Frankreich-Tochter stellt Solon vor neue Probleme

Donnerstag, 9. April 2009 13:39
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(IT-Times) Wäre der hohe Verschuldungsgrad und die schwache allgemeine Wirtschaftslage nicht genug, sieht sich die Berliner Solon SE (WKN: 747119) einem weiteren Problem gegenüber, das die Bilanz des Solarspezialisten erheblich belasten könnte.

Infolge der finanziellen Schwierigkeiten bei der französischen Tochter Silicium de Provence (SilPro) droht dem Unternehmen eine Abschreibung in Millionenhöhe. Sollte SilPro abgewickelt werden, würde das Ergebnis im laufenden Jahr 2009 um rund 40 Mio. Euro geschmälert, räumt Solon-Chef Thomas Krupke gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters ein. Damit würde Solon auf Jahressicht wohl in die roten Zahlen rutschen.

SilPro droht die Abwicklung
Die französische Tochter SilPro, an der Solon über die SOL Holding beteiligt ist, hatte zuvor Antrag auf Gläubigerschutz in Frankreich gestellt. Hintergrund seien Finanzierungsprobleme, nachdem sich offenbar mindestens ein Investor von dem Projekt zurückgezogen hat. Ursprünglich wollte SilPro eine Produktionsanlage für Polysilizium in Saint Auban errichten, die im Jahr 2011 Polysilizium für die Solarindustrie produzieren sollte. Bei der Gründung von SilPro im Jahr 2006 schien dies noch eine gute Idee, immerhin war der Polysilizium-Preis infolge der hohen Nachfrage recht hoch.

Inzwischen hat sich das Bild gewandelt. Die Preise für Polysilizium sind gegenüber dem Vorjahr drastisch eingebrochen. Wurden für ein Kilo Polysilizium im Vorjahr noch zwischen 400 und 450 US-Dollar bezahlt, ist das Material auf dem Spot-Markt aktuell für 100 US-Dollar zu haben. Branchenkenner rechnen mit einem weiteren Preisverfall im Jahresverlauf, der den Preis sogar auf 25 Dollar pro Kilo drücken könnte.

Eine schnelle Preiserholung scheint vorerst nicht in Sicht. Umso schwieriger dürfte es daher für die Solon-Tochter in Frankreich werden, doch noch einen Geldgeber in den nächsten zwei Monaten für das Projekt zu finden. Selbst wenn es SilPro doch noch gelingen sollte, Kreditverträge neu zu verhandeln, bleibt die Frage nach der Profitabilität angesichts der niedrigen Preise.

Wahrscheinlicher scheint indes, dass der rasante Preisverfall bei Polysilizium die lang erwartete Konsolidierungsphase in der Solarbranche einleiten wird, dem viele Anbieter zum Opfer fallen werden, die bislang kein Alleinstellungsmerkmal vorweisen können...

Kurzportrait

Die im Jahre 1997 gegründete und in Berlin ansässige Solon SE gilt als einer der führenden Solartechnikanbieter in Deutschland. Das Unternehmen war mit seinem Börsengang im Jahre 1998 das erste an der Börse notierte Solarunternehmen.

Heute bietet das Unternehmen nicht nur Solarmodule, sondern auch Solarkraftwerke und Wechselrichter an. Solon ist mit entsprechenden Tochterfirmen in Deutschland, Österreich (Solon Hilber Technologie GmbH, Solon Mover), Italien (Solon S.p.A.), in den USA (Solon America Corporation) und in der Schweiz (asp AG) präsent. Gleichzeitig ist Solon an der französischen Silicium de Provence (SilPro) beteiligt. Die Produktion von Solarmodulen wird über die beiden Tochterfirmen Solon PV GmbH in Berlin und der Solon Nord GmbH abgewickelt.

Die Solon-Tochter HTC GmbH hat sich auf die Realisierung von Solarkraftwerken spezialisiert. Dazu zählen auch die Konzeption und die Entwicklung von solaren Großkraftwerken, wo das Unternehmen durch Solon Solar Investments vertreten ist. Im Bereich der Systemtechnologie ist das Unternehmen über die Schweizer Tochter asp AG am Markt präsent, die auch Wechselrichter herstellt.

Zuletzt expandierte Solon verstärkt im Ausland, wobei im Jahr 2007 19 Prozent an dem australischen Unternehmen CBD Energy Ltd erworben wurden. Nachdem sich Solon an der österreichischen Blue Chip Energy beteiligt hatte, erhöhte der deutsche Solarspezialist Ende 2007 seine Beteiligung an der Blue Chip Energy von 19 auf 47 Prozent.

Zuletzt beschäftigte die Solon AG mehr als 800 Mitarbeiter und kann dabei auf eine Jahresproduktion von über 120 MWp verweisen und gilt damit als einer der größten Hersteller von Solarmodulen in Deutschland.

Zahlen

Solon konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 ein Umsatzplus von 62 Prozent verbuchen. Der Umsatz des Unternehmens kletterte gegenüber 2007 von 503,1 Mio. Euro auf 815,1 Mio. Euro. Auf das Segment Systemtechnik entfielen dabei 55 Prozent der Umsätze, 45 Prozent trug das Komponentengeschäft bei. Rund drei Viertel der Konzernumsätze wurden im Geschäftsjahr 2008 im Ausland erzielt, der überwiegende Teil davon in Spanien und Italien. Insgesamt lieferte Solon in über 20 Länder. Die Produktionsmenge 2008 stieg gegenüber dem Vorjahr um 49 Prozent von 118 MWp auf 176 MWp.

Meldung gespeichert unter: Solon

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