Citrix profitiert vom Nachfrageansturm auf Virtualisierungslösungen

Freitag, 30. Juli 2010 13:06
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(IT-Times) - Mit einem Kursplus von knapp 20 Prozent gehörten die Aktien des US-Softwareherstellers Citrix Systems (Nasdaq: CTXS, WKN: 898407) am Vortag zu den Hauptgewinnern an der New Yorker Nasdaq.

Die 500 Mio. US-Dollar schwere Übernahme von XenSource vor drei Jahren scheint sich nunmehr für den US-Softwarespezialisten endgültig auszuzahlen. Dank einer Rekordnachfrage nach Virtualisierungsprodukten wie XenDesktop konnte Citrix im jüngsten Quartal weiter zweistellig wachsen. Insgesamt brachte Citrix eigenen Angaben zufolge 18 Transaktionen mit einem Wert von mehr als eine Mio. US-Dollar unter Dach und Fach. Darüber hinaus wurden mehrere Verträge über fünf Mio. Dollar abgeschlossen.

Citrix gewinnt 1.300 Neukunden für XenDesktop
Kunden setzen zunehmend auf Citrix, um ihre bestehende IT-Infrastruktur neu zu modellieren. Dabei setzen Firmen immer mehr auf eine Kombination aus Cloud Computing- und Virtualisierungslösungen, welche den Unternehmen helfen, ihre IT-Kosten weiter zu senken. So ist es wenig verwunderlich, dass Citrix seine Lösung XenDesktop im jüngsten Quartal an 2.500 Firmenkunden vermarkten konnte. 1.300 Kunden waren dabei Neukunden. Insgesamt spielte die Virtualisierungslösung XenDesktop 60 Mio. Dollar für Citrix ein.

20 Prozent der Kunden hätten zudem auch ihre XenApp-Lizenzen erneuert, zeigt sich Citrix-Chef Mark Templeton stolz. Etwa zwei Drittel der XenApp-Kunden würden inzwischen ihre Back-end Server mit XenServer oder Hyper-V virtualisieren - lediglich zehn Prozent würden dabei auf den konkurrierenden VMware ESX Server setzen. Im Vorjahr war dies noch anders. Die Mehrheit der XenDesktop-Kunden setzte bei VDI-Virtualisierung auf VMware.

XenServer- und NetScaler-Lösungen erfreuen sich großer Nachfrage
Im Bezug auf sein XenServer Geschäft veröffentlichte Citrix zwar keine konkreten Verkaufszahlen, jedoch wuchs der Geschäftsbereich Data Center- and Cloud Group, in der das XenServer-Geschäft angesiedelt ist, im jüngsten Quartal um 20 Prozent auf 74 Mio. US-Dollar.

Auch im NetScaler-Geschäft (Web-Traffic-Management), einen Geschäftsbereich, den Citrix im Jahr 2005 zugekauft hatte, rollt der Rubel. Die Zahl der Kunden, die NetScaler Appliances nutzten, kletterte um 50 Prozent. Insgesamt konnte Citrix in diesem Geschäftsbereich 385 neue Kunden hinzugewinnen.

Nicht nur Marktforscher, auch bei Citrix geht man davon aus, dass das Geschäft im zweiten Halbjahr weiter zulegen wird. Entsprechend hat das Unternehmen seinen Umsatzausblick für das laufende Gesamtjahr angehoben. Darüber hinaus will das Unternehmen mehrere hundert neue Mitarbeiter im zweiten Halbjahr einstellen, um das Wachstum bewerkstelligen zu können…

Kurzportrait

Die im Jahre 1989 gegründete und in Fort Lauderdale/Florida ansässige Citrix Systems wird seit 1995 an der Technologiebörse Nasdaq notiert. Das Unternehmen schaffte in der Vergangenheit vor allem durch seine MetaFrame-Software (vormals WinFrame) den Aufstieg in die erste Liga der Softwareanbieter.

Citrix MetaFrame Application Server erlaubt es innerhalb von Unix- oder Windows-basierten Systemen, Anwendungen anderer Betriebssysteme von einem zentralen Server aus zu starten. Dieses System soll dem jeweiligen Anwender einerseits eine größtmögliche Flexibilität einräumen und andererseits Kosten für Firmen in Form von geringerem Speicherbedarf senken.

Neben der MetaFrame-Produktfamilie bietet Citrix auch so genannte Access Portal Software an. Damit sollen Mitarbeiter schnell und einfach auf Inhalte und Softwarelösungen der Zentrale zugreifen können, ohne lange Installationsroutinen und Vertragskonditionen abarbeiten zu müssen. Citrix liefert de facto damit auch die technologische Plattform für das ASP-Geschäft. Durch die Übernahme von XenSource in 2007 stieg Citrix in das Geschäft mit Virtualisierungslösungen ein. Das Produktportfolio des Unternehmens umfasst heute Lösungen wie XenDesktop, XenApp sowie Online-Services wie GoToMeeting, GoToTraining, GoToAssist und GoToMyPC. Daneben bietet Citrix Virtualisierungslösungen wie CitrixXenServer und Citrix Essentials für XenServer und Hyper-V an.

Citrix Systems betreut heute mehr als 230.000 Firmenkunden und über 100 Millionen Nutzer in mehr als 100 Ländern weltweit. Das Unternehmen gilt als Pionier und Marktführer im Zusammenhang mit dem virtuellen Arbeitsplatz außerhalb des Büros, denn Citrix-Software ist neben dem Extranet auch im Intranet, als auch im Internet und drahtlosen Kommunikationsnetzen einsetzbar. Zu den Kunden des Softwarehauses zählen neben AT&T, auch Ericsson, IKEA und Emerson sowie die deutschen Sparkassen. Darüber hinaus kooperiert Citrix neben seinem Vertriebsnetz bestehend aus mehr als 7.000 Händlern, mit weiteren Technologieunternehmen wie mit IBM und Oracle.

Neben dem Softwaregeschäft, welches inzwischen auch Lösungen für Handheld-Computer umfasst, bietet Citrix auch Beratung und Support an. Auch diverse Softwareprodukte rund um den Bereich Load-Balancing zählen zum Produktportfolio des Softwareanbieters. Ende 2003 verstärkte sich Citrix mit der Übernahme des Softwarespezialisten Expertcity. Ende 2004 kaufte Citrix den Sicherheitsspezialisten Net6. Mitte 2005 übernahm Citrix den Sicherheitsspezialisten NetScaler. Im Frühjahr 2006 kaufte Citrix den Client-Server-Softwarespezialisten Reflectent Software. Mitte 2006 folgte die Übernahme des WAN-Spezialisten Orbital Data, wobei gegen Jahresende der Spezialist Ardence zugekauft wurde. Im Frühjahr 2007 schluckte Citrix den Test-Softwareanbieter ThinGenius. Im Herbst 2007 wurde die Übernahme des Virtualisierungsspezialisten XenSource abgeschlossen. Daneben schluckte Citrix den Softwarespezialisten QuickTree. Anfang 2010 verstärkte sich Citrix durch die Übernahme des Suchspezialisten Plago.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2010 meldet Citrix einen Umsatzsprung auf 458,4 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 392,8 Mio. Dollar im Jahr vorher. Dabei erwirtschaftete Citrix zunächst einen Gewinn von 47,6 Mio. Dollar oder 25 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 42,5 Mio. Dollar oder 23 US-Cent je Aktie in der Vorjahresperiode.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Citrix einen Nettogewinn von 41 US-Cent je Aktie einfahren, während Analysten mit einem Plus von 45 US-Cent je Aktie gerechnet hatten. Allerdings hat Citrix mit den vorgelegten Zahlen die Umsatzerwartungen übertroffen. Analysten gingen im Vorfeld nur von Einnahmen von 436,9 Mio. Dollar aus.

Meldung gespeichert unter: Citrix

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