Electronic Arts - Star Wars Euphorie schon wieder vorbei? Analysten raten zur Vorsicht

Dienstag, 7. Februar 2012 14:13
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(IT-Times) - Die Freude über den jüngsten Verkaufsrekord des Online-Rollenspiels "Star Wars: The Old Republic" wähnte nur kurz. Zwar hat Electronic Arts (EA) bereits rund zwei Millionen Kopien des Science-Fiction MMOs verkaufen können, wobei das Online-Game bereits 1,7 Millionen aktive Abonnenten verzeichnet, doch ob sich der Trend in den kommenden Monaten weiter forsetzt, bleibt abzuwarten.

Anleger und Analysten glauben nicht so recht daran, zumindest gab der EA-Aktienkurs den Großteil seiner Kursgewinne in den vergangenen Tagen wieder ab. Bei der Deutschen Bank will man bereits einen rückläufigen Trend beim neuen Online-Spielehit "Star Wars" erkannt haben. Deutsche Bank Experte Jeetil Patel rät Anlegern daher weiter zum Verkauf von EA-Papieren und sieht lediglich ein Kursziel von 13 US-Dollar für den Wert.

Star Wars: The Old Republic: Entwicklungskosten bei 200 Mio. Dollar
Electronic Arts (Nasdaq: ERTS, WKN: 878372) hatte viel Mühe und Geld in die Entwicklung des MMOs gesteckt. Bei der Los Angeles Times spricht man von 200 Mio. US-Dollar Entwicklungskosten in sechs Jahren. Inzwischen dürfte das Online-Game zwar die Hälfte dieser Entwicklungskosten wieder eingespielt haben, ob das Online-Spiel jedoch ähnlich wie "World of Warcraft" des Konkurrenten Blizzard langfristig zur Cashcow wird, bleibt äußerst fraglich.

Hintergrund ist die Masse an neuen und vor allem kostenlosen Online-Spielen, die auf den Markt drängen. Insbesondere asiatische Entwicklerstudios wie Nexon oder Perfect World versuchen mit qualitativ hochwertigen, aber kostenlosen Online-Spielen breite Nutzerschichten zu gewinnen. Auch Social- und Browser-Game-Entwickler wie Zynga und Bigpoint begeistern zunehmend mit weniger komplexen, aber äußerst kurzweiligen Games den Konsumenten, der den kurzweiligen Spielespaß für Zwischendurch sucht.

World of Warcraft schwächelt bereits - Abo-basierte MMOs am Ende?
Gerade die Komplexität und Zeitaufwändigkeit, welche moderne Abo-basierte MMOs auszeichnen, könnten sich letztendlich zum Stolperstein für das gesamte Genre erweisen. Ein Blick auf die stark sinkenden Nutzerzahlen von "World of Warcraft" machen dies deutlich. Das in die Jahre gekommene Spitzen-MMO verlor allein in den vergangenen beiden Quartalen zwei Millionen Abonnenten.

Zwar ist "Star Wars: The Old Republic" ein neues MMO, dass mit einer besseren Grafikqualität und guter Hintergrund-Story aufwarten kann, ob dies allein dazu ausreicht, um die Massen zu begeistern, wird sich erst in den nächsten Quartalen zeigen - sollte "Star Wars: The Old Republic" scheitern, dürfte das Genre der Abo-basierten MMOs wohl endgültig der Vergangenheit angehören und eine Ausnahmeerscheinung bleiben.

Kurzportrait

Electronic Arts (EA), ansässig im kalifornischen Redmond, entwickelt seit 1982 Computerspiele. Dabei spezialisiert sich das Unternehmen nicht nur auf eine Plattform, sondern bietet Spiele sowohl für den PC, als auch für andere Plattformen aus dem Hause Sony, Nintendo und Microsoft an. Vor allem durch legendäre Titel wie Madden NFL, SimCity, und Ultima Online machte sich das Unternehmen einen Namen. Das Haus publiziert seine populären Titel unter den Labels EA Sports, EA Games, sowie unter EA Play.

Zudem beteiligte sich EA an dem schwedischen Entwicklerstudio Digital Illusions - das Studio wurde Ende 2004 vollständig übernommen. Gleichzeitig schloss EA im Oktober die Übernahme von Criterion Software ab. Anfang 2005 beteiligte sich EA mit 19,9 Prozent an dem französischen Spielentwickler Ubisoft. Ende 2005 übernahm man den führenden Entwickler von Mobilfunkspielen Jamdat Mobile. Jamdat wurde inzwischen in die Einheit EA Mobile integriert. Mitte 2006 kaufte EA den Online-Rollenspielspezialisten Mythic Entertainment, aus der die Einheit EA Mythic hervorging. Ende 2006 schluckte EA das auf die Wii-Konsole spezialisierte Entwicklerstudio Headgate Studios. Im Frühjahr 2007 beteiligte sich EA mit 15 Prozent an dem chinesischen Online-Spielespezialisten The9, nachdem man sich bereits 19 Prozent der Anteile an dem südkoreanischen Online-Spielespezialisten Neowiz sicherte. Mitte 2007 eröffnete EA ein eigenes Büro in Moskau, um den russischen Markt besser bedienen zu können. Ende 2007 übernahm EA mit BioWare und Pandemic zwei weitere Entwicklerstudios. Später kaufte EA mit Hands-On-Mobile und ThreeSF erneut zu. Ende 2008 übernahm EA das südkoreanische Entwicklerstudio J2M. Ende 2009 wurde das Social-Gaming-Portal Playfish übernommen. Im Frühjahr 2011 schluckte EA den iPhone-Spielehersteller Firemint. Im Sommer 2011 wurde Spielentwickler PopCap Games für rund 1,3 Mrd. US-Dollar aufgekauft.

Ferner vertreibt das Unternehmen über 4.000 Spieletitel von Drittanbietern. Dieses Geschäft trug in der Vergangenheit etwa ein Fünftel des gesamten Umsatzvolumens von EA. Über das Internet-Portal EA.com bietet das Unternehmen nicht nur einen kostenlosen Online-Spieledienst an, sondern auch gebührenpflichtige Services.

Daneben betreibt das Unternehmen die Tochter und Spieleplattform pogo.com im Internet. Pogo.com versteht sich als eine Online-Spielgemeinschaft. Die Plattform verzeichnet inzwischen mehr als 1,7 Million registrierte Nutzer weltweit. Gleichzeitig betreibt EA aber auch den Game Channel im Rahmen des Online-Angebots von AOL.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet EA einen Umsatzanstieg auf 1,06 Mrd. Dollar, nach Einnahmen von 1,05 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Dabei musste EA zunächst einen Nettoverlust von 205 Mio. Dollar oder 62 US-Cent je Aktie ausweisen, nachdem in der Vorjahresperiode noch ein Minus von 322 Mio. Dollar oder 97 US-Cent je Aktie entstanden war.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte EA einen Nettogewinn von 99 US-Cent je Aktie ausweisen und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen, die im Vorfeld nur mit einem Nettogewinn von 93 US-Cent je Aktie gerechnet hatten. Online-Spieleumsätze miteingerechnet, kletterte der angepasste Umsatz um 17 Prozent auf 1,65 Mrd. Dollar, nach 1,41 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Analysten hatten an dieser Stelle nur mit Einnahmen von 1,62 Mrd. Dollar kalkuliert.

EA-Chef John Riccitiello führt die positive Geschäftsentwicklung nicht zuletzt auf die neuen Spiele "Battlefield 3" und "FIFA 12" zurück - von beiden Games konnte EA jeweils mehr als zehn Millionen Einheiten verkaufen. Von seinem neuen MMORPG "Star Wars: The Old Republic", welches seit Mitte Dezember auf den Markt ist, konnte EA bereits zwei Millionen Kopien absetzen. Das Online-Rollenspiel verzeichnet inzwischen 1,7 Millionen aktive Abonnenten.

Meldung gespeichert unter: Electronic Arts

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