Dialog Semiconductor hofft durch iWatt auf Wachstum und mehr Unabhängigkeit

Power Management Lösungen

Dienstag, 1. Oktober 2013 13:26
Dialog Semiconductor Unternehmenslogo

(IT-Times) - Die Aktien von Dialog Semiconductor gerieten zuletzt unter Druck. Hintergrund war die Enttäuschung bezüglich der Markteinführung von Apples neuer iPhone-Generation. Vor allem das iPhone 5c gilt in Analystenkreisen als zu teuer, was der Nachfrage abträglich sein könnte.

Zwar dürfte auch Dialog Semiconductor als Zulieferer für die neuen iPhones wieder mit an Bord sein, doch die hohe Abhängigkeit von Apple ist nach wie vor ein Thema bei den Kirchheimern. Der Grund: Dialog Semiconductor dürfte auch in 2013 mehr als 70 Prozent seines Umsatzes über den iPhone-Hersteller erwirtschaften.

Dialog nimmt Consumer-Markt ins Visier
Umso wichtiger ist es für Dialog Semiconductor (WKN: 927200) seine Umsatzbasis stärker zu diversifizieren. Einen ersten wichtigen Schritt hat Dialog zur Jahresmitte mit der Übernahme des Smart-Power Unternehmens iWatt getan. Rund 345 Mio. US-Dollar ließ sich Dialog diese Verstärkung kosten.

Mit iWatt gelangt Dialog nicht nur in den Besitz eines wachstumsstarken Unternehmens - die Amerikaner konnten ihre Erlöse in 2012 um 46 Prozent auf 74 Mio. US-Dollar steigern - sondern auch in den Besitz von 110 Patenten. Darüber hinaus kann sich Dialog mit der Akquisition einen neuen wachstumsstarken Markt im LED-Bereich erschließen.

Das Unternehmen bietet unter anderem LED Driver für ICs an, die in TV- und anderen Elektronikgeräten zum Einsatz kommen, wodurch der Stromverbrauch der entsprechenden Geräte sinken soll.

Markt für Schnell-Ladegeräte im Vordergrund
Hauptgrund für die Übernahme dürften jedoch die Power-Lösungen für den Markt für Schnell-Ladegeräte sein. Damit geht es um Lösungen, die den Ladestatus und die schnellste Lademöglichkeit feststellen können.

Je nach Equipment lässt sich dadurch der Ladevorgang um 50 Prozent oder gar um bis zu zwei Drittel reduzieren. Dies dürften Ausrüster und Konsumenten entsprechend honorieren, glaubt Dialog Semi CEO Jalal Bagherli im Interview mit EETimes.

iWatt bringt neue Kunden zu Dialog
Positiv bewertet Bagherli auch die Übernahme von Nokias Mobilfunksparte durch Microsoft. iWatt zählt Nokia, HTC, Motorola und Samsung zu seinen Kunden, Kundenbeziehungen, die Dialog vor der Übernahme von iWatt so nicht hatte.

Durch die Übernahme der Nokia-Division wird Microsoft das Windows Phone Betriebssystem weitere fünf Jahre unterstützen, wodurch sich weitere Umsatzmöglichkeiten für Dialog Semiconductor ergeben, glaubt der Dialog-Chef.

Kurzportrait

Die in London (rechtlicher Sitz) ansässige Dialog Semiconductor plc entwickelt energieeffiziente und hoch integrierte Schaltkreise, die unter anderem im Mobilfunkbereich (Mobiltelefone) und in der Automobilindustrie (Motorkontrollsysteme) zum Einsatz kommen. Das Unternehmen betreibt hierfür eine Vertriebs-, Forschungs- und Entwicklungs- sowie Marketingorganisation, um seine Produkte weltweit zu vermarkten.

Die von Dialog entwickelten Chipsätze kommen aber nicht nur im Mobilfunk- und Automobilbereich, sondern auch in Handheld- und Multimedia-Produkten zum Einsatz. In den letzten Jahren hat sich der Chipspezialist aber auf die Bereiche Mobilfunk und Automobil spezialisiert. Seit 2009 wurde das Segment Mobilfunk in die beiden neuen Sparten Audio & Power Management sowie Display Systeme aufgeteilt.

Im Mobile-Bereich wurden inzwischen weltweit mehr als eine Mrd. mobile Endgeräte mit einem Dialog-Chip ausgeliefert. Zu den Kunden zählen namhafte Anbieter wie Sony, Apple, Bosch, LG Electronics und Samsung, wobei Apple für den Großteil des Umsatzes von Dialog verantwortlich zeichnet.

Die von Dialog angebotenen Lösungen umfassen unter anderem auch integrierte Power-Management-Controller für Multimedia-Player und portable Navigationssysteme, Display-Chips, sowie Audiochips, die in Diktiergeräten zum Einsatz kommen. Die Produkte im Bereich Display Systeme umfassen zudem neueste Treiber für energiesparende Displays von PMOLEDs über Eletronic Paper (E-Ink) bis zu MEMS Displays, als auch für eBooks und Netbooks. Anfang 2011 verstärkte sich Dialog durch die Übernahme des Powermanagement-Spezialisten SiTel Semiconductor. Mitte 2013 schluckte Dialog die US-amerikanische iWatt.

Dialog Semiconductor beschäftigt weltweit mehr als 550 Mitarbeiter und unterhält neben dem Hauptsitz in Stuttgart noch weitere Niederlassungen in Australien, China, Deutschland, Japan, Südkorea, Taiwan, in England und in den USA. Kooperationen bestehen unter anderem mit dem Halbleitergiganten Intel. Einer der Hauptkunden des Unternehmens ist Apple.

Zahlen

Im zweiten Quartal erzielte Dialog Semiconductor einen Umsatz in Höhe von 151,7 Mio. US-Dollar. Das entspricht einem leichten Rückgang im Jahresvergleich um fünf Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach gegenüber dem Wert aus 2012 um 55 Prozent ein und belief sich auf 6,1 Mio. Dollar. Der Halbleiter-Spezialist wies zudem ein um 76 Prozent reduziertes Konzernergebnis in Höhe von 2,1 Mio. Dollar aus. Das (verwässerte) Ergebnis je Aktie betrug nach einer 75-prozentigen Abnahme 0,03 Dollar.

Meldung gespeichert unter: Dialog Semiconductor

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