Citrix Systems kauft sich in den MEM-Markt ein - Kampfansage an SAP

Übernahme von Zenprise soll 355 Mio. Dollar gekostet haben

Dienstag, 30. April 2013 14:37
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(IT-Times) - Der US-Softwarespezialist Citrix Systems und dessen Aktien standen zuletzt deutlich unter Druck, nachdem das Unternehmen mit einem schwachen Ausblick auf das laufende zweite Quartal 2013 enttäuschte.

Kunden hatten damit begonnen, IT-Ausgaben zu reduzieren und Aufträge zu verschieben. Dennoch sind Analystenhäuser wie die Deutsche Bank weiter zuversichtlich, was die langfristigen Zukunftsaussichten von Citrix Systems (Nasdaq: CTXS, WKN: 89840) angeht.

Networking- und Cloud-Geschäft boomt
Der Grund ist der aktuelle Trend in Richtung Virtualisierung bzw. Cloud Computing. Im jüngsten Quartal konnte Citrix mehr als 2.800 Einzelkunden melden, die sich für XenDesktop, der Desktop-Virtualisierungslösung von Citrix entschieden haben.

Noch stärker wuchs jedoch das Networking- und Cloud-Geschäft. Hier verbuchte Citrix einen Umsatz von 147,5 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 47,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit steuerte das Networking- und Cloud-Geschäft bereits 22 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

Citrix erschließt sich mit Zenprise-Zukauf neues Wachstumssegment
Darüber hinaus hat sich Citrix zu Jahresbeginn noch in einem weiteren Wachstumsbereich eingekauft. Mit der Übernahme von Zenprise hat sich Citrix den Zugang zum Mobile Device Management (MDM) Markt verschafft. Damit setzt Citrix gleichzeitig auf einen anhaltenden Trend in Unternehmen Bring Your Own Device (BYOD), wonach Mitarbeiter zunehmend ihr eigenes Gerät nuten, um Firmendaten abzurufen.

Unter MDM wird die zentralisierte Verwaltung von mobilen Endgeräten (Smartphones, Tablets etc.) über den IT-Admin mit Hilfe von Software verstanden.

Kampfansage an SAP
Durch die Kombination mit seiner bestehenden Citrix CloudGateway- und Me@Work Lösung will Citrix die industrieweit umfassendste Lösung für das Management von mobilen Endgeräten, Apps und Daten anbieten.

Im Vorjahr war das Walldorfer Softwarehaus SAP noch die Nummer Eins im Markt für Mobile Enterprise Management (MEM), jedoch haben kleinere Konkurrenten wie Zenprise, AirWatch, MobileIron oder Good Technology mächtig aufgeholt.

Laut dem Bericht des Magazin Fortune soll sich Citrix die Übernahme von Zenprise und damit den Markteintritt in dieses Wachstumssegment 355 Mio. US-Dollar kosten haben lassen. Investitionen, die sich langfristig auszahlen könnten.

Laut IDC hat der weltweite MEM-Markt bereits in 2011 ein Volumen von über 444 Mio. US-Dollar erreicht, bis 2016 dürfte dieser Markt jährlich im Schnitt um 31,8 Prozent wachsen und dann ein Volumen von 1,8 Mrd. US-Dollar erreichen. Der erweiterte MDM-Markt inklusive Services dürfte nach Angaben der Marktforscher aus dem Hause Forrester Research in 2015 bereits ein Volumen von 6,6 Mrd. Dollar erreichen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1989 gegründete und in Fort Lauderdale/Florida ansässige Citrix Systems wird seit 1995 an der Technologiebörse Nasdaq notiert. Die vom US-Softwarekonzern vertriebenen Citrix MetaFrame Application Server erlauben es, innerhalb von Unix- oder Windows-basierten Systemen, Anwendungen anderer Betriebssysteme von einem zentralen Server aus zu starten. Dieses System soll dem jeweiligen Anwender einerseits eine größtmögliche Flexibilität einräumen und andererseits Kosten für Firmen in Form von geringerem Speicherbedarf senken.

Durch die Übernahme von XenSource in 2007 stieg Citrix in das Geschäft mit Virtualisierungslösungen ein. Das Produktportfolio des Unternehmens umfasst heute Lösungen wie XenDesktop, XenApp sowie diverse Online-Services. Daneben bietet Citrix Virtualisierungslösungen wie CitrixXenServer und Citrix Essentials für XenServer und Hyper-V an.

Citrix Systems betreut heute mehr als 250.000 Firmenkunden und über 100 Millionen Nutzer in mehr als 100 Ländern weltweit. Das Unternehmen gilt als Pionier und Marktführer im Zusammenhang mit dem virtuellen Arbeitsplatz außerhalb des Büros. Zu den Kunden des Softwarehauses zählen neben AT&T, auch Ericsson oder IKEA und die deutschen Sparkassen. Darüber hinaus kooperiert Citrix neben seinem Vertriebsnetz bestehend aus mehr als 7.000 Händlern.

Mitte 2005 übernahm Citrix den Sicherheitsspezialisten NetScaler. Im Frühjahr 2006 kaufte Citrix den Client-Server-Softwarespezialisten Reflectent Software. Mitte 2006 folgte die Übernahme des WAN-Spezialisten Orbital Data, wobei gegen Jahresende der Spezialist Ardence zugekauft wurde. Im Frühjahr 2007 schluckte Citrix den Test-Softwareanbieter ThinGenius. Im Herbst 2007 wurde die Übernahme des Virtualisierungsspezialisten XenSource abgeschlossen. Anfang 2010 verstärkte sich Citrix durch die Übernahme des Suchspezialisten Plago. Ende 2010 kaufte Citrix den Software-as-a-Service Spezialisten NetViewer AG. Mitte 2011 übernahm Citrix den Cloud-Spezialisten Cloud.com. Mitte 2012 wurde der Mobile- und Videospezialist Bytemobile aufgekauft. Anfang 2013 schluckte Citrix den Mobile-Sicherheitsspezialisten Zenprise.

Meldung gespeichert unter: Citrix

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