satelliten KA-SAT am heutigen 31. Mai 2011 gaben die führenden Satellitennetzbetreiber ASTRA, Eutelsat und Hughes in der Brüsseler Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen einen Einblick in die technische Leistungsfähigkeit der neuen Dienste. Politische Entscheider und Mandatsträger des EU-Parlaments und der EU-Kommission überzeugten sich live in der Landesvertretung über den praktischen Nutzen und die Anwendungsfreundlichkeit der Technologie. Hughes und SES ASTRA hatten diese „zum Anfassen“ auf dem Dach und im Innenhof der Landesvertretung installiert. Selbst über enge Häuserschluchten hindurch konnte gezeigt werden, dass diese Technologie Lösungen mit bis zu 10 Mbit/s im Download und bis 4 Mbit/s im Upload ermöglicht.

Oliver Stehmann von der EU-Kommission, Generaldirektion Wettbewerb, forderte die Unternehmen in seinem Impulsstatement auf, die anstehende Überarbeitung der Breitbandleitlinien aktiv zu begleiten, über Fortentwicklungen zu informieren und damit weiterhin eine Übereinstimmung der Leitlinien mit der technologischen Entwicklung zu gewährleisten. 

Genau diese Anpassung mahnte der VATM nachdrücklich an, damit nicht länger ineffiziente Lösungen förderbar sind und bestehende Monopolstruktruen auf neue Netze übertragen werden. „Open Access muss in einer Form definiert werden, die technologisch machbar ist, und darf nicht zum Ausschluss von Technologien führen oder gar andere ineffizientere Anschlussarten mit Fördermitteln bevorzugen“, unterstrich Grützner.

Informationen / Rückfragen:

Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V.

VATM-Geschäftsstelle

Corinna Keim, Maria Schlechter-Heims

Meldung gespeichert unter: VATM

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