Displays ziehen Manz aus dem Sumpf

Maschinen- und Anlagenbau

Freitag, 14. Juni 2013 13:37
Manz Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der Maschinen- und Anlagenbauer Manz AG ist zuversichtlich ins Jahr 2013 gestartet. Diese Zuversicht wurde mittlerweile durch verbesserte Zahlen und verringerte Verluste im ersten Quartal bestätigt. Der Aktienkurs des Unternehmens notierte jüngst auf dem höchsten Niveau seit rund zwei Jahren.

Die Auftragsbücher sind im Vergleich zum Vorjahr gut gefüllt und vor allem im Segment "Display" kommen neue Großaufträge ins Haus. Die Bestellungen für den Maschinenbauer kommen zumeist von Kunden aus der Smartphone- und Tablet-Branche.

Die jüngsten Neuaufträge der Manz AG im Bereich Display summieren sich auf ein finanzielles Volumen von rund 45 Mio. Euro. Der Gesamtauftragsbestand erreicht somit einen Wert von 142 Mio. Euro und liegt damit um 40 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. In der zweiten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres soll sich die Auftragslage des Herstellers von Displays, Touch-Sensoren und andere Komponenten von Smartphones und Tablet-Computern dann auch im Ergebnis widerspiegeln.

Zuvor konnte sich die Manz AG (WKN: A0JQ5U) bereits über einen Großauftrag im Bereich Battery freuen. Der Batteriehersteller Saft orderte bei dem Hightech-Maschinenbauer Anlagen zur Herstellung prismatischer Batteriezellen im Gesamtwert von 4,5 Mio. Euro.

Im Geschäftsbereich Display konnte sich das Unternehmen schon zu Beginn des Jahres zwei Folgeaufträge von asiatischen Zulieferern sichern. Bei Manz führt man die Aufträge darauf zurück, dass man die regionale Präsenz durch Produktions-, Forschungs- und Entwicklungsstandorten in Taiwan und China gestärkt habe. So sei man in der Lage, das geforderte Equipment zu lokalen Preisen anzubieten.

Nach Einschätzung von Manz besteht der Grund dieser positiven Entwicklung unter anderem darin, dass man durch den modularen Aufbau der Produkte in der Lage sei, Technologien schnell in andere Branchen zu übertragen. Damit fällt es Manz offenbar leichter, Durststrecken schwacher Segmente durch stärkere Segmente zu kompensieren. Aktuell bedeutet dies, dass das Display-Segment das Solar-Segment mit durchschleppen muss. Und so sieht man insbesondere im Trend hin zu Touchpanel-Displays Chancen für die Zukunft. Displays kommen in immer mehr Bereichen zum Einsatz: Tablet PCs, Smartphones, LCD-Fernsehgeräte und sind heute im alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Durch den Einzug von Touch-Displays steigen sogar die Einsatzmöglichkeiten, wodurch auch die Nachfrage weiter zunehmen wird.

Solar bleibt das Sorgenkind

Wenn Manz von Neuaufträgen berichtet, dann stammen diese in letzter Zeit nicht aus dem Solar-Segment. Angesichts anhaltend geringer Neuinvestitionen in neue Maschinen und Anlagen durch Unternehmen aus der Solarbranche hat die Manz AG im vergangenen Jahr die Optimierung der Organisationsstrukturen und -prozesse innerhalb des gesamten Konzerns angestoßen. Aus diesem Grunde wurden Arbeitsplätze an den deutschen Standorten abgebaut.

Kurzportrait

Die Manz AG wurde 1987 von Dieter Manz gegründete und ist in Reutlingen ansässig. Das Unternehmen ist heute ein führender Hersteller von Automatisierungsanlagen, die sowohl in der Photovoltaik- und der LCD-Fertigungsindustrie als auch bei der Herstellung von Hartmetallwerkzeugen zum Einsatz kommen. Gleichzeitig stellt Manz auch Systemlösungen für Labor- und Pharmaunternehmen sowie Komponenten für den Einsatz in der Automationstechnik bereit.

Zu den von Manz vertriebenen Produkten gehören unter anderem Handlingsysteme für LCD-Substrate, sowie Photovoltaik-Automatisierungssysteme, die beim Be- und Entladen von Prozessanlagen für die Herstellung von Solarzellen zum Einsatz kommen. Ferner werden Systeme für die Laborautomation angeboten, die in der Pharmaforschung und der Herstellung von Pharma-Produkten zum Einsatz kommt. Dazu gehören auch standardisierte Laborroboter, sowie Systeme zur Kommissionierung und Verpackung. Ergänzt werden die oben genannten Geschäftsbereiche durch Produkte für die automatisierte Handhabung von Kleinteilen. Über eine Kooperation mit der deutschen Würth Solar ist Manz auch in die Produktion von Dünnschicht-Anlagen eingestiegen. 2011 wurde die CIGS-Produktionslinie am Standort Schwäbisch Hall mit 116 Mitarbeitern von der Würth Solar GmbH & Co. KG komplett übernommen. Neben der Produktionsstätte erwarb Manz auch die Lizenzen und das Know-how von Würth Solar.

Insgesamt ist Manz nicht nur mit Niederlassungen in Deutschland, sondern auch in den USA, Taiwan, Südkorea, China, Indien, Israel, Ungarn und in der Slowakei vertreten. Zuletzt beschäftigte Manz weltweit knapp 2.000 Mitarbeiter. Nachdem sich Manz Ende 2007 durch den Erwerb des Tübinger Maschinenbauers Christian Majer GmbH & Co. KG verstärkt hatte, schlug das Unternehmen Anfang 2008 erneut zu und übernahm Teile des taiwanischen Anlagenbauers Intech Machines Co. Ltd. Im Herbst 2009 gab Manz bekannt, Intech vollständig übernehmen zu wollen. Zudem wurde Böhm Electronic Systems Slowakei s.r.o. in der Slowakei sowie die deutsche Majer übernommen. Ende 2008 beteiligte sich Manz an dem Spezialisten CyBio.

2010 eröffnete Manz ein Entwicklungszentrum für Vakuumbeschichtungstechnik. Zudem nahm die neu gegründete Tochtergesellschaft Manz Coating ihre Arbeit auf. 2011 erfolgte die Umbenennung von "Manz Automation AG" auf Manz AG, um weniger als Automatisierungsspezialisten und dafür eher als Anbieter von integrierten Produktionssystemen wahrgenommen zu werden.<p> Manz beschäftigte zuletzt 1850 Mitarbeitende - davon sind die meisten im Ausland beschäftigt.

Meldung gespeichert unter: Manz

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