Electronic Arts vom Spielerwandel kalt erwischt - Buyout durch Private Equity Firmen?

Spiele und Konsolen

Donnerstag, 23. August 2012 13:43
EA_Logo_New.gif

(IT-Times) - Der US-Spielentwickler Electronic Arts (EA) steckt weiter in der Krise. Sinkende Umsätze und Gewinne machen dem Unternehmen ebenso zu schaffen, wie die Erfolglosigkeit im Online-Spielemarkt. Der EA-Aktienkurs hat sich binnen Jahresfrist nahezu halbiert. Inzwischen ranken sich Verkaufsgerüchte um das Unternehmen.

Trotz Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe konnte "Star Wars: The Old Republic" nicht annähernd die Popularität von "World of Warcraft" des Konkurrenten Activision Blizzard erreichen. Nachdem die Abonnentenzahlen auf unter eine Million gesunken sind, hat sich EA (Nasdaq: EA, WKN: 878372) zu einem Strategiewechsel entschieden. Die Abogebühren sollen wegfallen, das Spiel soll im free-to-play Modus zugänglich sein.

EA hält an BioWare fest
EA Chief Operating Officer (COO) Peter Moore spricht von einem Hybrid-Modell. Bis Level 50 können Spieler nunmehr das Online-Game kostenlos genießen. Für die Inanspruchnahme zusätzlicher Services sollen die Spieler künftig zahlen, die Basisfunktionen bleiben kosten.

Ob dieser Schachzug das von BioWare entwickelte Online-Game retten wird, bleibt abzuwarten. Früheren EA-Angaben zufolge benötigt "Star Wars" mindestens 500.000 zahlende Abonnenten, um profitabel zu bleiben. Sollte der Strategiewechsel schief gehen, könnte dem Flagschiff-Onlinespiel von EA schnell das Aus drohen.

Auch die beiden anderen BioWare-Titel "Dragon Age 2" und "Mass Effect 3" haben die Spielergemeinde gespalten und nicht vollends überzeugen können. Dennoch hat die EA-Einheit nach wie vor die volle Unterstützung von EA COO Peter Moore. Moore verweist darauf, dass "Mass Effect 3" allein 200 Mio. Dollar an Umsätzen einspielte. BioWare arbeitet bereits an "Dragon Age 3" und will dabei das Feedback von Spielern stärker in die Entwicklungsarbeit mit einbeziehen.

PopCap streicht Stellen
Aber nicht nur BioWare ist eine Baustelle bei EA, auch das im Vorjahr für 750 Mio. Dollar aufgekaufte Social-Game-Studio PopCap Games leidet ähnlich wie Zynga an den geänderten Bedürfnissen der Spieler, die immer mehr zu free-to-play Spiele und Mobile-Games greifen.

Wie PopCap Mitgründer John Vechey im Firmen-Blog bestätigte, will das Unternehmen zehn Prozent seiner Belegschaft streichen. 50 Stellen sollen in Nordamerika wegfallen, zudem erwägt PopCap die Schließung der Niederlassung im irischen Dublin.

EA droht der Ausverkauf - Buyout durch Private Equity Firmen?
Trotz Investitionen und erheblicher Anstrengungen kommt EA bislang nicht mit dem Spielerwandel zu Recht. EA-Papiere notieren auf dem Niveau vor zehn Jahren, kein Wunder dass sich inzwischen Private Equity Firmen wie KKR und Providence Equity für das Unternehmen interessieren.

Laut einem Bericht der New York Post sind die beiden Firmen bereit, bis zu 20 US-Dollar je EA-Aktie zu bezahlen, allerdings befinden sich die Gespräche noch in einem sehr frühen Stadium.

Dennoch droht Amerikas führendem Entwicklerstudio bald der Ausverkauf, sollte dem Unternehmen nicht schnell die Wende gelingen. Noch aber fehlen die zündenden Ideen für einen durchschlagenden Kassenschlager.

Kurzportrait

Electronic Arts (EA), ansässig im kalifornischen Redmond, entwickelt seit 1982 Computerspiele. Dabei spezialisiert sich das Unternehmen nicht nur auf eine Plattform, sondern bietet Spiele sowohl für den PC, als auch für andere Plattformen aus dem Hause Sony, Nintendo und Microsoft an. Vor allem durch legendäre Titel wie Madden NFL, SimCity, und Ultima Online machte sich das Unternehmen einen Namen. Das Haus publiziert seine populären Titel unter den Labels EA Sports, EA Games, sowie unter EA Play.

Zudem beteiligte sich EA an dem schwedischen Entwicklerstudio Digital Illusions - das Studio wurde Ende 2004 vollständig übernommen. Gleichzeitig schloss EA im Oktober die Übernahme von Criterion Software ab. Anfang 2005 beteiligte sich EA mit 19,9 Prozent an dem französischen Spielentwickler Ubisoft. Ende 2005 übernahm man den führenden Entwickler von Mobilfunkspielen Jamdat Mobile. Jamdat wurde inzwischen in die Einheit EA Mobile integriert. Mitte 2006 kaufte EA den Online-Rollenspielspezialisten Mythic Entertainment, aus der die Einheit EA Mythic hervorging. Ende 2006 schluckte EA das auf die Wii-Konsole spezialisierte Entwicklerstudio Headgate Studios. Im Frühjahr 2007 beteiligte sich EA mit 15 Prozent an dem chinesischen Online-Spielespezialisten The9, nachdem man sich bereits 19 Prozent der Anteile an dem südkoreanischen Online-Spielespezialisten Neowiz sicherte. Mitte 2007 eröffnete EA ein eigenes Büro in Moskau, um den russischen Markt besser bedienen zu können. Ende 2007 übernahm EA mit BioWare und Pandemic zwei weitere Entwicklerstudios. Später kaufte EA mit Hands-On-Mobile und ThreeSF erneut zu. Ende 2008 übernahm EA das südkoreanische Entwicklerstudio J2M. Ende 2009 wurde das Social-Gaming-Portal Playfish übernommen. Im Frühjahr 2011 schluckte EA den iPhone-Spielehersteller Firemint. Im Sommer 2011 wurde der Spielentwickler PopCap Games aufgekauft.

Ferner vertreibt das Unternehmen über 4.000 Spieletitel von Drittanbietern. Dieses Geschäft trug in der Vergangenheit etwa ein Fünftel des gesamten Umsatzvolumens von EA. Über das Internet-Portal EA.com bietet das Unternehmen nicht nur einen kostenlosen Online-Spieledienst an, sondern auch gebührenpflichtige Services.

Daneben betreibt das Unternehmen die Tochter und Spieleplattform pogo.com im Internet. Pogo.com versteht sich als eine Online-Spielgemeinschaft. Die Plattform verzeichnet inzwischen mehr als 1,7 Million registrierte Nutzer weltweit. Gleichzeitig betreibt EA aber auch den Game Channel im Rahmen des Online-Angebots von AOL.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Electronic Arts

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...