eBay erteilt Forderungen nach PayPal-Abspaltung klare Absage

PayPal-Spinoff hätte mehr Nachteile als Vorteile

Montag, 27. Januar 2014 14:29
eBay Logo

(IT-Times) - Der Online-Marktplatz eBay blieb auch im vergangenen vierten Quartal 2013 auf der Überholspur. Die Zahl der aktiven eBay-Nutzer kletterte Ende 2013 auf 128,1 Millionen, ein Zuwachs von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt verkaufte eBay im vierten Quartal 2013 rund 11,2 Prozent mehr Produkte und Waren über seine Internet-Plattform.

Für das Jahr 2015 visiert eBay (Nasdaq: EBAY, WKN: 916529) nunmehr einen Umsatz von 20,5 bis 21,5 Mrd. US-Dollar an. Der Gewinn je Aktie soll um mehr als zehn Prozent zulegen, der freie Cashflow mehr als 11,0 Mrd. Dollar betragen.

Abspaltung von PayPal gefordert
Für Aufregung sorgte die Forderung des Investoraktivisten Carl Icahn, der sich inzwischen knapp zwei Prozent an eBay gesichert hat. Icahn fordert die Abspaltung von PayPal, damit sich das Online-Zahlungsgeschäft besser entwickeln kann.

Die Forderung ist nicht unbegründet. Zuletzt wuchs der PayPal-Umsatz um 19 Prozent deutlich schneller als das eBay-Marktplatzgeschäft, welches nur um 12 Prozent zulegte. PayPal hat mit 143 Millionen aktive Nutzer inzwischen mehr Mitglieder als die Kernplattform von eBay (128 Millionen).

Eine unabhängige PayPal könnte zudem leichter Deals mit anderen Online-Händlern schließen, glauben Abspaltungsbefürworter. Darüber hinaus wird die Konkurrenz im Bereich Mobile-Zahlungsdienste intensiver. Junge Start-ups wie Square und Stripe machen mit innovativen Lösungen PayPal das Leben schwer. Ein Erfolg im Mobile-Zahlungsmarkt wäre wichtig für PayPal, dürfte sich das Mobile-Zahlungsvolumen bis 2017 auf 90 Mrd. US-Dollar verdreifachen (Quelle: Forrester Research).

Warum ein Spinoff (vorerst) nicht kommen wird
eBay-Chef John Donahoe erteilt den Forderungen einer Abspaltung eine klare Absage. Alle drei Kerngeschäfte von eBay sind untereinander angewiesen, um sich weiterzuentwickeln, so Donahoe. Der Manager verweist zudem auf signifikante Synergieeffekte, die sich durch die Integration von PayPal in eBay ergeben.

PayPal könne so eBay-Kunden de facto zum Nulltarif gewinnen, 50 Prozent des Mobile-Zahlungsvolumens von PayPal stammt von eBay. Kundendaten von eBay machen PayPal noch smarter, in Zeiten von Big Data ein ungemein wichtiger Wettbewerbsvorteil für PayPal.

eBay treibt das Wachstum von PayPal, 30 Prozent der Neukunden von PayPal kommen von eBay. Darüber hinaus kann PayPal die solide Finanzausstattung eines Milliardenkonzerns wie eBay nutzen, um sein Geschäft via Akquisitionen und anderweitiger Technikinvestitionen weiter auszubauen. Mit anderen Worten: Die positiven Synergieeffekte sprechen derzeit klar gegen eine Abspaltung von PayPal, selbst wenn die Idee an sich nicht schlecht ist.

Kurzportrait

Gegründet im Mai 1996 und ansässig in der kalifornischen Hightech-Schmiede San Jose stieg eBay schnell zu einem der führenden Internet-Unternehmen auf. Dabei setzt das Unternehmen auf Online-Auktionen, die aber ohne Lagerhaltung auskommt. Vielmehr vermittelt der Online-Anbieter lediglich zwischen Käufer und Verkäufer und betreibt hierfür eine Online-Plattform.

Heute besteht die eBay-Gemeinschaft aus mehr als 128 Millionen aktiven Nutzern und bietet daher das weltweit größte Publikum, wenn es um Versteigerungen von gebrauchten oder neuen Waren im Internet geht. Mit dem Produkt eBay Stores will der Online-Auktionator auch Geschäftskunden ansprechen, welche ihren eigenen Shopping-Bereich auf eBay einrichten wollen.

Durch die Übernahme von PayPal löste eBay sein eigenen Online-Zahlungssystem Billpoint ab und setzt ausschließlich auf PayPal. Später verstärkte sich eBay mit der Übernahme des Online-Angebots Half.com. In 2003 übernahm man den in Südkorea operierenden Online-Anbieter Internet Auctions Company.

Anschließend folgte die Übernahme der deutschen mobile.de. Später kaufte sich eBay mit der Übernahme von Baazee.com in den indischen Online-Auktionsmarkt ein. Ende 2004 übernahm eBay den holländischen Online-Kleinanzeigenmarkt Marktplaats.nl. Anfang 2005 übernahm eBay den Kleinanzeigendienst Kijiji. Die übernommene Skype wurde im Oktober 2009 wieder mehrheitlich an Silver Lake Partners veräußert.

Im Frühjahr 2006 verstärkte sich eBay durch die Übernahme des schwedischen Online-Auktionvoators Tradera.com. Anfang 2007 kaufte eBay den Ticket-Dienst StubHub auf. Im Jahr 2008 folgten mit der Übernahme des Zahlungsdienstes „Bill Me Later“ und den dänischen Anzeigenseiten dba.dk und bilbasen.dk weitere Zukäufe. Im Frühjahr 2009 übernahm eBay den südkoreanischen Online-Marktplatz Gmarket. Den übernommenen Kleinanzeigenservice Kijiji benannte eBay im Frühjahr 2010 in eBayClassifieds.com um. Ende 2010 kaufte eBay das Berliner Shopping-Portal Brands4friends. Im Frühjahr 2011 übernahm eBay den E-Commerce Spezialisten GSI Commerce. Zudem wurde der Mobile-Werbespezialist Where.com übernommen und der Mobile-Zahlungsspezialist Zong aufgekauft. Nach der Übernahme von GittiGidiyor trennte sich eBay in 2012 von seiner Einheit Rent.com und verkaufte diese an Primedia. In 2013 verstärkte sich eBay durch weitere Zukäufe. Neben 2ememain.be and 2dehands.be wurden der Mobile-Zahlungsspezialist Breaintree, sowie Shutle und StackMob aufgekauft.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet eBay einen Umsatzanstieg um 13 Prozent auf 4,53 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 3,99 Mrd. US-Dollar in der Vorjahresperiode. Dabei konnte eBay seinen Nettogewinn auf 850 Mio. US-Dollar oder 65 US-Cent je Aktie steigern, ein Zuwachs von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte eBay einen bereinigten Nettogewinn (Non-GAAP) von 81 US-Cent je Aktie ausweisen und damit die Markterwartungen der Analysten um einen Cent übertreffen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 4,55 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 80 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: eBay

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