Dialog Semiconductor - was bringt die Fusion mit AMS?

Halbleiter und Sensoren

Montag, 30. Juni 2014 13:40
Dialog Semiconductor Unternehmenslogo

(IT-Times) - Die Aktien des deutschen Chipherstellers Dialog Semiconductor Plc zogen zuletzt kräftig an, nachdem das Unternehmen Fusionsgespräche mit dem österreichischen Konkurrenten AMS AG bestätigte. Bei den beiden Firmen spricht man von einer „Fusion unter Gleichen“, wobei sich die Gespräche noch in einem anfänglichen Stadium befinden. AMS hat bis zum 24. Juli Zeit ein Übernahmeangebot für Dialog Semiconductor vorzulegen.

Auch wenn es scheinbar noch viele Punkte zu klären gibt, schätzen Analysten wie Commerzbank-Experte Thomas Becker die Chancen für eine Fusion auf mehr als 50 Prozent. Der Grund ist der Konsolidierungsdruck in der Branche, denn die Wachstumsraten im Smartphone-Markt verlangsamen sich zusehends.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Sowohl Dialog Semiconductor (WKN: 927200) als auch AMS entwickeln Lösungen (Energiemanagement) und Halbleiter für Smartphones. Während sich Dialog auf die Entwicklung von integrierten Schaltkreisen für die Mobilfunk- und Automobilindustrie spezialisiert hat, entwickelt AMS auch analoge Sensoren und Mini-Mikrofone. Beide Unternehmen beliefern den iPhone- und iPad-Hersteller Apple. Bei Dialog soll der Mac-Hersteller sogar für drei Viertel der Umsätze verantwortlich zeichnen.

Mit einem Jahresumsatz von 660 Mio. Euro in 2013 ist Dialog etwas größer als AMS (Umsatz 2013: 378 Mio. Euro), allerdings weisen die Österreicher mit 52 Prozent die höheren Bruttomargen aus (Dialog: 39 Prozent).

Synergieeffekte durch Einkaufsmacht
Analysten und Marktbeobachter sehen mehrere Synergieeffekte im Zuge eines Zusammenschlusses der beiden Firmen. So hätten die beiden Unternehmen unter anderem eine bessere Verhandlungsposition beim Einkauf von Komponenten. Mit Auftragshersteller könnten verbesserte Konditionen ausgehandelt werden, was zu niedrigeren Kosten führen würde.

Zudem könnten die beiden Firmen durch den Zusammenschluss ihre Kundenbasis diversifizieren. Dialog könnte von neuen Kunden in der Industrie- und Medizintechnik profitieren, während AMS Zugang zu Kunden in der Beleuchtungsbranche (Philips) erhalten würde.

Kurzum: Eine Fusion der beiden europäischen Halbleiterspezialisten würde viele Vorteile bieten und durchaus Sinn machen. Ein Zusammenschluss der beiden Chipspezialisten scheint daher nur noch eine Frage der Zeit.

Kurzportrait

Die in London (rechtlicher Sitz) ansässige Dialog Semiconductor plc entwickelt energieeffiziente und hoch integrierte Schaltkreise, die unter anderem im Mobilfunkbereich (Mobiltelefone) und in der Automobilindustrie (Motorkontrollsysteme) zum Einsatz kommen. Das Unternehmen betreibt hierfür eine Vertriebs-, Forschungs- und Entwicklungs- sowie Marketingorganisation, um seine Produkte weltweit zu vermarkten.

Die von Dialog entwickelten Chipsätze kommen aber nicht nur im Mobilfunk- und Automobilbereich, sondern auch in Multimedia-Produkten zum Einsatz. In den letzten Jahren hat sich der Chipspezialist aber auf die Bereiche Mobilfunk und Automobil spezialisiert. Seit 2009 wurde das Segment Mobilfunk in die beiden neuen Sparten Audio & Power Management sowie Display Systeme aufgeteilt.

Im Mobile-Bereich wurden inzwischen weltweit mehr als eine Mrd. mobile Endgeräte mit einem Dialog-Chip ausgeliefert. Zu den Kunden zählen namhafte Anbieter wie Sony, Apple, Bosch, LG Electronics und Samsung, wobei Apple für den Großteil des Umsatzes von Dialog verantwortlich zeichnet.

Die von Dialog angebotenen Lösungen umfassen unter anderem auch integrierte Power-Management-Controller für Multimedia-Player und portable Navigationssysteme, Display-Chips, sowie Audiochips, die in Diktiergeräten zum Einsatz kommen. Die Produkte im Bereich Display Systeme umfassen zudem neueste Treiber für energiesparende Displays von PMOLEDs über Eletronic Paper (E-Ink) bis zu MEMS Displays, als auch für eBooks und Netbooks. Anfang 2011 verstärkte sich Dialog durch die Übernahme des Powermanagement-Spezialisten SiTel Semiconductor. Mitte 2013 schluckte Dialog die US-amerikanische iWatt.

Dialog Semiconductor beschäftigt weltweit mehr als 550 Mitarbeiter und unterhält neben dem Hauptsitz in Stuttgart noch weitere Niederlassungen in Australien, China, Deutschland, Japan, Südkorea, Taiwan, in England und in den USA. Kooperationen bestehen unter anderem mit dem Halbleitergiganten Intel. Einer der Hauptkunden des Unternehmens ist Apple.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Dialog Semiconductor

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