EMC springt auf den Web 2.0 Zug auf

Montag, 12. Januar 2009 13:00
EMC

(IT-Times) Auch der weltweit führende Speicherhersteller EMC (NYSE: EMC, WKN: 872526) hat Sparmaßnahmen ergriffen, um sich gegen einen weiteren Konjunkturabschwung zu rüsten. Trotz Rekordumsätze will das Unternehmen 2.400 Stellen bzw. sieben Prozent seiner Arbeitsplätze streichen.

Diese Maßnahmen sollen die Kosten im laufenden Jahr 2009 um 350 Mio. Dollar drücken. Im Jahr 2010 erhofft sich EMC hiervon Einsparungen in Höhe von 500 Mio. Dollar. Der jüngste Stellenabbau scheint auch eine späte Folge des Akquisitionskurses der letzten Jahre zu sein. Allein in den vergangenen drei Jahren schluckte EMC 21 Firmen. Zuletzt wurde unter anderem der Zip-Drive-Hersteller Iomega übernommen, womit sich EMC mehr dem Konsumentenmarkt bzw. Markt für kleine Geschäftskunden zuwendet.

Mit Atmos bringt sich EMC für Web 2.0 in Stellung
Bedeutender hingegen scheint der Vorstoß von EMC im Bereich Cloud Computing. Unter dem Namen Atmos präsentierte EMC im November vergangenen Jahres die industrieweit erste COS-Lösung (Cloud-optimized Storage). Dabei handelt es sich zunächst um ein Eigengewächs von EMC, dass in den vergangenen Jahren im eigenen Haus entwickelt wurde, um Firmen Speicherlösungen der nächsten Generation anbieten zu können.

Atmos ist in erster Linie eine sogenannte Policy-basierte Information-Management-Anwendung, die im Prinzip Kopien verschiedenster Daten in Firmenniederlassungen rund um den Globus erstellt. So können Daten einfacher klassifiziert und für verschiedenste Kunden aufbereitet werden. Atmos kann zudem mit mehreren Datenzentren weltweit kommunizieren, ein entscheidender Unterschied zu traditionellen Speicherlösungen, die meist Daten in ein Datencenter liefern. IDC-Analyst Ben Woo bezeichnet die EMC-Technik als fast „revolutionär“, da Speichersysteme, die sich in geografisch unterschiedlichen Regionen befinden, nunmehr miteinander kommunizieren können.

Atmos soll sowohl als Stand-alone Lösung, als auch als Server-System mit Speicherkapazitäten von 120, 240 und 360 Terabyte verkauft werden, wobei EMC vor allem Online-Service-Provider, sowie Video- und Fotowebseiten als Zielgruppe ins Visier nimmt. Solche Web 2.0 Seiten haben in der Regel einen hohen Bedarf an Speichervolumen infolge der hohen Datenmengen, die Nutzer ablegen.

Bei EMC hat zunächst gedacht, dass sich die Zielgruppe für derartige Lösungen auf 20 bis 30 Firmen summiert, gibt EMC-Manager Mike Feinberg zu, der die Cloud-Infrastructure Group bei EMC als General-Manager leitet. Doch inzwischen hat sich herausgestellt, dass auch Öl- und Gasfirmen Interesse an derartigen Lösungen haben…

Kurzportrait

Die im Jahre 1979 gegründete und in Hopkinton/Massachusetts ansässige EMC stieg im Zuge der Informations- und Datenflut Anfang der 90er Jahre zu einem der weltweit führenden Technologie-Konzerne auf. Bereits im Jahre 1990 führte das Unternehmen mit seiner Symmetrix Produktlinie als einer der ersten Unternehmen ein intelligentes und redundantes Speichersystem ein. Im Jahre 1999 erfolgte dann die Übernahme von Data General, womit EMC gleichzeitig die Produktlinie Clariion übernahm, welche auf den mid-range Speicherbereich zugeschnitten ist. Die Clariion-Produktfamilie wurde anschließend in das EMC-Produktprogramm integriert und stellt heute ein Standbein im Markt für mid-range Speicherprodukte dar, in welchem EMC nach einer Studie von Gartner Dataquest einen Marktanteil von 5,8 Prozent hält. Neben dem Hardwaregeschäft, welches zuletzt 60 Prozent der gesamten Umsätze trug, will das Unternehmen künftig im margenstärkeren Softwaregeschäft mehr Flagge zeigen. Hierzu kaufte der Speicherriese im Jahr 2003 die Softwarefirmen Documentum, Legato Systems und VMware auf. An VMware hielt EMC zuletzt noch weiterhin die Mehrheit der Anteile.

Im Jahr 2004 wurden neben der deutschen dolphin auch der amerikanische Backup-Spezialist Dantz Development übernommen. Nach der Übernahme Netzwerkspeicher-Spezialisten Smarts für 260 Mio. Dollar, kaufte EMC den US-Spezialisten Captiva Software. Gleichzeitig wurde auch der NAS-Technikspezialist Rainfinity übernommen. Bereits im Vorfeld wurde der Softwareanbieter Acartus aufgekauft. Auch im Jahr 2006 blieb EMC weiter auf Einkaufstour. Nachdem man die Grid-Softwarereihe des Spezialisten Acxiom übernahm, kaufte EMC den Servicespezialisten Internosis. Im Frühjahr bzw. Mitte 2006 kaufte EMC dann die Softwareanbieter Interlink, Kashya, sowie nLayers. Anschließend verstärkte sich EMC mit der Übernahme von RSA Security, wobei in 2007 weitere Übernahmen folgten. So wurden die Softwarespezialisten Verid, X-Hive, Berkley Data Systems (Mozy Online), Voyence und Document Sciences übernommen. Im Jahr 2008 kaufte EMC den Speicherspezialisten Iomega, sowie Geschäftsbereiche von Intel. Anfang 2009 übernahm EMC dann Teile von SourceLabs.

Bereits im Jahre 1994 konzentrierte sich das Unternehmen vermehrt auf die Softwareentwicklung im Speicherbereich. Die Serviceeinheit der Gesellschaft umfasst mehr als 6.000 Spezialisten, welche unter anderem auch den Support für die Hard- und Softwareprodukte des Unternehmens sicherstellen. EMC ist heute mit mehr als 100 Vertriebsbüros in mehr als 50 Ländern weltweit präsent und verfügt über eine der größten Vertriebs- und Servicemannschaften in der IT-Industrie. Gleichzeitig kann EMC auf ein großflächiges Vertriebsnetzwerk in Form von Händlern verweisen, welche Firmen wie Dell Computer, NEC, Fujitsu Siemens, Unisys, Groupe Bull und NCR umfassen. Daneben schloss das Unternehmen zahlreiche Kooperationsverträge mit Technologiefirmen wie Microsoft, KPMG, SAP und Oracle, um die Integrationsfähigkeit seiner Produkte sicher zu stellen.

Zahlen

Im vergangenen dritten Quartal 2008 konnte EMC einen Umsatz von rund 3,7 Mrd. US-Dollar umsetzen, was einem Anstieg um 13 Prozent entspricht. Das Nettoergebnis auf GAAP-Basis ging jedoch im gleichen Zeitraum von 429 Mio. Dollar auf 411 Mio. Dollar und das Ergebnis je Aktie von 0,23 Dollar auf 0,20 Dollar zurück. Allerdings war im Vorjahresergebnis ein Einmalertrag von 115,2 Mio. Dollar durch die Veräußerung einer Firmenbeteiligung enthalten.

Der Umsatz von EMC in den Vereinigten Staaten legte um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu, während die Auslandsmärkte des Unternehmens um 19 Prozent wuchsen. Das größte Umsatzwachstum verbuchten dabei die Märkte in Lateinamerika mit einem Plus von 27 Prozent. Der Bereich Europa, Mittlerer Osten und Afrika verbesserte sich im gleichen Zeitraum um 20 Prozent, der Bereich Asien-Pazifik und Japan um 19 Prozent. Insgesamt entfielen mittlerweile 46 Prozent der Umsätze auf das Ausland.

Meldung gespeichert unter: EMC

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