Electronic Arts überzeugt Zweifler - digitales Geschäft boomt

EA erzielt Fortschritte im digitalen Geschäft

Donnerstag, 7. Februar 2013 14:09
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(IT-Times) - Der US-Spielentwickler Electronic Arts (EA) sieht sich wieder im Aufwind. Zwar leidet das Unternehmen nach wie vor unter dem Strukturwandel in der Spieleindustrie, doch es gibt auch Fortschritte. Der Kurs der EA-Aktie steigt wieder.

Nachdem Konsumenten immer öfter Online-Spiele nutzen und abgepackten PC-Spiele links liegen lassen, hat auch EA reagiert und zuletzt das Geschäft in den digitalen Bereich verlagert. Nachdem EA (Nasdaq: EA, WKN: 878372) im Fiskaljahr 2011 noch 36 Spieletitel auf den Markt brachte, sanken die Neuveröffentlichungen in den letzten Jahren kontinuierlich. Im Fiskaljahr 2012 brachte EA 22 Spieletitel auf den Markt, im Fiskaljahr 2013 soll diese Zahl auf 14 sinken.

Der Grund: Das Konsolengeschäft zeigte zuletzt deutliche Schwächen, nachdem Konsumenten auf die neue Konsolengeneration (PlayStation 4, Xbox 720) warten. Dies bekam auch EA im jüngsten Quartal zu spüren, wobei das Konsolengeschäft um 20 Prozent einbrach.

EA mutiert zum digitalen Spieleanbieter
Nur teilweise konnte EA diese Wachstumsdelle durch einen Boom bei digitalen Spielen (Downloads, Smartphone- und Tablet-Spiele) auffangen. Nachdem das digitale Geschäft im Septemberquartal erst für 33 Prozent der EA-Umsätze verantwortlich zeichnete, stieg der Anteil auf 407 Mio. US-Dollar und damit auf 46 Prozent am Gesamtumsatz.

Die digitalen Erlöse kletterten in den vergangenen 12 Monaten um 37 Prozent auf 1,47 Mrd. US-Dollar. Ein starkes Wachstum verbuchte EA dabei mit Smartphone- und Tablet-Spiele. Ein Geschäft das im jüngsten Quartal bereits Erlöse von 79 Mio. US-Dollar generierte, ein Zuwachs von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei EA verweist man unter anderem auf das Mobile-Game „The Simpsons: Tapped Out”, welches zuletzt für einen Umsatz von 23 Mio. US-Dollar allein auf der iOS-Plattform sorgte.

Online-Spiele: Bruttomarge von 70 Prozent im Visier
Noch stärker wuchs jedoch das Geschäft mit Spiele-Downloads für die Konsole. Hier kletterten die Umsätze um 46 Prozent auf 158 Mio. US-Dollar. Mit dem Einzug neuer moderner Konsolen wie die PS4 oder die Xbox 720 dürften die Möglichkeiten für Entwickler steigen, weitere Umsatzquellen im digitalen Geschäft zu erschließen.

Insgesamt dürften sich die Umsatzanteile auch in den nächsten Jahren weiter in Richtung Online- und Mobile-Spiele verschieben. Dabei kann EA noch von einem weiteren Trend profitieren. Das digitale Geschäft wirft deutlich höhere Gewinnmargen ab, als das traditionelle Geschäft mit PC-Spielen. Zynga erwirtschaftete zuletzt eine Bruttogewinnmarge von 70 Prozent, dies dürfte auch die Benchmark für EA sein.

Kurzportrait

Electronic Arts (EA), ansässig im kalifornischen Redmond, entwickelt seit 1982 Computerspiele. Dabei spezialisiert sich das Unternehmen nicht nur auf eine Plattform, sondern bietet Spiele sowohl für den PC, als auch für andere Plattformen aus dem Hause Sony, Nintendo und Microsoft an. Vor allem durch legendäre Titel wie Madden NFL, SimCity, und Ultima Online machte sich das Unternehmen einen Namen. Das Haus publiziert seine populären Titel unter den Labels EA Sports, EA Games, sowie unter EA Play.

Zudem beteiligte sich EA an dem schwedischen Entwicklerstudio Digital Illusions - das Studio wurde Ende 2004 vollständig übernommen. Gleichzeitig schloss EA im Oktober die Übernahme von Criterion Software ab. Anfang 2005 beteiligte sich EA mit 19,9 Prozent an dem französischen Spielentwickler Ubisoft. Ende 2005 übernahm man den führenden Entwickler von Mobilfunkspielen Jamdat Mobile. Jamdat wurde inzwischen in die Einheit EA Mobile integriert. Mitte 2006 kaufte EA den Online-Rollenspielspezialisten Mythic Entertainment, aus der die Einheit EA Mythic hervorging. Ende 2006 schluckte EA das auf die Wii-Konsole spezialisierte Entwicklerstudio Headgate Studios. Im Frühjahr 2007 beteiligte sich EA mit 15 Prozent an dem chinesischen Online-Spielespezialisten The9, nachdem man sich bereits 19 Prozent der Anteile an dem südkoreanischen Online-Spielespezialisten Neowiz sicherte. Mitte 2007 eröffnete EA ein eigenes Büro in Moskau, um den russischen Markt besser bedienen zu können. Ende 2007 übernahm EA mit BioWare und Pandemic zwei weitere Entwicklerstudios. Später kaufte EA mit Hands-On-Mobile und ThreeSF erneut zu. Ende 2008 übernahm EA das südkoreanische Entwicklerstudio J2M. Ende 2009 wurde das Social-Gaming-Portal Playfish übernommen. Im Frühjahr 2011 schluckte EA den iPhone-Spielehersteller Firemint. Im Sommer 2011 wurde der Spielentwickler PopCap Games aufgekauft.

Ferner vertreibt das Unternehmen über 4.000 Spieletitel von Drittanbietern. Dieses Geschäft trug in der Vergangenheit etwa ein Fünftel des gesamten Umsatzvolumens von EA. Über das Internet-Portal EA.com bietet das Unternehmen nicht nur einen kostenlosen Online-Spieledienst an, sondern auch gebührenpflichtige Services.

Daneben betreibt das Unternehmen die Tochter und Spieleplattform pogo.com im Internet. Pogo.com versteht sich als eine Online-Spielgemeinschaft. Die Plattform verzeichnet inzwischen mehr als 1,7 Million registrierte Nutzer weltweit. Gleichzeitig betreibt EA aber auch den Game Channel im Rahmen des Online-Angebots von AOL.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet Electronic Arts (EA) einen Umsatzrückgang um 13 Prozent auf 922 Mio. US-Dollar. Der angepasste Umsatz fiel um 28,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und summierte sich auf 1,18 Mrd. US-Dollar. Dabei musste EA zunächst einen Nettoverlust von 45 Mio. Dollar oder 15 US-Cent je Aktie hinnehmen, nachdem bereits im Jahr vorher ein Verlust von 205 Mio. Dollar oder 62 US-Cent je Aktie entstand. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte EA einen Nettogewinn von 176 Mio. Dollar oder 57 US-Cent je Aktie erwirtschaften und damit die Gewinnerwartungen der Analysten um einen Cent übertreffen.

Meldung gespeichert unter: Electronic Arts

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