eBay nimmt Umsatzmarke von zehn Mrd. US-Dollar fest ins Visier - Einstieg in den Shopping-Club-Markt

Freitag, 21. Januar 2011 13:42
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(IT-Times) - Auch der weltweit führende Online-Marktplatz eBay (Nasdaq: EBAY, WKN: 916529) bleibt weiter auf Wachstumskurs. Getrieben durch eine langsame Erholung des Marktplatzgeschäfts und ein weiter starkes Wachstum seiner PayPal-Division, konnte eBay neuerlich die Markterwartungen der Analysten übertreffen.

Im laufenden Jahr gehen Marktbeobachter von einem anhaltenden Wachstum aus, so dass der eBay-Umsatz auf Jahressicht erstmals die Marke von zehn Mrd. US-Dollar überschreiten dürfte. Als Wachstumsmotor gilt dabei nicht nur das Mobile Commerce Geschäft, dass eBay im Dezember nochmals durch die Übernahme von Critical Path verstärkt hat, sondern auch das Online-Shopping-Geschäft.

Einstieg in den Shopping-Club-Markt eröffnet neue Möglichkeiten
eBay hatte zuletzt einen schweren Stand gegenüber dem Erzrivalen Amazon.com, der dem Online-Auktionator in den vergangenen Jahren Marktanteile abgenommen hatte. Für 150 Mio. Euro hat sich eBay jedoch jüngst den Berliner Online-Shopping-Club brands4friends einverleibt, der eBay neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnet.

Der erst im Jahr 2007 gegründete Shopping-Club zählt mehr als 3,5 Millionen Mitglieder in Deutschland und in Europa. Durch die Übernahme gelangt eBay gleichzeitig in den Besitz der Japan-Tochter brands4friends.jp, einer Tochter in Österreich, sowie SecretSales.com in England. Brands4friends vermarktet bereits heute mehr als 600 Marken-Produkte (Calvin Klein, Diesel usw.) im Bereich Mode und Accessoires und zählt damit zu den führenden Online-Shopping-Clubs in diesem Sektor.

Online-Shopping-Clubs liegen im Trend
Laut eBay zeichnen Online-Shopping-Clubs wie brands4friends bereits für 20 Prozent der Online-Fashion-Umsätze in Europa verantwortlich. Kein Wunder, kommen die Mitglieder dieser Clubs oft in den Genuss von Preisnachlässen bis zu 70 Prozent bei Marken-Mode.

In diesem Markt wird auch eBay dank der Übernahme künftig kräftig mitmischen. Dabei kann das Unternehmen seine Kundenbasis - inzwischen zählt eBay mehr als 94 Millionen aktive Mitglieder - nutzen, um das Shopping-Angebot von brands4friends anzupreisen. Analysten rechnen daher auch bereits in diesem Jahr mit einem nicht unerheblichen Umsatzbeitrag des Shopping-Clubs.

Derartige Shopping-Clubs liegen ohnehin im Trend. Bestes Beispiel ist der US-Marktführer Groupon, an dem auch Google interessiert war. Groupon lehnte sogar eine 6-Milliarden-Dollar schwere Offerte von Google ab, um in der Selbständigkeit seine Chance zu suchen. Bei einem IPO sehen Banker den Wert von Groupon bei 15 Mrd. US-Dollar - im Vergleich hierzu hat eBay mit brands4friends ein echtes Schnäppchen gemacht...

Kurzportrait

Gegründet im Mai 1996 und ansässig in der kalifornischen Hightech-Schmiede San Jose stieg eBay schnell zu einem der führenden Internet-Unternehmen auf. Dabei setzt das Unternehmen auf Online-Auktionen, die aber ohne Lagerhaltung auskommt. Vielmehr vermittelt der Online-Anbieter lediglich zwischen Käufer und Verkäufer und betreibt hierfür eine Online-Plattform.

Heute besteht die eBay-Gemeinschaft aus mehr als 94 Millionen aktiven Nutzern und bietet daher das weltweit größte Publikum, wenn es um Versteigerungen von gebrauchten oder neuen Waren im Internet geht. Damit gilt eBay als einer der größten Online-Marktplätze weltweit. eBay ist auf mehreren Kontinenten in über 30 Ländern aktiv, wobei Internet-Nutzer Produkte in mehr als 18.000 Kategorien ersteigern können. Mit dem Produkt eBay Stores will der Online-Auktionator auch Geschäftskunden ansprechen, welche ihren eigenen Shopping-Bereich auf eBay einrichten wollen.

Um die Zahlungsabwicklung so einfach und sicher wie möglich zu gestalten, bietet eBay entsprechende Services an. Durch die Übernahme von PayPal löste eBay sein eigenen Online-Zahlungssystem Billpoint ab und setzt voll auf PayPal. Später verstärkte sich eBay mit der Übernahme des Online-Angebots Half.com. Half.com bietet über die gleichnamige Internet-Seite stark reduzierte Waren zu festen Preisen an. Im Jahr 2003 übernahm eBay den führenden chinesischen Online-Auktionator EachNet, sowie Teile der Softwarefirma FreeMarkets. Gleichzeitig übernahm man den in Südkorea operierenden Online-Anbieter Internet Auctions Company. Die chinesische Eachnet wurde Ende 2006 wiederum in ein Joint Venture mit Tom Online eingebracht, an welchem eBay 49 Prozent hält.

Anschließend folgte die Übernahme der deutschen mobile.de. Später kaufte sich eBay mit der Übernahme von Baazee.com in den indischen Online-Auktionsmarkt ein. Ende 2004 übernahm eBay den holländischen Online-Kleinanzeigenmarkt Marktplaats.nl. Darüber hinaus beteiligte sich eBay mit 25 Prozent an den Kontaktanzeigenservice Craigslist.com. Im Dezember 2004 kaufte eBay schließlich den Online-Immobilienvermittler Rent.com. Anfang 2005 übernahm eBay den Kleinanzeigendienst Kijiji. Die Einheit kaufte wiederum die deutsche Opusforum.org. Im Frühjahr 2005 übernahm eBay schließlich den Preisvergleichsdienst Shopping.com. Im gleichen Jahr wurde auch der VoIP-Spezialist Skype für rund vier Mrd. Dollar aufgekauft, wobei eBay im Oktober 2009 65 Prozent der Skype-Anteile an Silver Lake Partners veräußerte.

Im Frühjahr 2006 verstärkte sich eBay durch die Übernahme des schwedischen Online-Auktionators Tradera.com. Gleichzeitig stellte das Unternehmen mit eBay Express ein neues Online-Shop-Konzept vor, über dieses Neuwaren unter Ausschluss des Bieterverfahrens erworben werden können. Mitte 2006 formte eBay gemeinsam mit dem Anbieter PCHome Online ein Joint Venture in Taiwan. Anfang 2007 kaufte eBay den Ticket-Dienst StubHub auf. Im Jahr 2008 folgten mit der Übernahme des Zahlungsdienstes "Bill Me Later" und den dänischen Anzeigenseiten dba.dk und bilbasen.dk weitere Zukäufe. Im Frühjahr 2009 übernahm eBay den südkoreanischen Online-Marktplatz Gmarket für 1,2 Mrd. Dollar. Den übernommenen Kleinanzeigenservice Kijiji benannte eBay im Frühjahr 2010 in eBayClassifieds.com um. Mitte 2010 schluckte eBay die iPhone App RedLaser. Mit Critical Path und Milo.com wurden anschließend weitere Firmen übernommen. Ende 2010 schluckte eBay das Berliner Shopping-Portal Brands4friends für 150 Mio. Euro.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal 2010 meldet eBay einen Umsatzanstieg um fünf Prozent auf 2,5 Mrd. US-Dollar. Ohne die Berücksichtigung von Skype hätten die Erlöse um zehn Prozent zugelegt, heißt es bei eBay.

Der Gewinn schrumpfte dabei zunächst auf 559,2 Mio. US-Dollar oder 42 US-Cent je Aktie, nachdem eBay im Jahr vorher noch einen Profit von 1,35 Mrd. Dollar oder 1,02 Dollar je Aktie ausweisen konnte.

Ausgenommen etwaiger Sonderbelastungen und Einmalfaktoren ergibt sich allerdings ein Gewinnplus von 24 Prozent, wobei eBay einen Nettogewinn von 52 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen konnte. Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 2,49 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 47 US-Cent je Aktie gerechnet.

Im Kerngeschäft, dem Marktplatzgeschäft, setzte eBay mit 1,52 Mrd. US-Dollar um vier Prozent mehr um, als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der aktiven Nutzer auf eBay.com kletterte auf 94,5 Millionen Mitglieder, ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Handelsvolumen auf der eBay-Plattform zog um sechs Prozent auf 15 Mrd. Dollar an.

Meldung gespeichert unter: eBay

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