eBay wächst wieder, verliert aber Marktanteile

Freitag, 22. Januar 2010 12:58
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(IT-Times) - Der weltweit führende Online-Marktplatz eBay (Nasdaq: EBAY, WKN: 916529) ist im jüngsten Quartal wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Die strukturellen Änderungen, die das Unternehmen in den vergangenen Quartalen vorgenommen hat, zeigen Wirkung.

Auch die sich erholende Konjunktur hat sich positiv auf das Geschäft des Unternehmens ausgewirkt. Das Handelsvolumen über eBay-Seiten (Gross Merchandise Volume) zog um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Auch die Zahl der aktiven eBay-Nutzer zog im jüngsten Quartal leicht auf über 90 Mio. Teilnehmer an.

Auch in Sachen mobiler Einkauf über das Internet konnte eBay Boden gut machen. Nach Angaben des Unternehmens wurde die eBay Mobile Anwendung inzwischen rund sieben Mio. Mal heruntergeladen, wobei die App zu den Top-Anwendungen für das iPhone zählt. Mobilfunknutzer zeichneten im vergangenen Jahr für über 600 Mio. Dollar des eBay-Handelsvolumens verantwortlich, ein Zuwachs von 200 Prozent gegenüber 2008.

Analysten: eBay hat weiter Marktanteile verloren
Trotz der Erfolge glauben Analysten wie JP Morgan Experte Imran Khan, dass eBay weiter Marktanteile an den großen Rivalen Amazon.com verloren hat. Eine Umfrage des Analysten unter 13 sogenannten eBay PowerSellern hat ergeben, dass diese im vergangenen Jahr nur noch 56 Prozent ihres gesamten Online-Volumens über eBay verkauften, nachdem dieser Wert im Jahr 2008 noch bei 65 Prozent lag.

Zudem sehen die befragten PowerSeller trotz der jüngsten eBay-Maßnahmen Amazon.com in einem positiveren Licht. Rund 54 Prozent der Antworter hatten eine negative Meinung zu eBay, während 69 Prozent der Befragten Amazon.com positiv beurteilten. Insgesamt scheinen Händler im E-Commerce Bereich ihre Verkaufsstrategie zu überdenken, wobei der Trend hin zu einer Multi-Channel-Strategie gehe, vermutet der JP Morgan Analyst. Auch bei MKM Partners, wo man eBay-Aktien weiter mit „neutral“ bewertet, glaubt man, dass eBay weiter Marktanteile verlieren wird.

Online-Zahlungsgeschäft soll bis 2011 kräftig wachsen
Lichtblick war dagegen wieder einmal das Online-Zahlungsgeschäft rund um den Online-Zahlungsdienst PayPal: Die Zahlungserlöse kletterten um 28 Prozent auf 796 Mio. Dollar. Erstmals in der Firmengeschichte wickelte PayPal mehr als 20 Mrd. Dollar an Online-Zahlungen in einem Quartal ab. eBay bekräftigte nochmals sein Ziel, wonach die PayPal-Umsätze bis Ende 2011 ein Volumen von vier bis fünf Mrd. Dollar erreichen sollen. Zudem konnte die erste Phase der Integration von Bill Me Later in PayPal abgeschlossen werden, heißt es bei eBay…

Kurzportrait

Gegründet im Mai 1996 und ansässig in der kalifornischen Hightech-Schmiede San Jose stieg eBay schnell zu einem der führenden Internet-Unternehmen auf. Dabei setzt das Unternehmen auf Online-Auktionen, die aber ohne Lagerhaltung auskommt. Vielmehr vermittelt der Online-Anbieter lediglich zwischen Käufer und Verkäufer und betreibt hierfür eine Online-Plattform.

Heute besteht die eBay-Gemeinschaft aus mehr als 90 Mio. aktiven Nutzern und bietet daher das weltweit größte Publikum, wenn es um Versteigerungen von gebrauchten oder neuen Waren im Internet geht. Damit gilt eBay als einer der größten Online-Marktplätze weltweit. eBay ist auf mehreren Kontinenten in über 30 Ländern aktiv, wobei Internet-Nutzer Produkte in mehr als 18.000 Kategorien ersteigern können. Mit dem Produkt eBay Stores will der Online-Auktionator auch Geschäftskunden ansprechen, welche ihren eigenen Shopping-Bereich auf eBay einrichten wollen.

Um die Zahlungsabwicklung so einfach und sicher wie möglich zu gestalten, bietet eBay entsprechende Services an. Durch die Übernahme von PayPal löste eBay sein eigenen Online-Zahlungssystem Billpoint ab und setzt voll auf PayPal. Später verstärkte sich eBay mit der Übernahme des Online-Angebots Half.com. Half.com bietet über die gleichnamige Internet-Seite stark reduzierte Waren zu festen Preisen an. Im Jahr 2003 übernahm eBay den führenden chinesischen Online-Auktionator EachNet, sowie Teile der Softwarefirma FreeMarkets. Gleichzeitig übernahm man den in Südkorea operierenden Online-Anbieter Internet Auctions Company. Die chinesische Eachnet wurde Ende 2006 wiederum in ein Joint Venture mit Tom Online eingebracht, an welchem eBay 49 Prozent hält.

Anschließend folgte die Übernahme der deutschen mobile.de. Später kaufte sich eBay mit der Übernahme von Baazee.com in den indischen Online-Auktionsmarkt ein. Ende 2004 übernahm eBay den holländischen Online-Kleinanzeigenmarkt Marktplaats.nl. Darüber hinaus beteiligte sich eBay mit 25 Prozent an den Kontaktanzeigenservice Craigslist.com. Im Dezember 2004 kaufte eBay schließlich den Online-Immobilienvermittler Rent.com. Anfang 2005 übernahm eBay den Treffpunktservice Kijiji. Die Einheit kaufte wiederum die deutsche Opusforum.org. Im Frühjahr 2005 übernahm eBay schließlich den Preisvergleichsdienst Shopping.com. Im gleichen Jahr wurde auch der VoIP-Spezialist Skype für rund vier Mrd. Dollar aufgekauft, wobei eBay im Oktober 2009 65 Prozent der Skype-Anteile an Silver Lake Partners veräußerte.

Im Frühjahr 2006 verstärkte sich eBay durch die Übernahme des schwedischen Online-Auktionators Tradera.com. Gleichzeitig stellte das Unternehmen mit eBay Express ein neues Online-Shop-Konzept vor, über dieses Neuwaren unter Ausschluss des Bieterverfahrens erworben werden können. Mitte 2006 formte eBay gemeinsam mit dem Anbieter PCHome Online ein Joint Venture in Taiwan. Anfang 2007 kaufte eBay den Ticket-Dienst StubHub auf. Im Jahr 2008 folgten mit der Übernahme des Zahlungsdienstes „Bill Me Later“ und den dänischen Anzeigenseiten dba.dk und bilbasen.dk weitere Zukäufe. Im Frühjahr 2009 übernahm eBay den südkoreanischen Online-Marktplatz Gmarket für 1,2 Mrd. Dollar.

Zahlen

Für das vergangene und abschließende vierte Quartal 2009 meldet eBay einen Umsatzanstieg um 16 Prozent auf 2,37 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn kletterte dabei zunächst auf 1,36 Mrd. Dollar oder 1,02 Dollar je Aktie, nach einem Profit von 367 Mio. Dollar oder 29 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Einmalfaktoren, wie etwa den Verkauf der Tochter Skype für 1,4 Mrd. Dollar, ergibt sich ein Nettogewinn von 44 US-Cent je Aktie, womit eBay die Markterwartungen übertreffen konnte.

An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 2,29 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 40 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: eBay

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