Facebook strauchelt - Mobile-Offensive soll es richten

Montag, 30. Juli 2012 12:36
Facebook Unternehmenslogo

(IT-Times) - Facebook-Aktien stürzten zuletzt an der New Yorker Nasdaq kräftig ab. Doch der Kursverlust von knapp 12 Prozent könnte nur der Anfang sein, denn das Unternehmen sieht sich gleich mehreren Herausforderungen gegenüber.

Rund 1,7 Milliarden Facebook-Aktien kommen auf den Markt
Zum einen laufen in den nächsten Monaten verschiedene Lockup-Fristen ab, wodurch Investoren und Facebook-Mitarbeiter ihre Aktien nach und nach verkaufen dürfen. So kommen Mitte August weitere 268 Millionen Facebook-Aktien auf den Markt, Mitte Oktober 192 Millionen weitere Anteile. Mitte November dürfen sogar weitere 1,2 Milliarden Facebook-Aktien frei gehandelt werden.

Zwar wird der Großteil der institutionellen Investoren ihre Facebook-Aktien (Nasdaq: FB, WKN: A1JWVX) behalten, dennoch glaubt IPO-Experte Jay Ritter von der University of Florida, dass viele Aktionäre ihre Facebook-Aktien verkaufen werden, um ihr Portfolio zu diversifizieren.

Facebook-Nutzer werden mobil
Verwunderlich ist dies nicht, geriet das Wachstum bei Facebook zuletzt ins Stocken. Zwar zählt Facebook inzwischen mehr als 950 Millionen Nutzer weltweit, doch immer mehr Facebook-Mitglieder nutzen den Dienst über das Smartphone bzw. den Tablet. Derzeit sind es nach Facebook-Angaben 543 Millionen Nutzer, die den Service über mobile Endgeräte nutzen, ein Zuwachs von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für Facebook stellt diese Entwicklung ein Problem dar, erwirtschaftet das Unternehmen 84 Prozent seiner Umsätze durch Online-Werbung. Im mobilen Werbegeschäft ist das Unternehmen bislang kaum vertreten. Erst im Februar hatte Facebook seine mobile Werbeplattform an den Start gebracht und erste Versuche gestartet, um den mobilen Traffic auf seiner Seite zu monetarisieren.

Facebook setzt auf "sponsored Stories"
Große Hoffnungen setzt Facebook daher auf ein neues Werbeformat mit dem Namen "Sponsored Stories". Dabei handelt es sich um Werbetexte die im gewöhnlichen Newsstream und der Status-Update-Seite des Facebook-Nutzers mitlaufen.

Im Rahmen der ersten Testphase generierte das neue Werbeformat bereits Umsätze von einer Mio. US-Dollar pro Tag. Und was noch viel wichtiger ist: Die Hälfte dieser Umsätze kommt dabei schon aus dem Mobile-Bereich. Dementsprechend zuversichtlich ist Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Ziel sei es, jeden in der Welt miteinander zu vernetzen. In vier bis fünf Jahren erwartet Zuckerberg zwischen vier und fünf Milliarden Smartphone-Nutzer, die dann möglichst auch Facebook nutzen sollen. Einen ersten Schritt hat Facebook mit der Übernahme von Instagramm für rund eine Mrd. Dollar bereits getan - weitere Übernahmen im Mobile-Bereich könnten folgen.

Kurzportrait

Die im Jahre 2004 gegründete und im kalifornischen Menlo Park ansässige Facebook gilt mit über 950 Millionen registrierten Nutzern als das weltweit führende Social-Networking-Portal. Das Unternehmen betreibt eine Online-Plattform und stellt entsprechende Tools bereit, damit Nutzer mit Familienmitgliedern und Freunden jederzeit in Kontakt bleiben können.

Im September 2011 brachte Facebook mit Timeline eine erweiterte Version von Facebook Profile an den Start. Timeline erlaubt Nutzern ihr Profil sowie ihre Aktivitäten zu organisieren und mit anderen Nutzern zu teilen. Nutzer können dabei wählen, welche Informationen in der Timeline mit anderen Nutzern geteilt werden.

Der Facebook Newsfeed ist das Hauptfeature innerhalb des Facebok-Profils, erhält der Nutzer damit stets aktuelle Informationen über Storys von Freunden, sowie anderen Quellen. Der Facebook Newsfeed beinhaltet sowohl Postings wie auch Fotos und Event-Updates, App-Updates und andere Aktivitäten. Jeder Nutzer kann seinen Newsfeed personalisieren, so dass jeder Anwender die Nachrichten erhält, die seiner Interessenslage entsprechen.

Zudem fungiert Facebook auch als Foto-Sharing-Service. Nutzer können eine unbegrenzte Anzahl von Fotos hochladen und mit Freunden teilen. Gleiches gilt auch für Videos. Über Facebook Events können Nutzer Feiern und andere Veranstaltungen organisieren und Einladungen verwalten. Über Facebook Places können Nutzer ihren Standort mit Freunden teilen und selbst sehen, wo sich Freunde oder Familienmitglieder gerade befinden. Entwickler können die Facebook-Plattform dazu nutzen, um Anwendungen zu entwickeln, um damit weitere Kundenschichten zu erreichen. Zudem bietet Facebook eine Reihe von Tools und ein API, so dass Entwickler ihre eigenen Social-Apps entwickeln können. Anfang 2012 waren mehr als neun Millionen Apps und Webseiten mit Facebook direkt verknüpft. Anfang 2012 verstärkte sich Facebook durch die Übernahme des Foto-Sharing-Tools Instagram für eine Mrd. Dollar. Später wurde die Design-Agentur Polt Peters aufgekauft.

Facebook erzielte bislang den Großteil seiner Erlöse durch Online-Werbeeinahmen. Eine weitere Einnahmequelle sind Social-Games. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kontrolliert auch nachdem IPO weiterhin die Mehrheit der Stimmrechte bei Facebook.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldet Facebook einen Umsatzsprung auf 1,18 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Quartal 2012 war Facebook noch um 44 Prozent gewachsen.

Meldung gespeichert unter: Facebook

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