Cisco Systems meldet sich zurück - Turnaround-Bemühungen tragen erste Früchte

Freitag, 11. November 2011 14:24
Cisco Systems Unternehmenslogo

(IT-Times) - Die Aktien des Router-Herstellers Cisco Systems zählten zuletzt mit einem Kursplus von 5,7 Prozent zu den Hauptgewinnern an der New Yorker Nasdaq. Unter hohen Umsätzen legten die Papiere deutlich zu, nachdem der US-Netzwerkausrüster erste Fortschritte in seinen Bemühungen verzeichnet hatte, den Router-Hersteller wieder profitabler zu machen.

Im April hatte Cisco (Nasdaq: CSCO, WKN: 878841) bereits bekannt gegeben, sich von seinem Flip Videokamera Geschäft zurückzuziehen, wodurch 550 Stellen gestrichen werden sollten. Gleichzeitig hat das Unternehmen im Juli Pläne vorgestellt, wonach weltweit 6.500 Stellen wegfallen sollen. Die jüngsten Maßnahmen kommen einer Abkehr vom Konsumentengeschäft gleich. Gleichzeitig will sich Cisco in Zukunft stärker auf Innovationen im Router-Geschäft konzentrieren und den Kunden-Service weiter verbessern. So will das Unternehmen eine breitere Produktpalette anbieten als Rivalen wie Juniper Networks, so Cisco-Finanzchef Frank Calderoni.

Cisco steht zum Kabel Set-Top-Box Geschäft
Während sich Cisco aus dem Videokamerageschäft zurückzog, bekräftigte Cisco-Chef John Chambers nochmals seine Unterstützung für das Kabel-Set-Top-Box und Video-Geschäft rund um die Videoscape-Lösung.

Hintergrund ist der Umstand, dass immer mehr Service-Provider ihre traditionellen set-top- Boxen auf IP-basierte Set-Top-Boxen aufrüsten und in die Cloud verlagern. Möglich wird dies durch Ciscos Videoscape-Lösung. Die Aufträge von Service-Providern im Bezug auf das Videogeschäft zogen im jüngsten Quartal um 26 Prozent an, wobei das Geschäft inzwischen vier Mrd. US-Dollar schwer ist, so Chambers gegenüber Wall Street Analysten - der Umsatz wuchs in diesem Bereich um 13 Prozent.

Cisco stärkt Videogeschäft mit Service-Providern
Top-Priorität für Service-Provider ist das Thema Mobilität, stellt Chambers klar. Neben dem Router-Geschäft will sich Cisco verstärkt auf das Videogeschäft konzentrieren. Um dieses Geschäft zu stärken, schluckte der Router-Hersteller Ende Oktober den Videosoftwareanbieter BNI Video für 99 Mio. US-Dollar. Cisco geht davon aus, dass die Übernahme im zweiten Fiskalquartal 2012 abgeschlossen werden kann. BNI Video soll künftig Teil des Videoscape-Angebots werden, wodurch sich Cisco weiteres Wachstum verspricht.

Kurzportrait

Gegründet im Jahre 1984 und in der kalifornischen Hightech-Schmiede San Jose ansässig, schaffte das Unternehmen vor allem in den 90er Jahren den Aufstieg zum Weltkonzern. Bedingt durch eine aggressive Expansionspolitik - das Unternehmen kaufte allein von 1993 bis heute mehr als 95 Unternehmen - gelang es dem Hightech-Konzern auch in andere Geschäftsfelder zu expandieren. Heute operiert Cisco vor allem aus fünf Geschäftsbereichen heraus: USA und Kanada, Europäische Märkte, Emerging Markets, Asien Pazifik und Japan. Künftig will sich Cisco vor allem auf fünf Kernsegmente konzentrieren: Core-Routing, Switching und Services, Collaboration, Data Center Virtualization und Cloud Video, sowie Architekturen für Business-Transformation.

In den vergangenen Jahren war Cisco vor allem durch Übernahmen gewachsen. Nach der Übernahme von Andiamo Systems und Psionic Software in 2002, wurden in den vergangenen Jahren unter anderem die Software- und Netzwerkspezialisten Okena, SignalWorks, Linksys Group, Latitude Networks, Parc Technologies, Procket Networks, Actona Technologies, Protego Networks, der Netzwerkspezialist BCN Systems, Jahi Networks, NetSolve und der WLAN-Spezialist Airespace aufgekauft.

Später setzte Cisco seine Einkaufstour fort und übernahm mit FineGround Networks einen WAN-Optimierer. Mit KiSS Technology A/S, Sheer Networks und Nemo Systems wurden im Jahresverlauf weitere Firmen zugekauft. Anfang 2006 schloss Cisco die Übernahme des set-top Box-Spezialisten Scientific-Atlanta ab. Danach folgten mit Meetinghouse Data Communications und der zwei Startup-Firmen Metreos und Audium kleinere Übernahmen. Gleichzeitig kaufte Cisco den InfiniBand-Spezialisten Topspin. Im Spätsommer erwarb Cisco schließlich mit 80 Prozent die Mehrheit an den Datensystemspezialisten Nuovo Systems.

Anfang 2007 schloss Cisco die Übernahme des Softwarespezialisten Tivella ab. Gleichzeitig kaufte Cisco den Sicherheitsspezialisten IronPort sowie den Anbieter von Web-Konferenzsysteme WebEx Communications und den Spezialisten BroadWare Technologies. Bis Mitte 2008 wurde der Home-Networking-Spezialist Pure Networks sowie die dänische DiviTech übernommen. Mit Jabber und PostPath folgten zwei weitere kleinere Zukäufe im Softwarebereich. Anfang 2009 wurde SaaS-Spezialist ScanSafe übernommen. Im Herbst 2009 gab Cisco die Übernahme des Videokonferenzspezialisten Tandberg bekannt, die in 2010 abgeschlossen wurde. Im Dezember 2009 schloss der Router-Hersteller die Übernahme von Starent Networks ab. In 2010 wurde der optische Netzwerkspezialist CoreOptics sowie MOTO Development übernommen, später Arch Rock Corporation hinzugekauft. Anfang 2011 kaufte Cisco den Spezialisten newScale. Außerdem stieg Cisco in 2011 aus dem Flip Videogeschäft aus. Mitte 2011 wurde der Spezialist BNI Video übernommen.

Zahlen

Für das vergangene erste Fiskalquartal 2012 meldet Cisco einen Quartalsumsatz von 11,3 Mrd. US-Dollar. Dabei erzielte das Unternehmen einen Nettogewinn von 2,3 Mrd. Dollar oder 43 US-Cent je Aktie. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich damit ein Umsatzplus von 4,7 Prozent, der Nettogewinn ging allerdings um 2,3 Prozent zurück.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte Cisco die Erwartungen der Wall Street übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 11,02 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 39 US-Cent je Aktie gerechnet. Der Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit summierte sich im jüngsten Quartal auf 2,3 Mrd. Dollar, nach 1,7 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Cisco Systems

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