Electronic Arts - Jedi-Ritter sollen den Durchbruch im digitalen Geschäft bringen

Montag, 7. Februar 2011 13:29
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(IT-Times) - John Riccitiello, Chef des US-Videospielentwickler Electronic Arts (Nasdaq: ERTS, WKN: 878372), kämpft weiter um die Wende beim Spielespezialisten herbeizuführen.

Die jüngsten Zahlen suggerieren, dass dies zumindest im Ansatz gelungen ist. Zwar ging der Nettoumsatz zunächst um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, doch im digitalen Geschäft mit Downloads und anderen Online-Produkten konnte EA Fortschritte erzielen. Dieses Geschäft legte im jüngsten Quartal um 39 Prozent auf 195 Mio. Dollar zu - auf Jahressicht ergibt sich sogar ein Plus von 74 Prozent. Im laufenden Fiskaljahr 2011 soll hier die Umsatzmarke von 750 Mio. US-Dollar erreicht werden.

Star Wars Hype lässt Aktionäre auf schnelle Gewinne hoffen
Die Hoffnungen ruhen vor allem auf das Online-Rollenspiel "Star Wars: The Old Republic", dass noch in 2011 auf den Markt kommen soll. Ähnlich wie "World of Warcraft" soll sich das MMORPG über Abo-Gebühren finanzieren.

Analysten wie Wedbush Morgan Experte Michael Pachter gehen davon aus, dass EA aufgrund der Popularität der Star Wars Filme bereits binnen kurzer Zeit weltweit mehr als eine Million Gamer für sein Online-Spiel gewinnen kann. "Star Wars" dürfte bereits ab 500.000 Abonnenten profitabel sein, glaubt der Analyst.

Insgesamt sieht Pachter im Westen einen potentiellen Markt von 12 Millionen Abonnenten, EA dürfte mit "Star Wars" etwa 15 Prozent dieser Spieler erreichen können - dies wären etwa 1,8 Millionen Abonnenten. Im Vergleich hierzu zählt das weltweit führende MMORPG "World of Warcraft" des Marktführers Activision Blizzard 12 Millionen Gamer weltweit.

Trotzdem wären 1,8 Millionen Gamer für "Star Wars: The Old Republic" ein großer Erfolg, nachdem sich der WoW-Konkurrent "Warhammer" von EA als nicht konkurrenzfähig erwies. Um stärker vom digitalen Spieletrend profitieren zu können, benötigt EA nicht nur eine Online-Spiele-, sondern auch eine Facebook-Offensive.

Social-Gaming gilt als wichtigster Wachstumsmarkt der Zukunft
Zwar ist EA durch seine Einheit EA Playfish bereits auf Facebook vertreten, jedoch ist man hier noch weit entfernt von der Popularität von Anbietern wie Zynga. Der Social-Gaming-Marktführer konnte gerade mit CityVille einen weiteren Hit landen, der inzwischen mehr als 100 Millionen Gamer auf Facebook anzieht.

Für eine Übernahme von Zynga scheint es zu spät, wird der Social-Gaming-Spezialist inzwischen mit mehr als 5,5 Mrd. US-Dollar am Markt und damit fast so hoch bewertet wie EA selbst. Analysten wie ThinkEquity Experte Atul Bagga gehen davon aus, dass der Markt für virtuelle Güter schon in nächsten drei Jahren ein Volumen von 3,6 Mrd. Dollar erreichen wird.

Um dieses Potential zu heben, hat EA noch viel Arbeit vor sich. Den Anfang machen sollen zunächst neue Facebook-Spiele wie "Dragon Age Legends". Im Jahreslauf sollen dann weitere bekannte EA-Marken auf die Facebook-Plattform Einzug halten, heißt es bei Amerikas zweitgrößtem Spielentwickler...

Kurzportrait

Electronic Arts (EA), ansässig im kalifornischen Redmond, entwickelt seit 1982 Computerspiele. Dabei spezialisiert sich das Unternehmen nicht nur auf eine Plattform, sondern bietet Spiele sowohl für den PC, als auch für andere Plattformen aus dem Hause Sony, Nintendo und Microsoft an. Vor allem durch legendäre Titel wie Madden NFL, SimCity, und Ultima Online machte sich das Unternehmen einen Namen. Das Haus publiziert seine populären Titel unter den Labels EA Sports, EA Games, sowie unter EA Play.

Zudem beteiligte sich EA an dem schwedischen Entwicklerstudio Digital Illusions - das Studio wurde Ende 2004 vollständig übernommen. Gleichzeitig schloss EA im Oktober die Übernahme von Criterion Software ab. Anfang 2005 beteiligte sich EA mit 19,9 Prozent an dem französischen Spielentwickler Ubisoft. Ende 2005 übernahm man den führenden Entwickler von Mobilfunkspielen Jamdat Mobile. Jamdat wurde inzwischen in die Einheit EA Mobile integriert. Mitte 2006 kaufte EA den Online-Rollenspielspezialisten Mythic Entertainment, aus der die Einheit EA Mythic hervorging. Ende 2006 schluckte EA das auf die Wii-Konsole spezialisierte Entwicklerstudio Headgate Studios. Im Frühjahr 2007 beteiligte sich EA mit 15 Prozent an dem chinesischen Online-Spielespezialisten The9, nachdem man sich bereits 19 Prozent der Anteile an dem südkoreanischen Online-Spielespezialisten Neowiz sicherte. Mitte 2007 eröffnete EA ein eigenes Büro in Moskau, um den russischen Markt besser bedienen zu können. Ende 2007 übernahm EA mit BioWare und Pandemic zwei weitere Entwicklerstudios. Später kaufte EA mit Hands-On-Mobile und ThreeSF erneut zu. Ende 2008 übernahm EA das südkoreanische Entwicklerstudio J2M. Ende 2009 wurde das Social-Gaming-Portal Playfish übernommen.

Ferner vertreibt das Unternehmen über 4.000 Spieletitel von Drittanbietern. Dieses Geschäft trug in der Vergangenheit etwa ein Fünftel des gesamten Umsatzvolumens von EA. Über das Internet-Portal EA.com bietet das Unternehmen nicht nur einen kostenlosen Online-Spieledienst an, sondern auch gebührenpflichtige Services.

Daneben betreibt das Unternehmen die Tochter und Spieleplattform pogo.com im Internet. Pogo.com versteht sich als eine Online-Spielgemeinschaft. Die Plattform verzeichnet inzwischen mehr als 1,7 Million registrierte Nutzer. Gleichzeitig betreibt EA aber auch den Game Channel im Rahmen des Online-Angebots von AOL.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet EA zunächst einen Umsatzrückgang um 15 Prozent auf 1,05 Mrd. Dollar. Der angepasste Umsatz kletterte jedoch um fünf Prozent auf 1,41 Mrd. Dollar, wobei EA vor allem durch Spiele wie "Medal of Honor" und "Need for Speed Hot Pursuit" profitierte.

Insgesamt musste EA im jüngsten Quartal zunächst einen Verlust von 322 Mio. Dollar oder 97 US-Cent je Aktie ausweisen, nachdem das Unternehmen im Jahr vorher bereits 82 Mio. Dollar oder 25 US-Cent je Aktie verlor.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen verdiente EA im jüngsten Quartal 196 Mio. Dollar oder 59 US-Cent je Aktie, was einem Zuwachs von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit konnte EA die Gewinnerwartungen der Analysten um einen Cent übertreffen.

Meldung gespeichert unter: Electronic Arts

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