EMC setzt auf Virtualisierung

Mittwoch, 24. Januar 2007 00:00
EMC

(IT-Times) Es war ein enttäuschendes Jahr 2006 für den US-Speicherhersteller EMC (NYSE: EMC, WKN: 872526). Nach zahlreichen Übernahmen und Zukäufen im Softwarebereich verfehlte EMC im zurückliegenden Jahr gleich zwei Mal die Schätzungen der Analysten.

Damit soll nunmehr Schluss sein. EMC-Chef Joe Tucci kündigte an, dass man derzeit keine Pläne für weitere große Zukäufe hege. Für das Jahr 2007 verspricht der EMC-Manager Verbesserungen, die den Umsatz und Gewinn der Gesellschaft antreiben sollen. Nachdem das Unternehmen im Jahr 2006 bereits 1.000 Stellen gestrichen hatte, sollen bis Ende 2007 nochmal 1.350 Jobs wegfallen. Damit wolle man das Konzerngefüge weiter straffen, heißt es.

Zuletzt dementierte EMC die Einstellung seiner Insignia-Produktlinie, die für kleine und mittelständische Kunden konzipiert wurde. Vielmehr sei die Einheit in die laufenden Restrukturierungsbemühungen miteinbezogen worden und soll nunmehr näher ins Zentrum rücken.

Virtualisierung rückt in den Vordergrund

Weiter in den Vordergrund soll auch das Thema Virtualisierung rücken. Hier sieht EMC offenbar noch gewaltiges Umsatzpotential. Nachdem sich EMC in diesem Markt durch die Übernahme von VMware im Jahre 2004 für 635 Mio. Dollar eingekauft hatte, scheint die Einheit nunmehr aufzublühen. So konnte die VMware-Division ihre Umsätze im jüngsten Quartal auf 232 Mio. Dollar verdoppeln, womit die Einheit damit zu einem der am schnellsten wachsenden Geschäftsbereiche innerhalb von EMC gilt.

EMC-Manager sehen dann auch weiteres Wachstum in diesen Segment in den nächsten Jahren. Entsprechend optimistisch zeigte sich dann auch EMC-Managerin Diane Greene Mitte Dezember 2006 im Rahmen des UBS Technologie Forums in New York. Die Managerin geht davon aus, dass Virtualisierung in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen wird.

Hintergrund sind die teils massiven Kosteneinsparungen, die sich durch Virtualisierung erzielen lassen. Zum Beispiel bieten US-Energieversorger schon heute Rabatte für Unternehmen, die ihre Datenzentren konsolidieren. Laut Pacific Gas and Electric Corp könnten Firmen jährlich 300 bis 600 US-Dollar jährlich einsparen, für jeden Server der wieder abgeschafft wird.

Kurzportrait

Die im Jahre 1979 gegründete und in Hopkinton/Massachusetts ansässige EMC stieg im Zuge der Informations- und Datenflut Anfang der 90er Jahre zu einem der weltweit führenden Technologie-Konzerne auf. Bereits im Jahre 1990 führte das Unternehmen mit seiner Symmetrix Produktlinie als einer der ersten Unternehmen ein intelligentes und redundantes Speichersystem ein. Im Jahre 1999 erfolgte dann die Übernahme von Data General, womit EMC gleichzeitig die Produktlinie Clariion übernahm, welche auf den mid-range Speicherbereich zugeschnitten ist. Die Clariion-Produktfamilie wurde anschließend in das EMC-Produktprogramm integriert und stellt heute ein Standbein im Markt für mid-range Speicherprodukte dar, in welchem EMC nach einer Studie von Gartner Dataquest einen Marktanteil von 5,8 Prozent hält. Neben dem Hardwaregeschäft, welches zuletzt 60 Prozent der gesamten Umsätze trug, will das Unternehmen künftig im margenstärkeren Softwaregeschäft mehr Flagge zeigen. Hierzu kaufte der Speicherriese im Jahr 2003 die Softwarefirmen Documentum, Legato Systems und VMware auf. Im Jahr 2004 wurden neben der deutschen dolphin auch der amerikanische Backup-Spezialist Dantz Development übernommen. Nach der Übernahme Netzwerkspeicher-Spezialisten Smarts für 260 Mio. Dollar, kaufte EMC den US-Spezialisten Captiva Software für 275 Mio. Dollar. Gleichzeitig wurde auch der NAS-Technikspezialist Rainfinity übernommen. Bereits im Vorfeld wurde der Softwareanbieter Acartus aufgekauft. Auch im Jahr 2006 blieb EMC weiter auf Einkaufstour. Nachdem man die Grid-Softwarereihe des Spezialisten Acxiom übernahm, kaufte EMC den Servicespezialisten Internosis. Im Frühjahr bzw. Mitte 2006 kaufte EMC dann die Softwareanbieter Interlink, Kashya, sowie nLayers. Zuletzt verstärkte sich EMC mit der Übernahme von RSA Security für 2,1 Mrd. Dollar.

Bereits im Jahre 1994 konzentrierte sich das Unternehmen vermehrt auf die Softwareentwicklung im Speicherbereich. Die Serviceeinheit der Gesellschaft umfasst mehr als 6.000 Spezialisten, welche unter anderem auch den Support für die Hard- und Softwareprodukte des Unternehmens sicherstellen. EMC ist heute mit mehr als 100 Vertriebsbüros in mehr als 50 Ländern weltweit präsent und verfügt über eine der größten Vertriebs- und Servicemannschaften in der IT-Industrie. Gleichzeitig kann EMC auf ein großflächiges Vertriebsnetzwerk in Form von Händlern verweisen, welche Firmen wie Dell Computer, NEC, Fujitsu Siemens, Unisys, Groupe Bull und NCR umfassen. Daneben schloss das Unternehmen zahlreiche Kooperationsverträge mit Technologiefirmen wie Microsoft, KPMG, SAP und Oracle, um die Integrationsfähigkeit seiner Produkte sicher zu stellen.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal 2006 meldete EMC einen Umsatzanstieg auf 3,215 Mrd. Dollar, ein Zuwachs von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei erwirtschaftete der Speicherspezialist zunächst einen Gewinn von 389 Mio. Dollar oder 18 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 148 Mio. Dollar oder sechs US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderfaktoren ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 17 US-Cent je Aktie, einen Cent mehr als Analysten zuvor erwartet hatten. An der Wall Street hatte man zunächst mit Einnahmen von 3,17 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 16 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Die Erlöse im Bereich EMC Systems zogen um 12 Prozent an, während die Softwarelizenz- und Wartungserlöse um 27 Prozent kletterten. Das Systemservicegeschäft legte um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.

Meldung gespeichert unter: Virtualisierung

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