Electronic Arts setzt auf den Mobile-Boom - digitale Inhalte im Vordergrund

Freitag, 14. Mai 2010 14:05
Electronic Arts

(IT-Times) - Der zweitgrößter US-Videospielentwickler Electronic Arts (Nasdaq: ERTS, WKN: 878372) scheint die Krise überwunden zu haben. Nachdem EA in den vergangenen Quartalen Rückschläge vor allem im Online-Spielesegment hinnehmen musste, will das Unternehmen mit digitalen und mobilen Inhalten durchstarten.

Während der große Konkurrent Activision Blizzard mit „World of Warcraft“ einen Dauerbrenner am Start hat und jedes Quartal Millionenbeträge aus der Online-Welt einstreichen kann, tat sich EA bislang schwer in diesem Markt stärker Fuß zu fassen. Der WoW-Clone „Warhammer Online“ brachte nicht den gewünschten Erfolg.

Digitales Geschäft soll um 30 Prozent wachsen
Nunmehr versucht das Unternehmen mit seiner Kompetenz im Bereich der Sportspiele zu punkten. Nachdem im April das Online-Golfspiel „Tiger Woods PGA Tour Online“ erfolgreich gestartet war, will das Unternehmen auch bei anderen Online-Sportspielen Kasse machen. Nutzer, welche die Spiele nur ausgeliehen haben oder eine gebrauchte Version erworben haben, sollen zehn US-Dollar pro Monat berappen. Käufer neuer Spiele können die Online-Services hingegen weiterhin kostenlos nutzen und im Internet gegen andere Gamer antreten. Insgesamt soll das digitale Geschäft um etwa 30 Prozent wachsen, so die Zielvorgabe von EA-Finanzchef Eric Brown.

Mit dem Vorstoß reagiert EA auf die jüngste Entwicklung in der Spielebranche. Während sich abgepackte Spiele immer weniger gut verkaufen, erfreuen sich Spiele-Downloads einer großen Beliebtheit - insbesondere wenn die Basisfunktionen kostenlos genutzt werden können. Von diesem Trend will auch EA stärker profitieren.

EA Mobile in der Pole Position
Daneben hofft EA auf einen weiteren Zukunftstrend. Immer mehr Gamer spielen Spiele auf dem Handy bzw. Smartphone - zum Leidwesen der Konsolenhersteller. Während Nintendo & Co unter diesem Trend leiden, sieht EA darin seine Chance. Die EA Mobile steuerte bereits im vergangenen Geschäftsjahr 212 Mio. Dollar zum Gesamtumsatz bei, ein Zuwachs von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Mobilfunk-Spielesparte steuerte damit bereits sechs Prozent zum EA-Gesamtumsatz bei, wobei sich der prozentuale Anteil in den nächsten Jahren noch weiter zu Gunsten der Mobilfunkspiele verschieben könnte. Bereits im Fiskaljahr 2010 brachte EA Mobile 37 iPhone-Spiele und 50 andere Mobile-Titel auf den Markt, wobei EA Mobile zugleich als der führende Spiele-Publisher für das iPhone gilt.

Auch im Tablet PC-Markt hat EA Mobile inzwischen eine Voreiterrolle übernommen. Pünktlich zum Marktstart des neuen Apple-Geräts hatte EA bereits fünf iPad-Spiele am Start und stellte damit auch gleichzeitig vier der Top-10-Titel für den neuen Apple Tablet PC…

Kurzportrait

Electronic Arts (EA), ansässig im kalifornischen Redmond, entwickelt seit 1982 Computerspiele. Dabei spezialisiert sich das Unternehmen nicht nur auf eine Plattform, sondern bietet Spiele sowohl für den PC, als auch für andere Plattformen aus dem Hause Sony, Nintendo und Microsoft an. Vor allem durch legendäre Titel wie Madden NFL, SimCity, und Ultima Online machte sich das Unternehmen einen Namen. Das Haus publiziert seine populären Titel unter den Labels EA Sports, EA Games, sowie unter EA Play.

Zudem beteiligte sich EA an dem schwedischen Entwicklerstudio Digital Illusions - das Studio wurde Ende 2004 vollständig übernommen. Gleichzeitig schloss EA im Oktober die Übernahme von Criterion Software ab. Anfang 2005 beteiligte sich EA mit 19,9 Prozent an dem französischen Spielentwickler Ubisoft. Ende 2005 übernahm man den führenden Entwickler von Mobilfunkspielen Jamdat Mobile. Jamdat wurde inzwischen in die Einheit EA Mobile integriert. Mitte 2006 kaufte EA den Online-Rollenspielspezialisten Mythic Entertainment, aus der die Einheit EA Mythic hervorging. Ende 2006 schluckte EA das auf die Wii-Konsole spezialisierte Entwicklerstudio Headgate Studios. Im Frühjahr 2007 beteiligte sich EA mit 15 Prozent an dem chinesischen Online-Spielespezialisten The9, nachdem man sich bereits 19 Prozent der Anteile an dem südkoreanischen Online-Spielespezialisten Neowiz sicherte. Mitte 2007 eröffnete EA ein eigenes Büro in Moskau, um den russischen Markt besser bedienen zu können. Ende 2007 übernahm EA mit BioWare und Pandemic zwei weitere Entwicklerstudios. Später kaufte EA mit Hands-On-Mobile und ThreeSF erneut zu. Ende 2008 übernahm EA das südkoreanische Entwicklerstudio J2M. Ende 2009 wurde das Social-Gaming-Portal Playfish übernommen.

Ferner vertreibt das Unternehmen über 4.000 Spieletitel von Drittanbietern. Dieses Geschäft trug in der Vergangenheit etwa ein Fünftel des gesamten Umsatzvolumens von EA. Über das Internet-Portal EA.com bietet das Unternehmen nicht nur einen kostenlosen Online-Spieledienst an, sondern auch gebührenpflichtige Services.

Daneben betreibt das Unternehmen die Tochter und Spieleplattform pogo.com im Internet. Pogo.com versteht sich als eine Online-Spielgemeinschaft. Die Plattform verzeichnet inzwischen mehr als 1,7 Mio. registrierte Nutzer. Gleichzeitig betreibt EA aber auch den Game Channel im Rahmen des Online-Angebots von AOL.

Zahlen

Für das vergangene Märzquartal meldet Electronic Arts (EA) einen Umsatzanstieg um 14 Prozent auf 979 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 860 Mio. Dollar im Jahr vorher. Dabei konnte der Spiele-Publisher einen Gewinn von 30 Mio. Dollar oder neun US-Cent je Aktie realisieren, nachdem in der Vorjahresperiode noch ein Verlust von 42 Mio. Dollar oder 13 US-Cent je Aktie zu Buche stand.

Der angepasste Umsatz bzw. Gewinn summierte sich auf 850 Mio. Dollar bzw. neun US-Cent je Aktie, womit EA die Markterwartungen der Analysten übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 835,4 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von fünf US-Cent je Aktie gerechnet.

Wachstumstreiber war im jüngsten Quartal insbesondere das Game „Battlefield: Bad Company 2“, welches sowohl für den PC, als auch für die PlayStation 3 und die Xbox 360 verfügbar ist. Laut EA-Finanzchef Eric Brown konnte das Unternehmen bis dato fünf Millionen Kopien des Spiels absetzen.

Meldung gespeichert unter: Electronic Arts

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